Volksfürsorge beschleunigt Schadensregulierung

Die Volksfürsorge setzt sich selbst unter Druck. Sie zahlt Kunden, die zu lange auf ihr Geld warten müssen, eine Entschädigung. Wer bei der Volksfürsorge Deutsche Sachversicherung einen Schaden in der Auto-Kasko-, privaten Haftpflicht-, Hausrat-, Wohngebäude-oder Glasversicherung meldet, erhält 100 DM, wenn die erste Zahlung nach zehn Tagen noch nicht eingetroffen ist. Die einzige Voraussetzung ist, dass der Kunde die notwendigen Informationen zur Verfügung gestellt hat.

Dieses Garantieversprechen gilt ab dem 1. Juli und ist zunächst auf ein Jahr befristet. „Unser Bestreben ist es, die Schäden möglichst unbürokratisch zu regeln“, sagt der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Volksfürsorge Sach Helmut Kühl. Eine schnelle Regulierung ist ein wichtiger Faktor im Wettbewerb. „In einer Testphase ist die Zahl der Fälle, bei denen nach zehn Tagen gezahlt wurde, von 70 Prozent auf 95 Prozent hochgegangen.“

Schnellere Abläufe soll auch eine neue Struktur in der Verwaltung bringen, kündigt der Vorstandsvorsitzende der Volksfürsorge Joachim Lemppenau an. Die Versicherungsverträge werden nicht mehr nach unterschiedlichen Sparten – etwa Leben, Auto, Haftpflicht – bearbeitet, sondern gegliedert nach Regionen. Außendienstmitarbeiter und Kunden haben in Zukunft feste Ansprechpartner über alle Sparten hinweg. „Das wird uns einen massiven Schritt vorwärts bringen bei der Produktivität und der Schnelligkeit“, erwartet Lemppenau.

Der in den vergangenen Jahren bei der Volksfürsorge erfolgte Abbau der Verwaltung bei gleichzeitigem Ausbau des Vertriebs habe sich bezahlt gemacht, sagt er. „Die Volksfürsorge definiert sich über ihren starken Vertrieb.“ So habe die Sachversicherung im vergangenen Jahr ihr Neugeschäft nach Jahresbeiträgen um immerhin 65,9 Prozent steigern können. In den ersten vier Monaten des laufenden Jahres schnellten die Neugeschäftsbeiträge um weitere 18 Prozent auf 100 Mio. DM in die Höhe.

Über verstärkte Vertriebsanstrengungen und neue Produkte will die Volksfürsorge in diesem Jahr ihren Marktanteil in der Hausrat-und in der Haftpflichtversicherung ausbauen. Im Jahr 2000 lag der Schwerpunkt bei der Autoversicherung. Ihr Anteil solle aber nicht über 40 bis 50 Prozent hinausgehen, sagt Lemppenau. „Wir müssen unseren Spartenmix verbessern, denn mit der Autoversicherung allein kann man kein Geld verdienen.“

Quelle: Financial Times Deutschland


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