Goldman Sachs kauft Bermuda-Rückversicherer Ariel Re

Investmentbank hofft auf höhere Margen als im Investmentbanking // Spezialistfür Katastrophendeckungen soll Verbriefungsgeschäft ergänzen

Herbert Fromme , Köln

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat den Rückversicherer Ariel Re gekauft. Der nach der verheerenden Hurrikansaison 2005 gegründete Spezialanbieter hat seinen Hauptsitz auf Bermuda. Goldman wird ihn mit seiner bestehenden Versicherungsgruppe zusammenlegen, die in London mit dem Lloyd’s-Syndikat 1910 tätig ist. Jedoch sind Ariels in Zürich beheimateter Kreditversicherer und die Lloyd’s-Gesellschaft Atrium nicht Teil des Deals. Sie werden unter dem neuen Namen Arden Re von der bisherigen Ariel-Holding weiterbetrieben. Den alten Namen hat sich Goldman gesichert.

Die gesamte Ariel-Gruppe erzielte 2010 Prämieneinnahmen von 644 Mio. Dollar. Der auf die Rückdeckung von Risiken aus Hurrikans und anderen Katastrophen spezialisierte Rückversicherer ist hoch profitabel: In den fünf Jahren bis 2010 verdiente er im Schnitt eine Umsatzrendite von 42 Prozent, die Schaden-und-Kosten-Quote betrug sagenhaft niedrige 68 Prozent der Prämieneinnahmen. In den ersten neun Monaten des Jahres 2011 sorgten schwere Schäden für ein schwächeres Ergebnis, die Umsatzrendite betrug aber immer noch elf Prozent.

Mit dem Erwerb, der rund 500 Mio. Dollar gekostet haben dürfte, stößt Goldman Sachs weiter in eine Branche vor, die auf steigende Preise setzt und damit aktuell höhere Gewinnerwartungen hat als das Investmentbanking. „Durch Ariel bekommen wir mehr Größe und Skaleneffekte sowie eine gute Mannschaft mit hohen Fachkenntnissen“, sagte Goldman-Manager Tom Milligan.

Außerdem verschafft sich die Bank direkten Zugang zur Katastrophenrückversicherung – in der sie als einer der weltweit größten Berater für die Ausgabe von Versicherungsverbriefungen bereits indirekt tätig ist. Mit diesen Cat-Bonds platzieren Versicherer und Rückversicherer einen Teil ihrer Risiken im Kapitalmarkt, Goldman Sachs arrangiert das.

Ariel Re war infolge der Hurrikans „Katrina“, „Rita“ und „Wilma“ von US-Investoren mit 1 Mrd. Dollar aufgebaut worden. Durch den Goldman-Deal steigen sie jetzt aus einem Teil des Geschäfts aus.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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