Allianz erwägt Umgründung in Europa-AG

Konzern prüft deutlich vereinfachte Struktur

Herbert Fromme

Von Herbert Fromme, Hamburg Die Allianz erwägt die Umgründung ihrer Holding Allianz Aktiengesellschaft in eine Europa-AG, eine Societas Europaea (SE). Nach Informationen aus Versicherungskreisen soll dieser Schritt auf der Tagesordnung der Aufsichtsratssitzung in der kommenden Woche stehen. Der Konzern wollte sich nicht äußern. In dessen Umfeld hieß es, auch andere Optionen für einen Umbau der Struktur würden geprüft.

Mit einer SE könnte die Allianz ihren komplizierten Aufbau aus Holdingunternehmen und operativen Töchtern in ganz Europa drastisch vereinfachen. Konzernchef Michael Diekmann betreibt zurzeit einen weit reichenden Umbau des Konzerns. Dazu gehört auch eine Verschlankung der gegenwärtigen Aufstellung im deutschen Markt mit sieben Zweigniederlassungen. In der Konzernführung soll die strategische von der operativen Führung getrennt werden. Weil er nicht näher benannte organisatorische Entscheidungen nicht mittragen will, wird Konzernvorstand Reiner Hagemann, der hoch angesehene Chef der deutschen Sachgruppe, den Konzern verlassen.

Die Rechtsform der Societas Europaea (SE) gibt es seit Oktober 2004. Sie ermöglicht Konzernen die Vereinfachung ihrer Strukturen. Außerdem kann eine SE statt von Vorstand und Aufsichtsrat von einem einheitlichen Gremium geführt werden. Die Mitbestimmung bleibt bei der deutschen SE bestehen. Bisher haben sich EU-weit weniger als 20 Firmen für diese Rechtsform entschieden.

Quelle: Financial Times Deutschland

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