Baisse und Flut verhageln Bilanz der Nürnberger

Hohe stille Lasten deuten auf schwieriges Jahr 2003 hin

Von Herbert Fromme, Köln Die Nürnberger Versicherungsgruppe hat einen Konzernverlust von 28 Mio. Euro für das Jahr 2002 gemeldet. Im Jahr zuvor hatte sie noch einen Gewinn von 26 Mio. Euro erzielt. Zwei Faktoren trafen die Gruppe: Sie schrieb wegen der schlechten Börsensituation rund 50 Mio. Euro auf Aktien ab und musste 48 Mio. Euro für Sturm-und Flutschäden aufwenden.

Die vergleichsweise geringen Abschreibungen haben der Nürnberger ein Problem für 2003 hinterlassen: Ende Februar betrugen ihre stillen Lasten stolze 618 Mio. Euro – die Gruppe hatte Aktien zu einem Wert in den Büchern, der weit über dem Marktwert lag.

Wenn sich die Aktienmärkte nicht kräftig erholen, wird die Gruppe das meiste davon Ende 2003 abschreiben müssen. Die Nürnberger verweist auf stille Reserven in Höhe von 720 Mio. Euro bei anderen Kapitalanlagen, vor allem festverzinslichen Wertpapieren. Von den Konsequenzen der Abschreibungen auf Aktien befreit sie das nicht.

Konzernchef Günther Riedel verband deshalb auch die Erwartung, 2003 zum Gewinn zurückzukehren, mit zwei Bedingungen: der Erholung der Kapitalmärkte und dem Ausbleiben von Naturkatastrophen.

Mit dem Wachstum ist das Unternehmen zufrieden, obwohl die Bruttobeiträge nur um 2,8 Prozent auf 2,7 Mrd. Euro stiegen – deutlich weniger als die vier Prozent Zuwachs des Vorjahres. Die Lebensversicherung legte um 3,3 Prozent auf 1,8 Mrd. Euro zu, die Schadenversicherung nur um 1,0 Prozent auf 838 Mio. Euro und die noch kleine Krankenversicherung um 13,1 Prozent auf 70 Mio. Euro.

Quelle: Financial Times Deutschland


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