Großwerft macht Verluste wett

HDW trotz Fährenpanne mit Millionengewinn. Von Katrin Berkenkopf, Kiel

Verzögerungen bei der Ablieferung von zwei Fähren für die griechische Reederei Superfast haben Deutschlands größte Werft Howaldtswerke Deutsche Werft (HDW) in Kiel mehr als 150 Mio.Egekostet. „Dieser Verlust wird aus Rücklagen gedeckt, die wir in den letzten zwei Jahren gebildet haben“, erklärte Vorstandschef Klaus Lederer. Dennoch weist HDW für das vorige Geschäftsjahr (bis 30.September 2000) einen Gewinn von 37,7Mio.Eaus, nach 37,0Mio.Eim Jahr zuvor.

Die Verluste aus den Fähren nannte Mehrheitsaktionär Babcock Borsig im vergangenen Jahr als Grund für die Entlassung des kompletten Vorstands. Lederer ist gleichzeitig Chef von Babcock Borsig und kündigte an, die geplante Übernahme von weiteren 25 Prozent an HDW vom früheren Eigner Preussag werde wie geplant dieses Jahr stattfinden. Allerdings sieht er den Wert der Werft durch die Superfast-Panne gemindert und will den Preis für die 25 Prozent neu verhandeln.

Trotz der schlechten Erfahrungen will HDW im Handelsschiffbau aktiv bleiben. Um HDW als Universalwerft zu behaupten, ist Lederer bereit, verlustbringende Neuaufträge zu akzeptieren. Allerdings will das Unternehmen sich besser vorbereiten. Lederer: „Als wir den Fährenauftrag annahmen, hatten wir eigentlich keine Ahnung, worauf wir uns einlassen.“

Lederer sprach sich für die auch von der Bundesregierung favorisierte Bildung einer Allianz mit den beiden Thyssen-Krupp-Werften Blohm+Voss und Thyssen Nordseewerke aus, bestand allerdings auf der Führungsrolle für HDW. „Eine bloße Kooperation bringt auf Dauer nichts.“

Quelle: Financial Times Deutschland


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