Agentur Fitch legt Q-Rating im Februar vor

Umstrittene Bewertung verunsichert Assekuranz

Von Herbert Fromme, Köln Die internationale Rating-Agentur Fitch will nach Angaben eines Sprechers ihr umstrittenes Q-Rating aller deutschen Versicherer in der zweiten oder dritten Februarwoche veröffentlichen. Vorher sollen die Versicherer aber Zusatzdaten liefern können, um ihr Rating zu verbessern.

„Wir werden in dieser Woche allen Unternehmen, von denen wir ein Q-Rating veröffentlichen wollen, die Rohdaten übersenden, auf deren Grundlage wir arbeiten“, sagte ein Fitch-Sprecher. Die Versicherer hätten dann die Möglichkeit, auch interne Daten zu übermitteln, um das Urteil zu korrigieren. Diese internen Daten werde Fitch für sich behalten.

Die Q-Ratings (Quantitative Finanzstärke-Ratings) beruhen allein auf öffentlich zugänglichen Informationen, vor allem aus den Geschäftsberichten. Sie haben erhebliche Unruhe in der Assekuranz ausgelöst. Die Gesellschaften fürchten, dass sich eine weniger gute Beurteilung negativ auf den Verkauf auswirkt. Die Versicherer kritisieren die Fitch-Methode. Sie werfen der Agentur außerdem vor, mit dem Massenrating auf Basis öffentlicher Daten Druck in Richtung eines bezahlten Ratings auszuüben.

Bei diesem beziehen die Agenturen Hintergrundinformationen aus Managementgesprächen ein. Sie kosten laut Fitch 40 000 Euro bis 50 000 Euro pro Jahr. Unternehmen sprechen von höheren Beträgen. Bisher werden elf deutsche Versicherer auf diese interaktive Weise von Fitch bewertet.

Die Agentur wollte ihr Q-Rating im Dezember veröffentlichen, verschob das Vorhaben aber nach heftiger Kritik. In der kommenden Woche will Fitch seine Methode erläutern.

Quelle: Financial Times Deutschland


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