Versicherer AIG braucht weitere Milliarden

Der angeschlagene US-Versicherer American International Group (AIG) hat sich 20 Mrd. $ aus dem Rettungsfonds der US-Regierung geliehen. Damit kommt die führende US-Gesellschaft auf insgesamt 143 Mrd. $ an staatlicher Hilfe. Am 16. September hatte die Notenbank Fed AIG 85 Mrd. $ zur Verfügung gestellt, um den unmittelbaren Konkurs zu verhindern. Im Oktober kamen 38 Mrd. $ über eine Wertpapierleihe hinzu. AIG hatte sich bei der Absicherung von Kreditderivaten gewaltig verhoben und muss Geschäftspartnern hohe Milliardensummen als Sicherheiten zahlen. Inzwischen wachsen in den USA die Zweifel, ob die Rettungsaktion trotz der gewaltigen Beträge gelingt. Die „Washington Post“ zitiert in einem sehr kritischen Bericht die Kreditderivatexpertin Ann Rutledge mit der Aussage, die Regierung fülle nur Bilanzlöcher, um Sorgen vor einem Kollaps des Finanzsystems zu zerstreuen. Fed-Mitarbeiter bestätigten, dass die AIG-Rettung nicht nach Plan verlaufe, so die Zeitung weiter.

Ex-AIG-Chef Maurice Greenberg warnte jüngst, der US-Steuerzahler werde einen „erheblichen Verlust“ mit AIG erleiden, wenn die für den 85 Mrd. $ Kredit gezahlten Darlehenszinsen von rund 14 Prozent nicht schnell geändert werden.Herbert Fromme

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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