Assekuranz fordert Schonfrist

Versicherungsvereine ringen mit Solvency II

Herbert Fromme , Köln

Auf einem laut Teilnehmern „sehr lebendigen“ Treffen in der Zentrale der Gothaer haben 60 Versicherungsvereine gestern drastische Forderungen zur Umsetzung der neuen EU-Eigenkapitalregeln Solvency II aufgestellt. Sie wollen eine fünfjährige Übergangsfrist ab 2013. So lange soll die Finanzaufsicht BaFin die neuen Werte zwar abfragen – eine Verletzung der Regeln aber keine negativen Folgen haben, sofern die Versicherer die alten Werte unter Solvency I einhalten.

Vereine haben keine Besitzer, sondern gehören ihren Versicherten. In der Krankenversicherung kommen sie auf 52 Prozent Marktanteil, in anderen Sparten auf rund 25 Prozent. Zu den großen Gesellschaften gehören Talanx, Debeka und Signal Iduna.

Auf der zweistündigen Sondersitzung der Arbeitsgemeinschaft der Versicherungsvereine forderten kleine Gesellschaften, Solvency II prinzipiell nur für Versicherer mit über 250 Mio. Euro Prämie einzuführen. Dafür fand sich keine Mehrheit.

Beschlossen wurde eine Resolution: Die Vereine verlangen eine Vereinfachung von Solvency II, eine Änderung der Zinsannahmen und eine Klarstellung, wer als Versicherungskonzern gilt. In Deutschland gibt es Gleichordnungskonzerne wie Signal Iduna, an deren Spitze mehrere kapitalmäßig nicht verflochtene Vereine stehen. Bislang ist nicht klar, ob die EU Gleichordnungskonzerne für Solvenzzwecke als Gruppe anerkennt.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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