Auf Mitarbeiter kommen wenig Änderungen zu

Kooperation mit Versicherer Talanx bleibt bestehen

Von Christine Mai, Frankfurt, und Herbert Fromme, Köln D en Mitarbeitern der deutschen Citibank drohen nach dem Verkauf zumindest vorerst keine Kündigungen. Crédit-Mutuel-Generaldirektor Michel Lucas sagte, die Citibank werde zunächst ohne größere Änderungen unter dem jetzigen Vorstand weitergeführt.

Für den Talanx-Konzern, dessen Tochter CiV-Versicherung ausschließlich über die Schalter der deutschen Citibank verkauft, ist der Verkauf an Crédit Mutuel (CM) die beste Lösung. Andere Interessenten wie die Deutsche Bank haben feste Partnerschaften mit anderen Versicherern oder eigene Assekuranztöchter und hätten die Talanx-Kooperation nicht gebraucht.

Nach Angaben eines Sprechers garantiert Crédit Mutuel den Beschäftigten der Citibank für 18 Monate ihren Arbeitsplatz; die Filialen sollten ebenfalls nicht angetastet werden. Auch für die Zeit danach seien keine Entlassungen geplant. Düsseldorf wird dem Vernehmen nach weiter Sitz des Instituts sein.

Arbeitnehmervertreter reagierten zufrieden auf den Zuschlag für Crédit Mutuel und die Aussagen der Konzernführung. „Das ist die beste Lösung von allen, die im Raum standen“, sagte Uwe Foullong, im Bundesvorstand der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi zuständig für Finanzdienstleistungen.

Die Citibank-Kunden müssen sich nach einer Übergangsfrist an einen neuen Namen gewöhnen. Dieser werde derzeit diskutiert, so Lucas. An dem bis 2025 laufenden Vertriebsabkommen mit der Talanx werde man nichts ändern. In Hannover herrscht Freude über den Deal. „CM hat zwar selbst große Versicherer, ist aber mit ihnen nicht in Deutschland tätig“, sagte ein Talanx-Manager. Natürlich sei nicht auszuschließen, dass der neue Eigner mittelfristig die CiV kaufen wolle. „Es kann aber auch anders gehen. Wenn sich herausstellt, dass das in Deutschland gut funktioniert, kommen wir vielleicht mit Crédit Mutuel auch in Frankreich ins Geschäft.“ Schließlich trennten sich vermehrt Banken von Versicherungstöchtern.

Quelle: Financial Times Deutschland


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