Eureko streitet für PZU-Mehrheit notfalls vor Gericht

Polnische Versicherungsaufsicht verbietet Übernahme

Von Herbert Fromme, Köln Die niederländische Versicherungsgruppe Eureko will ihren seit 2001 bestehenden Anspruch auf die Übernahme der Mehrheit am staatlichen polnischen Versicherer Powszechny Zaklad Ubezpieczen (PZU) notfalls vor Gericht durchsetzen. „Wir werden jetzt erneut einen Antrag auf die Übernahme stellen, und wenn der wieder abgelehnt wird, werden wir den Rechtsweg einschlagen“, sagte eine Eureko-Sprecherin.

Am Freitag hatte die polnische Versicherungsaufsicht KNUiFE die Übernahme von weiteren 21 Prozent durch Eureko untersagt. „Eureko konnte nicht nachweisen, dass es ausreichende Mittel für den Erwerb der PZU-Aktien hat“, hieß es in einer Stellungnahme.

Eureko hält seit 1999 zusammen mit der polnischen Millennium-Bank 31 Prozent am Marktführer PZU mit dem Ziel der Mehrheitsübernahme. 2001 hatte die damalige Regierung zugestimmt, weitere 21 Prozent an Eureko zu verkaufen. Aber seit 2002 versuchen nachfolgende Regierungen in Warschau, den Vertrag zu torpedieren. Jetzt hat die neu eingerichtete Finanzaufsicht die Übernahme blockiert. In London läuft bereits ein Schlichtungsverfahren, das Eureko gegen die polnische Regierung angestrengt hat, weil Warschau den Börsengang der PZU immer weiter hinauszögert.

Die Eureko-Sprecherin sagte, die Begründung der Ablehnung sei vorgeschoben. „Natürlich haben wir das Geld nicht fünf Jahre auf dem Konto herumliegen lassen, bis die polnische Regierung uns endlich den Zukauf erlaubt, sondern sinnvoll angelegt“, sagte sie. Der Versicherer könne selbstverständlich für die Transaktion zahlen. „Alle anderen Behauptungen sind absurd. Wir haben in den letzten Monaten sehr große Deals abgeschlossen.“ Eureko vermutet, dass die polnische Regierung die Privatisierung bewusst verzögert, um den Konzern zum Rückzug zu bewegen.

Quelle: Financial Times Deutschland


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