Cyber wird größtes Unternehmensrisiko

Cybervorfälle haben Betriebsunterbrechungen als wichtigstes Risiko für Unternehmen weltweit abgelöst. Das hat die Studie „Allianz Risk Barometer 2020“ des Allianz-Industrieversicherer AGCS ergeben. Auch die Furcht vor Feuer und Explosionen, dem Fachkräftemangel oder Naturkatastrophen wiegt weltweit nicht so schwer wie die Sorge um Cyberkriminalität, IT-Ausfälle und Datenschutzverletzungen. Bei den Unternehmen in Deutschland sieht die Lage allerdings etwas anders aus.

AGCS verteidigt Vorgehen bei Silent Cyber

Der Industrieversicherer Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS) prüft seine Versicherungsverträge zurzeit auf Silent Cyber-Risiken. Darunter versteht die Branche versteckte Cyberrisiken, die nicht explizit in der Policen erwähnt werden. Kunden sollen danach erfahren, ob diese Risiken in Zukunft von ihren Verträgen gedeckt werden oder nicht. Andere Industrieversicherer gehen ähnlich vor. Das sorgt bei der Industrie für Unverständnis. AGCS-Cyberexperte Jens Krickhahn hat das Vorgehen der Branche jetzt auf einer Konferenz des Gesamtverbands der versicherungsnehmenden Wirtschaft in Köln verteidigt. Die Risiken hätten sich in den vergangenen 25 Jahren deutlich verändert.

Durchatmen im Goldrausch

 The Long View – Der Hintergrund  60 Prozent aller Cyberattacken lassen sich im Ursprung auf Teile der Lieferketten zurückverfolgen; in 92 Prozent der Fälle sind kleine Unternehmen dafür verantwortlich. Kein Wunder, dass deutsche Unternehmer neben Cybervorfällen Betriebs- und Lieferkettenunterbrechungen als größte Gefahren für ihr Geschäft ansehen und verstärkt Versicherungsschutz nachfragen. Die meisten Versicherer agieren vorsichtig, gleichwohl treibt die Goldgräberstimmung im noch jungen Cyberversicherungsmarkt mitunter auch zweifelhafte Produktblüten. Auf dem Weg zum Cybermassenmarkt sind für Kunden und Versicherer gleichermaßen tragfähige Konzepte gefordert.

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