Allianz führt Managerhaftung bei Hypo Real

Konsortium deckt Schäden von 50 Mio. Euro

Von Herbert Fromme, Köln

Die angeschlagene Bank Hypo Real Estate (HRE) hat für ihre Manager eine Haftpflichtpolice bei einem Konsortium abgeschlossen, das von der Allianz geführt wird. Nach Informationen der FTD aus Versicherungskreisen beträgt die Hauptdeckung 50 Mio. Euro. Davon stehe die Allianz als führender Versicherer für rund 26 Mio. Euro gerade, habe aber einen großen Teil rückversichert, hieß es weiter. Ein Allianz-Sprecher bestätigte, dass der Konzern an dem Risiko beteiligt ist. „Zur Deckungshöhe und dem Allianz-Anteil können wir nichts sagen“, fügte er hinzu.

Auch im Fall Siemens, der die Versicherer bis zu 250 Mio. Euro kosten kann, führt die Allianz das D&O-Risiko und trägt bis zu 70 Mio. Euro.

Mit Managerhaftpflichtpolicen – Directors‘ and Officers‘ Liability Insurance oder D&O – decken Unternehmen in erster Linie Vorstände und Aufsichtsräte. Sie schützen damit die einzelnen Manager gegen Ansprüche von Dritten, etwa Aktionären, oder des eigenen Unternehmens nach Fehlern in ihrer Berufstätigkeit, nicht jedoch bei Vorsatz.

Daneben hat die HRE eine Vermögensschadenhaftpflichtpolice, die vom Management angerichtete Schäden abdeckt – aber das Unternehmen und nicht die Individuen schützt. Hier sei der US-Versicherer AIG führend, hieß es.

Allianz, AIG, Zurich und XL gehören zu den führenden Anbietern von D&O-Policen und anderen Absicherungen im Finanzsektor. Die Branche ist gespalten, ob die Krise zu einem starken Anstieg der Prämien führen wird oder nicht. Seit vier Jahren fallen die Preise, vor allem bei D&O. Alexander Mahnke, der beim Makler Aon die Abteilung Financial Lines leitet, ist skeptisch. „Ich glaube nicht, dass wir in den Verträgen für 2009 schon große Prämiensteigerungen sehen werden“, sagte er. Moderate Anpassungen werde es aber geben.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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