Naturkatastrophen machen 2011 zum Rekordschadenjahr

Weltwirtschaft mit insgesamt 350 Mrd. Dollar belastet

Herbert Fromme , Köln

Mit geschätzt 350 Mrd. Dollar (254 Mrd. Euro) an versicherten und unversicherten Schäden durch Naturkatastrophen entpuppt sich 2011 als das Jahr mit der höchsten Belastung, die für die globale Volkswirtschaft jemals gemessen worden ist. Wie der weltweit zweitgrößte Rückversicherer Swiss Re jetzt ausgerechnet hat, stammt der größte Teil aus den Verwüstungen durch das Erdbeben und den Tsunami in Japan. 2010 hatten die Schäden 226 Mrd. Dollar betragen.

Rückversicherer decken den größeren Teil von Katastrophenschäden und beobachten die Entwicklung genau. Die frühe Veröffentlichung des Negativrekords dient als Waffe in der laufenden Preisverhandlungsrunde für Rückdeckungsschutz im Jahr 2012.

Trotz der hohen Lasten sind Naturkatastrophendeckungen mittelfristig hoch profitabel für die Rückversicherer. Die Risiken sind zeitlich und geografisch genau eingrenzbar, und hohe Schadenbelastungen treiben regelmäßig die Preise in die Höhe.

Von den 2011er-Schäden durch Naturgefahren waren 103 Mrd. Dollar versichert. Hinzu kommen noch 5 Mrd. Dollar aus Katastrophen, die Menschen angerichtet haben. Das macht 2011 zum zweitteuersten Jahr für die Assekuranz. Nur 2005 mussten Versicherer und Rückversicherer mehr zahlen, als die Hurrikans „Katrina“, „Wilma“ und „Rita“ Schäden von 123 Mrd. Dollar anrichteten. Falls durch die schweren Überschwemmungen in Thailand oder mögliche Winterstürme in Europa noch zusätzliche Schäden entstehen, könnte 2011 noch den Rekord von 2005 erreichen.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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