„Sandy“ trifft Swiss Re härter als gedacht

Herbert Fromme

Der Hurrikan „Sandy“, der im Oktober die US-Ostküste traf, kommt den Rückversicherer Swiss Re teuer. Das Schweizer Unternehmen rechnet mit einer Belastung von 900 Mio. Dollar (694 Mio. Euro) für eigene Rechnung. „Wir müssen diese Schätzung möglicherweise noch revidieren“, sagte ein Sprecher. Das liegt vor allem an den schweren Schäden an der Infrastruktur, die zu langen Ausfallzeiten bei Betrieben führten – mit entsprechenden Betriebsunterbrechungen. Daraus können noch weitere Schäden auf Versicherer und Rückversicherer zukommen. Munich Re hatte am 7. November einen „mittleren dreistelligen Millionenbetrag“ als mögliche Schadensumme genannt. Für die gesamte Branche schätzt Swiss Re den versicherten Schaden auf 20 Mrd. Dollar bis 25 Mrd. Dollar. Spezialfirmen für Katastrophenmodelle gehen sogar von einer Belastung bis 30 Mrd. Dollar aus. Ursprünglich hatte die Branche eher mit 15 Mrd. Dollar kalkuliert. „Sandy“ könnte etwa so teuer wie Hurrikan „Andrew“ im Jahr 1992 werden, der nach heutigen Preisen 26 Mrd. Dollar kostete, bliebe aber deutlich unter dem Sturm „Katrina“, der 2005 mit 75 Mrd. Dollar zu Buche schlug. Trotz der hohen Belastungen sind Katastrophendeckungen ein gutes Geschäft für die Rückversicherer, weil die wenigen Katastrophenjahre durch zahlreiche Jahre mit Gewinn ausgeglichen werden.Herbert Fromme

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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