Versicherer wollen mit Auffanglösung Mannheimer retten

Assekuranz fürchtet Imageschaden bei Kollaps “ Vorstandschef Schreiber dagegen optimistisch

Von Herbert Fromme, Mannheim Führende deutsche Versicherungsmanager und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) suchen nach einer Auffanglösung für die von hohen Verlusten in ihrem Aktienportfolio gebeutelte Mannheimer Lebensversicherung. Nach FTD-Informationen soll in wenigen Tagen ein Spitzentreffen in Frankfurt stattfinden. „Ein Kollaps der Gesellschaft hätte einen großen Imageschaden für die gesamte Branche zur Folge“, sagte ein Manager.

Die Mannheimer hatte im vergangenen Jahr 114 Mio. Euro auf Aktien abschreiben müssen. Außerdem hat sie weitere Wertberichtigungen von 216 Mio. Euro aufgeschoben, also stille Lasten gelegtEuro – und das bei einem Gesamtumsatz von 344 Mio.Euro. Die Konzernmutter Mannheimer AG Holding hatte bereits 2002 knapp 90 Mio.Euro einschießen müssen, um den Kollaps zu verhindern.

Diskutiert werden zwei Auffangmodelle, die für die Mannheimer-Kunden jeweils ohne negative Folgen blieben: Entweder geht der Bestand an den Spezialversicherer Protektor über, der von allen Lebensversicherern speziell für Notfälle gegründet wurde. „Das will die Branche aber vermeiden“, hieß es. Deshalb werde eine andere Auffanglösung wie der Einstieg großer Versicherungskonzerne angestrebt. Die Garantiezinsen von 3,25 bis 4 Prozent seien aber in jedem Fall sicher. Mehr zahlt die Mannheimer ohnehin nicht.

Auch Konzernchef Hans Schreiber will rasch handeln. Er glaubt aber, dass eine Lösung „innerhalb weniger Wochen“ durch Verkauf, Teilverkauf, Kapitalerhöhung der bestehenden Aktionäre oder eine Mischung aus allem gefunden werden kann.

Die Kapitalerhöhung müsste Experten zufolge im dreistelligen Millionenbereich liegen. Größter Aktionär mit 12,9 Prozent ist die österreichische Uniqa, die ihre prinzipielle Bereitschaft bereits erklärt hat. Die Münchener Rück hält zehn Prozent, äußerte sich aber nicht. Sechs weitere Erst-und Rückversicherer halten je knapp fünf Prozent. Sie haben kaum Interesse an einer Kapitalerhöhung.

Weiterer Bericht Seite 22.

Quelle: Financial Times Deutschland


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