Die gesetzliche Pflegeversicherung steckt tief in den roten Zahlen. In den kommenden Jahren zeichnen sich Milliardenlücken ab. Nur mithilfe von Bundesdarlehen gelingt es ihr, eine schwarze Null zu erreichen. Die privaten Krankenversicherer (PKV) schlagen ein drei Punkte umfassendes Sofortprogramm vor, um das Defizit zu begrenzen. Von den Vorschlägen der Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Reform der gesetzlichen Pflegeversicherung halten sie dagegen wenig.
Archiv ‘Beitragsstabilität’
Morgen & Morgen: PKV-Beiträge steigen leicht
Das Analysehaus Morgen & Morgen sieht einen leichten Anstieg der Beiträge im Neugeschäft mit privaten Krankenvollversicherungen. Laut dem aktuellen Beitragsstabilitäts-Rating des Unternehmens ist das Prämienniveau 2022 im Schnitt um 2,07 Prozent gestiegen. Das sei vor allem dem medizinischen Fortschritt und der Alterung der Bestände geschuldet. Einen Zusammenhang zur steigenden Inflation und der Corona-Pandemie sehen die Analysten noch nicht. Das kann sich aber ändern.
Mehr Wettbewerb und Kooperationen in der PKV
Um sich im Wettbewerb zu profilieren, setzen private Krankenversicherer (PKV) vor allem auf den Kundenservice und die Beitragsstabilität. Der Preis spielt dagegen für die meisten nur eine untergeordnete Rolle. Das zeigt eine aktuelle Studie des Beratungsunternehmens Deloitte zur Zukunft der Branche. Einig sind sich die Unternehmen darin, dass Digitalisierung und Kooperationen künftig eine wichtige Rolle spielen werden. Während alle großes Wachstumspotenzial in der Zusatzversicherung sehen, ist das in der betrieblichen Krankenversicherung bei 81 Prozent und in der Vollversicherung bei 68 Prozent der Fall.
Eher moderate Beitragsentwicklung in der PKV
Die privaten Krankenversicherer haben in den vergangenen 15 Jahren die Beiträge in der Vollversicherung für Angestellte im Schnitt um 3,7 Prozent im Jahr angehoben. Bei Beamten waren es 2,8 Prozent. Das geht aus dem neuen Rating zur privaten Krankenversicherung des Map-Reports hervor. Einbezogen in die Erhebung waren 17 PKV-Anbieter, die rund zwei Drittel des Marktes repräsentieren. Einige relevante Krankenversicherer fehlen. Gesamtsieger ist die Debeka, vor Signal und Provinzial.



