Generali erlebt Ausweitung des Preiskriegs

Nach Autoversicherung auch andere Sparten betroffen

Von Herbert Fromme, Köln

Der seit Jahren anhaltende intensive Wettbewerb in der Autoversicherung nimmt entgegen den Aussagen vieler Branchenvertreter nicht an Intensität ab. „Die vielfach angekündigten zweistelligen Preiserhöhungen sehe ich noch nicht“, sagte Dietmar Meister, Deutschlandchef des Triester Generali-Konzerns.

Inzwischen kommt es auch in anderen Bereichen wie der Gebäude- und Hausratversicherung zu größerer Rivalität, die über den Preis ausgetragen wird, stellt der zweitgrößte Erstversicherer fest. „Wir erleben gerade, dass die scharfe Konkurrenz aus der Autoversicherung in die anderen Sparten in Schaden-Unfall herüberschwappt“, sagte Meister.

Zur Generali gehören Aachen-Münchener, Generali Versicherung, Cosmosdirekt und Central. Im profitabelsten Geschäftsfeld Schaden- und Unfallversicherung verzeichnete der Konzern einen Rückgang der Beiträge um 0,8 Prozent auf 3,03 Mrd. Euro. In der Autoversicherung habe man bewusst Geschäfte aufgegeben, sagte Vorstand Winfried Spies – so verlor der Konzern 63 000 Fahrzeuge zum Jahreswechsel 2009/10 und versichert jetzt noch 2,8 Millionen.

Nach einem katastrophalen Jahr 2008, als die Gruppe einen scharfen Gewinnrückgang auf 4 Mio. Euro erlebte, verdiente sie 2009 341 Mio. Euro. Für 2010 peilt Meister mehr als 360 Mio. Euro an. Die Prämieneinnahmen stiegen 2009 um 4,3 Prozent auf 14,8 Mrd. Euro. Die Schaden- und Kostenquote war mit 95,6 Prozent der Beiträge etwas schlechter als die 94,4 Prozent aus 2008.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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