Versicherer achten mittlerweile in fast allen Geschäftsbereichen sehr genau auf ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance). Das zeigt eine Umfrage des österreichischen Maklers und Risikoberaters Greco. Allerdings gibt es große Unterschiede zwischen den Bereichen. Bei Klimarisiken setzten vier von fünf Versicherern auf moderne Modellierungstechniken, um Präventionsmaßnahmen zu fördern. Allerdings erfassen nur etwa 20 Prozent spezifische ESG-Daten von versicherten Unternehmen.
Archiv ‘NFRD’
Ungeliebte Nachhaltigkeitsberichte
Analyse Die Nachhaltigkeitsberichterstattung soll zur grünen Transformation der Wirtschaft beitragen. Aber die Versicherungsbranche warnt vor einer Überforderung. Der Finanzchef des Rückversicherers Munich Re Christoph Jurecka kritisiert die europäischen Standards für Nachhaltigkeitsberichterstattung als sehr detailliert, die Relevanz der abgefragten Informationen sei teils zweifelhaft. Der Versicherungsanalyst Carsten Zielke erwartet dagegen strukturiertere Berichte und weniger Marketing.
Übergangspläne sollen grüne Investments beflügeln
Die EU will langfristige Investoren wie Versicherer und Pensionsfonds dazu bewegen, mehr Kapital in nachhaltige Projekte zu stecken, um den Übergang hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft voranzutreiben. Dazu hat sie bereits eine Reihe von Transparenzanforderungen und Nachhaltigkeitsstandards veröffentlicht. Das reicht nach Ansicht des EU-Abgeordneten Paul Tang aber nicht aus. Investoren und Aufseher sollten von Unternehmen aktiv Übergangspläne einfordern, sagte er bei einer Veranstaltung der europäischen Versicherungsaufsicht Eiopa.
ESG: Wenig Konkretes im sozialen Bereich
Die Nachhaltigkeitsberichterstattung der Versicherer hat sich erneut verbessert, zeigt eine Studie des Analysehauses Zielke Research Consult. Bei den Themen Umwelt und gute Unternehmensführung attestiert Analyst Carsten Zielke den Gesellschaften verschärfte Anstrengungen. Er vermisst allerdings Informationen zu sozialen Themen. Hier sind die Versicherer sogar weniger auskunftsfreudig als im Vorjahr. Ihre Einstellung werden sie mit der ab nächstem Jahr geltenden neuen Corporate Sustainability Reporting Directive überdenken müssen, glaubt Zielke.
Eine Datenbank für mehr Nachhaltigkeit
Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft fordert in Sachen Nachhaltigkeit Zugang zu standardisierten Daten, damit Versicherer und andere Investoren belastbare Entscheidungen treffen können. Diese sollen in einer öffentlich zugänglichen Datenbank veröffentlicht werden. Das schreibt der GDV in einem Positionspapier zur anstehenden Neuregelung der EU-Vorgaben für Nachhaltigkeitsberichte. Der Verband erwartet dafür im April einen Vorschlag der Europäischen Kommission.




