Genossen gründen Internet-Autoversicherer

R+V24 geht im dritten Quartal an den Start

Von Herbert Fromme, München Der drittgrößte deutsche Autoversicherer R+V kommt zwischen Juli und September mit einer neuen Tochtergesellschaft auf den Markt, die Autoversicherungen per Internet verkauft. Eine Unternehmenssprecherin bestätigte entsprechende FTD-Informationen. „Wir wollen internetaffine Kunden behalten und neue gewinnen, die wir sonst nicht bekommen würden“, sagte sie. Demgegenüber spiele die Gefahr, bestehende Versicherungsbestände an die neue Gesellschaft abzugeben, keine große Rolle. Die Autoversicherung ist die größte Sparte des deutschen Schadenversicherers und trotz des heftigen Wettbewerbs profitabel.

Die in Wiesbaden ansässige R+V gehört zum genossenschaftlichen Finanzsektor und verkauft über die Raiffeisen- und Volksbanken – daher der Name – sowie Makler und Vertreter. Mit drei Millionen versicherten Fahrzeugen und 1,44 Mrd. Euro Prämie gehört die Gesellschaft zu den führenden Autoversicherern.

Die vor ihr rangierenden Konzerne Allianz und HUK-Coburg sind bereits mit eigenen Angeboten im Internet unterwegs. Die HUK24 nahm das Geschäft im Jahr 2000 auf und versichert zurzeit knapp 800 000 Fahrzeuge, 10 Prozent der 7,9 Millionen HUK-versicherten Einheiten. Marktführer Allianz folgte 2005 gegen heftigen Widerstand der Vertreter. Am Jahresende 2007 verzeichnete die Allianz24 177 000 Fahrzeuge, die Allianz insgesamt 8,9 Millionen.

Die R+V-Neugründung gesellt sich zu einer Reihe von Newcomern im Online-Autoversicherungsmarkt. Die Zurich-Gruppe hat mit der Zurich Connect einen europaweit tätigen Direktanbieter gegründet. Er ist auch in Deutschland tätig. Die erfolgreich agierende Zurich-Tochter DA Deutsche Allgemeine, die ebenfalls nur direkt ohne Vertreter und Makler verkauft, soll in Zurich Connect integriert werden.

Die britische Admiral ist seit Ende 2007 auf dem deutschen Markt. Das Unternehmen wird von der Münchener Rück unterstützt, die mit 15,07 Prozent der größte Einzelaktionär bei der britischen Admiral ist und 65 Prozent aller deutschen Risiken trägt.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

Diskutieren Sie mit