Von Konsolidierung im großen Stil noch weit entfernt

Um 26 Prozent ist die Zahl der Lebensversicherer in Deutschland zwischen 2004 und 2024 zurückgegangen. Von einer Konsolidierung im großen Stil, die man dahinter vermuten würde, könne allerdings keine Rede sein, sagte Matthias Wolf, Professor an der TH Köln, auf dem SZ-Versicherungstag. Seiner Ansicht nach wird künstliche Intelligenz in der Branche neben der zunehmenden Regulierung aber für Konsolidierung sorgen – auf die eine oder andere Art und Weise.

Value for Money: Armutszeugnis für die Branche?

Das Thema Value for Money spielt für Lebensversicherer eine immer größere Rolle. Wie schwierig die Umsetzung ist, zeigt sich schon bei der Übersetzung ins Deutsche. So spricht die BaFin von Kundennutzen. Was genau das sein soll und ob nicht doch andere Begriffe besser passen würden, war Thema einer Veranstaltung an der TH Köln – die wegen der verschiedenen Definitionen hoch her ging.

Lebensversicherer wollen klare Ansagen aus der Politik

Es läuft nicht gut für die Lebensversicherer, das Geschäft stagniert seit Jahren. Mangelnde politische Klarheit und ein Vertrauensverlust der Bevölkerung gegenüber den Anbietern sind dafür wichtige Gründe. So sahen es Clemens Vatter (Bild links), Lebenvorstand bei der Signal Iduna, und SPD-Politikerin Lena Tenschlade auf dem Zukunftskongress Altersvorsorge des Versicherungsmonitors. Wenn es keine Planungssicherheit von Seiten der Politik gibt, können die Anbieter nichts entwickeln, und die Menschen verschieben die private Altersvorsorge lieber auf später.

„Noch keine branchenweite KI-Strategie erkennbar“

 Dossier – KI in der Praxis  Viele vereinzelte Anwendungsfälle, aber noch keine branchenweite Strategie – so beurteilen Matthias Wolf (links) und Simon Heetkamp, Professoren am Institut für Versicherungswesen an der TH Köln, den aktuellen Stand der deutschen Versicherungsbranche beim Thema künstliche Intelligenz (KI). Im Interview mit dem Versicherungsmonitor erläutern die beiden Experten, in welchen Bereichen die KI bereits Anwendung findet und wo noch nicht – und welche Rolle die Regulatorik dabei spielt.

Noch eine Chance für Riester

Dass mit dem Aus der Ampel-Koalition die langersehnte Reform der privaten Altersvorsorge auf Eis liegt, hat zu großer Ernüchterung geführt. Matthias Wolf, Professor an der TH Köln, kann dem allerdings etwas Positives abgewinnen: Die Politik bekommt dadurch eine weitere Chance für die Überarbeitung der Riester-Rente, ohne die Fehler zu wiederholen, die seiner Meinung nach auch noch in der Reform der Ampel-Koalition enthalten waren. Wolf plädiert dafür, dass die Förderung künftig ausschließlich über Zulagen erfolgt.

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