Allianz einigt sich mit rebellischen Vertretern

Die Allianz Versicherung hat sich nach Informationen der FTD am Freitag weitgehend mit den Vertretervereinigungen im Disput um die neue Billigpolice in der Autoversicherung geeinigt. Der Konzern wird wie geplant zum 1. September neben seiner regulären Autoversicherung, die um einige Merkmale erweitert wird, eine günstigere „Kompakt“-Linie anbieten. Auch beim geplanten Internet-Abschluss zu noch niedrigeren Preisen bleibt es. Allerdings musste die Allianz bei der Provisionshöhe für die neuen Billigpolicen weit reichende Zugeständnisse machen.
Ursprünglich wollte die Allianz für die neue Zweitlinie nur die Hälfte der Standardprovision zahlen. Diese Absenkung sei weitgehend zurückgenommen worden, hieß es in Vertreterkreisen. Das Unternehmen wollte nicht Stellung nehmen. Die Gespräche seien noch nicht abgeschlossen, hieß es.
Die Allianz hatte am 8. Juni die neue Politik bekannt gegeben. Dagegen hatten die regionalen Vertreterverbände der Allianz massiv protestiert und unter anderem damit gedroht, den Verkauf von Bankkonten und Kreditkarten – ein Prestigeprojekt von Konzernchef Michael Diekmann – einzustellen. Die Gruppe hat 11 400 Vollzeit- und 40 000 Teilzeitvertreter in Deutschland.
Die Vertreter beklagten, damit habe die Allianz die Zusage nicht eingehalten, keinen Direktversicherer gegen den Außendienst zu positionieren und Vereinbarungen zum Internet gebrochen.
Der Versicherer ist mit rund 8,8 Millionen versicherten Fahrzeugen Marktführer. Nach jahrelangen hohen Verlusten in Folge eines 1997 von Gothaer und Allianz gestarteten Preiskriegs haben die Versicherer im Autogeschäft seit zwei Jahren ordentliche Gewinne eingefahren. Dabei musste die Allianz allerdings weitere Marktanteilsverluste hinnehmen. Deshalb senkte sie schon im September 2004 gegen den Trend die Preise und zielte mit Sonderangeboten für Beamte und den öffentlichen Dienst auf die Kundenbasis des Marktzweiten HUK-Coburg, der seit Jahren kräftig wächst und 7,2 Millionen Fahrzeuge versichert hat.

Quelle: Financial Times Deutschland


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