Abflüsse treffen weiteren Fonds der Deutschen Bank

Hohe Liquidität sichert jedoch Handel mit Anteilen

Von Angela Maier, Frankfurt,und Herbert Fromme, Köln Die Schließung des offenen Immobilienfonds Grundbesitz-Invest durch die Deutsche Bank hat den Schwesterfonds Grundbesitz-Global erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Obwohl dieser Fonds nicht auf dem schwierigen deutschen Büro- und Gewerbeimmobilienmarkt investiert ist, haben dessen Anleger nach FTD-Informationen in den vergangenen zwei Wochen 500 Mio. Euro abgezogen.

Die Krise um Grundbesitz-Invest trifft auch Kunden von Lebensversicherern. Nach Berechnungen des Branchendienstes Map-Report liegen rund 3,5 Millionen Anteilsscheine mit einem Wert von 142 Mio. Euro in den Portfolios von Fondspoliceninhabern. Allein bei dem zur Zurich-Gruppe gehörenden Deutschen Herold – früher Tochter der Deutsche Bank und weiterhin ihr Versicherungspartner – seien es 1,44 Millionen Stück für 59 Mio. Euro. Zusätzlich dürften Lebensversicherer auch auf eigene Rechnung investiert haben. Damit sind deutlich mehr als die 300 000 von der Bank genannten Anleger betroffen.

Dass der Grundbesitz-Global ins Wanken gerät, ist trotz der Abflüsse nicht absehbar. An eine Schließung des Fonds werde „überhaupt nicht gedacht“, sagte ein Sprecher der DB Real Estate. „Das Fondsmanagement geht weiter von einer guten Performance aus.“ Der globale Fonds verfügt mit einer Liquiditätsquote von 27 Prozent des Fondsvolumens über einen sehr hohen Kassenbestand, die gesetzliche Mindestliquidität beträgt fünf Prozent. Der Grundbesitz-Global ist mit 3,66 Mrd. Euro per Ende September kleiner als der Grundbesitz-Invest mit 6 Mrd. Euro. Diesen Fonds mit Investitionsschwerpunkt in Deutschland hatte die Bank am 13. Dezember geschlossen, um eine Neubewertung aller Objekte abzuwarten. Bis dahin bleiben die Anleger auf ihren Anteilen sitzen – und müssen danach voraussichtlich den größten Teil einer millionenschweren Abwertung tragen.

Zitat:

„Das Management geht von einer guten Performance aus“ – DB Real Estate –

Quelle: Financial Times Deutschland


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