Kastastrophen fordern152 000 Tote

Münchener Rück analysiert erstes Halbjahr 2008

Von Ilse Schlingensiepen, Köln Das Jahr 2008 droht zu einem traurigen Höhepunkt in der weltweiten Chronik der Naturkatastrophen zu werden. Nach Angaben der Münchener Rückversicherung gab es im ersten Halbjahr bereits mehr Naturkatastrophen als im Durchschnitt der Jahre 1998 bis 2007. Sie forderten mehr Todesopfer, höhere volkswirtschaftliche und teurere Versicherungsschäden.

Die Bereitstellung von Deckungen gegen Katastrophenfolgen ist eines der Kerngeschäfte von Rückversicherern wie dem Weltmarktführer Münchener Rück. Deshalb verfolgen die Versicherer genauestens das Geschehen in diesem Bereich, ihre Experten entwickeln eigene Vorhersagemodelle.

Nach Schätzung der Münchener Rück könnte 2008 eines der Jahre mit der höchsten Zahl an Todesopfern durch Naturkatastrophen werden. Sie forderten von Januar bis Juni bereits 152 000 Menschenleben, davon kamen allein mehr als 150 000 durch das Erdbeben in der chinesischen Provinz Sichuan und den Zyklon in Myanmar ums Leben. Im Zehnjahresdurchschnitt fielen 11 000 Menschen im Jahr Naturkatastrophen zum Opfer. Die durch sie verursachten volkswirtschaftlichen Schäden summieren sich 2008 bislang auf 50 Mrd. $ – im Zehnjahresdurchschnitt sind es 35 Mrd. $. Davon waren 13 Mrd. $ Versicherungsschäden, verglichen mit 9 Mrd. $. Insgesamt gab es im ersten Halbjahr 400 Schadenereignisse, davon 300 durch Wetterextreme, vor allem in den USA.

„Der Vergleich einzelner Jahre ergibt in diesem Bereich keinen Sinn, gute Aussagen kann man nur mit Blick auf den langjährigen Durchschnitt machen“, sagte ein Sprecher der Münchener Rück. Die Entwicklungen des ersten Halbjahrs 2008 unterstrichen den von dem Rückversicherer schon länger festgestellten Trend zu langfristig immer höheren volkswirtschaftlichen und versicherten Schäden.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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