General Cologne Re baut Rehabilitations-Tochter aus

Die Rückversicherung General Cologne Re will das Geschäftsfeld der medizinischen Rehabilitation und der beruflichen Wiedereingliederung von Unfallopfern weiter ausbauen. Bislang ist sie mit ihrer 100-prozentigen Tochter Rehabilitations-Dienst GmbH vor allem für Haftpflichtversicherer tätig, jetzt sollen auch Lebens-und private Krankenversicherungen als Kunden gewonnen werden. Außerdem ist nach dem Aufbau eines entsprechenden Angebots in Österreich und der Schweiz die Ausdehnung auf weitere europäische Märkte geplant.

Im Auftrag der Haftpflichtversicherer unterstützt der Rehabilitations-Dienst Unfallopfer bei der Auswahl geeigneter Therapien, der Beschaffung von Hilfsmitteln oder der Koordinierung der Pflege. Ein zentrales Handlungsfeld ist die Hilfe beim Wiedereinstieg ins Berufsleben. Ziel der Dienstleistung ist, langfristig die Kosten für die Versicherer zu senken. Allein für Personenschäden durch Autounfälle stellen die Haftpflichtversicherer jährlich 6 Mrd. DM an Schadenreserven zurück. Teuer sind beispielsweise lebenslange Rentenzahlungen, wenn das Unfallopfer seinem Beruf nicht mehr nachgehen kann.

Der Rehabilitations-Dienst ist zur strikten Neutralität verpflichtet, sagte Geschäftsführerin Jutta Eich. „Es gibt absolute Datenschutzsicherheit für die Betroffenen.“ Nicht zuletzt um die Unabhängigkeit von der Versicherungsbranche deutlich zu machen, hat die General Cologne Re den Dienst, der 1996 gegründet wurde, Anfang dieses Jahres in eine eigenständige GmbH überführt. Sie erzielte im vergangenen Jahr einen Gewinn von 2 Mio. Euro.

Seit 1996 hat der Rehabilitations-Dienst mehr als 2100 Unfallopfer betreut und ist damit Marktführer in Deutschland. Auch die Bayerische Rück und die Münchener Rück engagieren sich in diesem Gebiet. „Wir haben eine hohe Erfolgsquote. Rund 70 Prozent der eingliederungsfähigen Unfallopfer können wieder arbeiten“, sagte Eich. Zwar haben 70 Prozent der deutschen Haftpflichtversicherer die Dienstleistungen der Kölner Gesellschaft schon mal in Anspruch genommen. Doch die Möglichkeiten des Rehabilitationsmanagements werden noch nicht annähernd ausgeschöpft, glaubt Rainer Isringhaus. Er ist Vorstandsmitglied der General Cologne Re und sitzt im Aufsichtsrat der Gmb H. „Die Inanspruchnahme ist immer noch zögerlich.“ Immerhin können die Versicherungen im Schnitt 20 bis 30 Prozent der Schadenreserven einsparen, schätzt Isringhaus.

Die GmbH werde im nächsten Jahr einen Schwerpunkt auf den Bereich Berufsunfähigkeit legen, kündigte er an. „Wir haben bereits Pilotprojekte mit einzelnen Lebensversicherungen durchgeführt.“

Quelle: Financial Times Deutschland


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