Schinzler knüpft Hilfe an Bedingungen

Mannheimer Versicherung

Wenn ein tragfähiges Konzept vorliege, werde sich die Münchener Rück an Kapitalmaßnahmen für die Mannheimer Versicherungsgruppe im Rahmen ihrer Quote beteiligen, sagte Konzernchef Hans-Jürgen Schinzler am Mittwoch. Der Rückversicherer hält zehn Prozent an der angeschlagenen Mannheimer. Das Unternehmen sucht dringend einen starken Partner, frisches Kapital oder beides. Sonst kann der Lebensversicherer wegen sehr hoher Verluste aus Aktienanlagen das Jahr 2003 nicht überstehen. Die Münchener Rück ist der zweitgrößte Aktionär, die Uniqa in Wien hält 13 Prozent, sechs weiteren Versicherern und Rückversicherern gehören jeweils unter fünf Prozent. Münchener-Rück-Manager erklärten, nur bei einem tragfähigen Konzept werde sich das Unternehmen an Kapitalmaßnahmen beteiligen. „Bisher liegt ein solches Konzept nicht vor.“ Zu Spekulationen, nach denen sich die zur Münchener Rück gehörende Karlsruher-Gruppe an der Mannheimer beteiligen will, wollte sich das Unternehmen nicht äußern. Pläne für einen Verbund von Mannheimer, Karlsruher und der Stuttgarter W&W-Gruppe hatte Mannheimer-Chef Hans Schreiber im Vorjahr erfolglos lanciert.

Gespräche der Finanzaufsicht BaFin mit mehreren Versicherern blieben bisher ohne Ergebnis. Sollte Schreiber nicht bald eine Lösung präsentieren, droht die Einsetzung eines Beauftragten durch die Finanzaufsicht, der die Funktionen des Vorstands der Mannheimer Leben wahrnimmt. Als letztes Mittel könnte die Aufsicht verfügen, dass die Bestände an den von der Branche für solche Notfälle gegründeten Versicherer Protektor übertragen werden.

Herbert Fromme .

Quelle: Financial Times Deutschland


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