GTJA Allianz weitet Fondsgeschäft in China aus

Das chinesische Fondshaus GTJA Allianz befindet sich auf Expansionskurs. Der dritte Investmentfonds, mit dem das Unternehmen gerade auf den Markt gegangen ist, richtet sich ausschließlich an Privatleute. Wichtigster Vertriebspartner ist die staatliche Industrial and Commercial Bank of China (ICBC).
GTJA-Chef Hsien Chiang sieht gewaltige Wachstumschancen. „Den Fondsmarkt gibt es erst seit 1998“, sagte er im FTD-Interview. „Der Markt ist riesig nach oben gegangen. Wir haben jetzt rund 300 Mrd. Yuan, das sind rund 30 Mrd. Euro, im Fondsbestand in China. Das sind etwa 16 Prozent des Free Floats der Marktkapitalisierung an den Börsen Chinas.“ GTJA Allianz hat davon rund 10 Mrd. Yuan im Bestand. Das Unternehmen ist ein Joint Venture zwischen dem mehrheitlich staatlichen Wertpapierhaus Guotai Jun’an (GTJA) und der Allianz. Zu den ausländischen Konkurrenten gehören AIG, Deutsche Bank, ING, BNP Paribas und Invesco.
Das Joint Venture vertreibt die Fonds auch über die 112 Filialen der GTJA, einige kleine Regionalbanken und 13 Wertpapierhäuser. Aber die Masse kommt von ICBC. „Beim ersten Fonds haben wir 8000 Filialen benutzt. Beim zweiten waren es 14 000“, sagte Hsien Chiang.
Der erste, 2003 auf den Markt gebrachte Fonds kam auf 3,5 Mrd. Yuan, der zweite innerhalb von drei Wochen auf 8,3 Mrd. Yuan. Jetzt schmelzen die Fonds ab. „Es gibt nur vier Banken, die Fonds über ihre China-weiten Vertriebskanäle verkaufen. Aber es gibt 45 Anbieter. Da gibt es fast jeden Monat einen Launch“, sagte er. Die Rückgabequote betrage im Schnitt 40 Prozent pro Jahr. Angesichts dessen halten sich die Fonds der GTJA Allianz gut. Der erste liege jetzt bei 1,5 Mrd. Yuan, der zweite bei 7,4 Mrd. Yuan.
Die Banken verdienen besonders gut am Neugeschäft. „Der Ausgabeaufschlag beträgt 1,5 Prozent. Davon erhält die Bank 90 Prozent und wir erhalten 10 Prozent“, sagte Hsien Chiang. Von der laufenden Verwaltungsgebühr von1,5 Prozent des Bestands gehen 90 Prozent an GTJA Allianz, an die Bank 10 Prozent.

Quelle: Financial Times Deutschland


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