ING will US-Aktivitäten reduzieren

Interesse von Hannover Rück an Lebens-Rückversicherung

Von Herbert Fromme, Köln Der Finanzkonzern ING will nach Informationen aus Branchenkreisen sein Lebens-Rückversicherungsgeschäft in den USA verkaufen. Dabei gehe es nicht um den Verkauf einer Gesellschaft, sondern eines Portefeuilles. Die Investmentbank Lehman Brothers sei mit der Suche nach einem Käufer beauftragt worden. ING wollte die Informationen nicht kommentieren.

Zu den möglichen Käufern zählen nach Medienberichten die Finanzgruppe Berkshire Hathaway, zu der auch die Gen Re gehört, MetLife Reinsurance, Swiss Re, Münchener Rück und Hannover Rück. Swiss Re und Münchener Rück nahmen nicht Stellung. Die Hannover Rück habe mehrfach ihr Interesse an Übernahmen im Bereich Personen-Rückversicherung erklärt, sagte eine Sprecherin. „Man kann davon ausgehen, dass wir gefragt werden.“ Sehr wahrscheinlich werden alle Kandidaten einen Blick auf das angebotene Portefeuille werfen – auch um neue Erkenntnisse über einen Wettbewerber zu gewinnen.

ING hatte die Lebens-Rückversicherung im Jahr 2000 mit der Übernahme der Finanzgruppe Reliastar gekauft, aber nie als Kernbereich betrachtet. In der Branche werden Analystenschätzungen, nach denen der Verkauf mehr als 1 Mrd. $ einbringen könnte, mit Vorsicht betrachtet.

Lebens-Rückversicherungsverträge sind lang laufende Abschlüsse, mit denen sich Erstversicherer gegen Großschäden durch Katastrophen wie Epidemien und Flugzeugabstürze sowie Änderungen in Sterblichkeitswahrscheinlichkeiten absichern. Die meisten Verträge enthalten auch ein Element der Finanzierung. Der Rückversicherer beteiligt sich an den Kosten für den Policenverkauf und erhält Zinsen.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv, RTF Import