Vertriebspartner der Aspecta unter Betrugsverdacht

Lebensversicherer befürchtet Schaden von bis zu 15 Mio. Mark

Von Herbert Fromme, Köln Wegen des Verdachts auf Betrug gegen Makler, die für den Hamburger Lebensversicherer Aspecta Geschäfte vermittelt haben, ermittelt die Staatsanwaltschaft Berlin. Die Aspecta ist eine Tochter des Haftpflichtverbandes der Deutschen Industrie (HDI) in Hannover.

Die Vermittler sollen langlaufende Lebensversicherungen mit Jahresbeiträgen in Millionenhöhe vermittelt haben, die möglicherweise unecht waren und für die sie entsprechend hohe Provisionen kassierten. Wegen der großen Summen tauchte bei der Staatsanwaltschaft zunächst der Verdacht der Geldwäsche auf. Schon im Juni durchsuchte sie deshalb die Aspecta-Büros, wie HDI-Chef Wolf Dieter Baumgartl bestätigte. „Allerdings hat es nie Ermittlungen gegen Mitarbeiter oder Vor-stände der Aspecta gegeben“, sagte er. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft nicht mehr wegen Geldwäsche, sondern interessiert sich vor allem dafür, ob die Versicherungsabschlüsse echt waren oder ob möglicherweise Betrug vorliegt.

Die Aspecta nahm gerne die ungewöhnlich hohen Verträge an. Sie erlebte aber eine böse Überraschung, als die Beitragszahlungen für einige Policen ausblieben. Das Unternehmen forderte Provisionen in Millionenhöhe zurück. Wie üblich, hatten die Makler Sicherheiten gestellt. Allerdings zeigte sich, dass die in diesem Fall wenig wert waren. „Da gab es Sachverständigengutachten über den Wert von Grundstücken, die einfach unrichtig waren“, sagte Baumgartl. Im ganzen befürchtet er Forderungsausfälle in Höhe von knapp 15 Mio. DM. Allerdings sei der Schaden durch eine Kautionsversicherung gedeckt. Personelle Konsequenzen bei der Aspecta soll es nicht geben, sagte der HDI-Chef.

Quelle: Financial Times Deutschland


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