Proteste gegen Sparpläne des Ergo-Konzerns

Unternehmen will 1000 Stellen im Vertrieb abbauen

Von Herbert Fromme, Köln Mit einer Protestaktion vor der Düsseldorfer Zentrale des Ergo-Konzerns haben gestern mehrere Hundert Versicherungsangestellte auf Pläne zu Stellenstreichungen und den Stillstand bei den Tarifverhandlungen reagiert. Die Aktion organisierte die Gewerkschaft Verdi.

Die Konzerngesellschaft Hamburg-Mannheimer plant nach eigenen Angaben die Streichung von 1000 der 1400 festen Stellen bei den Vertriebssträngen Stammorganisation und Deutsche Anwalt- und Notarversicherung (DANV). Ende Oktober hatte das Unternehmen sich noch geweigert, zu entsprechenden Berichten Stellung zu nehmen. Es handele sich überwiegend um angestellte Verkäufer, sagte ein Sprecher. „Den meisten Betroffenen wurden Stellen als selbstständige Vertriebsmitarbeiter angeboten.“

Er bestätigte einen Bericht des „Handelsblatts“, laut dem der Ergo-Konzern, der zur Münchener Rück gehört, bis 2008 jährliche Kostensenkungen von 200 Mio. Euro erreichen will. Die Assekuranz befindet sich im Umbruch. Mit Einsparungen und Veränderungen in den Vertriebsstrukturen reagieren die traditionell arbeitenden Gesellschaften auf Marktanteilsgewinne von Unternehmen wie HUK Coburg oder HDI, die mit deutlich geringeren Kostensätzen auskommen. Axa und Allianz wollen ihre Vertriebe in separate Firmen ausgründen. Die Allianz strukturiert ihr Deutschlandgeschäft um.

Quelle: Financial Times Deutschland


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