Provinzial-Versicherer verkaufen ihre Anteile an der Europa Rück

General Cologne Re übernimmt · Verzahnung in London

Von Herbert Fromme, Köln Die beiden öffentlichen Versicherer Provinzial Münster und Provinzial Düsseldorf haben ihre Anteile an dem Rückversicherer Europa Rück verkauft. Nach Informationen der Financial Times Deutschland wurden sie vom Mehrheitsaktionär Kölnische Rückversicherung übernommen. Die Kölnische Rück gehört zur Gruppe General Cologne Re/Berkshire Hathaway in den USA. Ein Sprecher bestätigte den Ankauf der Minderheitsanteile. Den Preis wollte er nicht nennen.

Der Verkauf soll mit der Hauptversammlung im August rückwirkend zum 1. Januar 2002 abgewickelt werden. Die beiden Provinzial-Gesellschaften hielten jeweils acht Prozent an der Europa Rück. Ein Prozent liegt noch bei der Französischen Mutuelle Assurance Arisanale de France (MAAF) in Niort, die Kölnische Rück besitzt 83 Prozent.

Mit dem Verkauf endet eine wichtige Episode in der Geschichte der Europa Rück. Sie war 1947 von deutschen und französischen Versicherern gegründet worden, um der deutschen Seite den Zugang zu Rückversicherungskapazität zu erleichtern. Aktiv war das Unternehmen damals aber nur bis Ende der 50er Jahre. 1963 wurde es von der Kölnischen Rück vollständig übernommen und zwei Jahre später stillgelegt.

Die Wiederbelebung 1990 hatte eigentlich den Zweck, mittelgroßen Versicherern in Europa über Ländergrenzen hinweg eine Plattform für Rückversicherung und Produktaustausch zu bieten. Allerdings blieb es bei den Beteiligungen der drei heutigen Minderheitsaktionäre. Mehrere eigentlich interessierte Partner wurden wegfusioniert, bevor sie sich der Europa Rück anschließen konnten.

Mit der Übernahme der Anteile zieht die General Cologne Re einen Schlussstrich unter diesen Versuch. Die Europa Rück, mit 147 Mio. Euro Prämien im Jahr 2000 eher ein kleinerer Rückversicherer, wird noch stärker in die so genannte Maklerplattform der General Cologne Re in London eingebunden. Eine Fusion mit der dort aktiven Konzerngesellschaft Faraday sei aber zur Zeit nicht geplant, sagte der Sprecher. Der frühere Europa-Rück-Vorstandsvorsitzende Rolf Tolle ist seit Oktober 2001 Chef der Faraday-Gruppe. Zu ihr gehören das Lloyd’s-Syndikat Faraday Underwriting sowie die Faraday Re, früher Cologne Re UK.

Zitat:

„Eine Fusion mit der Londoner Tochter ist nicht geplant“ – Unternehmenssprecher.

Quelle: Financial Times Deutschland


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