Ängste über Gewinnziel drücken Allianz

Analysten sehen Spekulationen gelassen

Von Angela Maier, Frankfurt,und Herbert Fromme, Köln Ä ngste um eine bevorstehende Senkung der Gewinnprognosen haben am Donnerstag den Kurs der Allianz-Aktie gedrückt. Das Papier gab um ein Prozent auf 150,50 Euro nach. „Die Allianz hat sich noch nicht zu etwaigen Belastungen aus der US-Hypothekenkrise geäußert“, sagte ein Händler. „Einige Anleger fürchten, dass sie etwas verstecken könnte.“ Allianz-Finanzchef Helmut Perlet hatte am 4. August gesagt, dass der theoretische Abwertungsbedarf auf das 1,7 Mrd. Euro schwere Portfolio von Immobilienkrediten zweitklassiger Bonität (Subprime) an diesem Tag rund 100 Mio. Euro betragen habe. Seither haben sich die Marktpreise für Subprime-Engagements deutlich verschlechtert. Mit 1,6 Mrd. Euro liegt fast das ganze Portfolio bei der Dresdner Bank. Euro

In Unternehmenskreisen hieß es, bei den 100 Mio. Euro werde es nicht bleiben. Die Konzernziele für den operativen und den Nettogewinn seien aber nicht gefährdet. Zuletzt hatten Perlet und Vorstandschef Michael Diekmann am 4. Oktober auf einer Investorenkonferenz bei Merrill Lynch in London die Ziele bekräftigt. Der Konzern will 2007 8 Mrd. Euro nach Steuern verdienen.

Die Sorge am Donnerstag an den Aktienmärkten entsprang teilweise der Entwicklung bei eben dieser Bank. Merrill Lynch hatte am Vortag mit fast 8 Mrd. $ schweren Abschreibungen auf Engagements in Subprime und weiteren Kreditpositionen die Märkte abermals verunsichert. Dazu kamen Äußerungen der Dresdner, dass sie einen Einstieg bei dem von US-Instituten geplanten Rettungsfonds für bestimmte Kreditvehikel, Structured Investment Vehicles (SIV), prüfe. „Das wurde interpretiert, dass die Dresdner mit ihrem SIV Probleme haben könnte“, so ein Händler.

Die Dresdner managt das SIV K2 im Volumen von 19 Mrd. Euro. Laut Finanzkreisen ist das Risiko begrenzt, zumal K2 kein Subprime enthalte: Sie habe dort 70 Mio. Euro Eigenkapital investiert und eine Kreditlinie von 150 Mio. Euro ausstehen. 98 Prozent des Portfolios hätten die besten Bonitätsnoten „AA“ und „AAA“.

So blieben die Analysten am Donnerstag gelassen. „Ich erwarte weiter, dass die Allianz ihre Ziele erreicht“, sagte JP-Morgan-Analyst Michael Huttner. Unicredit-Analyst Lucio di Geronimo, sieht durch die Kreditkrise bei der Dresdner insgesamt eine Maximalbelastung von 0,5 Mrd. Euro.

Quelle: Financial Times Deutschland


Kategorien: Archiv 2006-2012

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