Run-off-Plattformen sind noch weit davon entfernt, Lebensversicherungsbestände effizienter zu verwalten als die Lebensversicherer selbst, glaubt Torsten Utecht, Finanzvorstand der Zurich Deutschland. Die Abwicklungsgesellschaften müssten erst noch weitere große Vertragsbestände übernehmen, bevor sie die Skalenvorteile, mit denen sie werben, auch tatsächlich realisieren können. Die Gefahr, dass die Kunden ihre Lebensversicherungsverträge vorzeitig auflösen, sollten sowohl die Abwickler als auch die Lebensversicherer im Auge behalten. Run-off-Plattformen könnte dieses Schicksal ereilen, wenn sie die übernommenen Kunden zu schlecht behandeln. Auf die Lebensversicherer könnte das Problem einer Massenkündigung im Falle eines abrupten Zinsanstiegs zukommen.
Archiv ‘Storno’
Marktwächter nimmt sich Lebensversicherungen vor
Der neu geschaffene Finanzmarktwächter will sich im Versicherungsbereich als erstes die Standmitteilungen der Lebensversicherer vornehmen – und ruft Kunden dazu auf, die Dokumente zur Analyse an die Verbraucherzentrale Hamburg zu schicken. Geplant ist, Qualitätsstandards für die als unverständlich kritisierten Mitteilungen zu definieren. Überhaupt sei in der Lebensversicherung angesichts vieler vorzeitiger Vertragsabbrüche mehr Transparenz geboten, sagten Verbraucherschützer in Hamburg. Bundesjustizminister Heiko Maas lobte die Umsetzung des Marktwächters. Er erhofft sich davon raschere Informationen über Fehlentwicklungen.

