Der KI-Spezialist Afori bringt zusammen mit dem Versicherungsvergleicher Comparit zur Kfz-Wechselsaison einen KI-gestützten Vergleichsrechner für Makler auf den Markt. Sie sollen von einem durchgängig automatisierten Prozess und somit deutlich weniger Aufwand im Backoffice profitieren, wenn sie die Kfz-Policen ihrer Kunden optimieren.
Der KI-Spezialist Afori, der Maklern Unterstützung beim Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) anbietet, startet zur diesjährigen Wechselsaison eine Partnerschaft mit Comparit, einem Anbieter einer Software für den Versicherungsvergleich. Das Unternehmen, das sich als „KI-Wachstumspartner für Versicherungsmakler“ positioniert, verbindet seine KI-Agenten über Schnittstellen mit dem Vergleichsrechner. Das Ziel: Makler sollen in der Lage sein, für Kunden mit einer Beitragserhöhung in der Kfz-Versicherung Tarife neu zu rechnen und Policen umzudecken, ohne wie bisher Daten von Hand übertragen zu müssen.
Die Kfz-Wechselsaison ist der aufwendigste Prozess des Jahres für Makler, der mit wochenlanger Arbeit verbunden ist – und das in einer Sparte, die für sie meistens ein Verlustgeschäft ist und kaum Umsatz bringt. Sie müssen Fahrzeugdaten und Angaben zu Fahrern und Fahrleistungen zusammensuchen, in den Rechner übertragen, Angebote vergleichen und Kunden anschreiben. „Dieser Vorgang dauert je nach Makler zwischen 15 und 25 Minuten pro Kunden“, erklärte Afori-Gründer und CEO Fabian Wesemann im Gespräch dem Versicherungsmonitor.
Die von Afori entwickelte Anwendung zur Kfz-Tarifoptimierung ist „End-to-End“, läuft also in einem durchgängigen Prozess ab: Sie erfasst die neuen Kfz-Prämien auf Basis des Datenstandards Bipro oder aus einem Export aus dem Portal des Versicherers und wählt alle Kunden mit einer deutlichen Beitragssteigerung aus. Anschließend liest das System die Unterlagen aus, die im Maklerverwaltungsprogramm bereits vorliegen, also den Versicherungsschein und Nachträge, den letzten Antrag oder die Beitragsrechnung. Daraus übernimmt die KI Informationen zum Fahrzeug, der SF-Klasse, dem Fahrer und dem Deckungsumfang.
Der Makler soll immer die Kontrolle behalten, verspricht Wesemann: Er sieht bei jedem Wert, aus welchem Dokument er stammt. Er konfiguriert die automatische Auswahl von Angeboten einmalig nach seinen Beratungskriterien, daraufhin wählt das System drei passende Tarife und formuliert eine persönliche E-Mail an den Kunden, die er dann freigibt. „Es wird nichts einfach automatisiert rausgeschickt, der Makler hat immer die Möglichkeit zur Prüfung und kann den kompletten Verlauf nachvollziehen“, erläuterte er.
Auch für das Nachfassen der Angebote, für Rückfragen zu den Tarifen und für den Antragsprozess nutzt der Makler das System, ebenso lässt sich der Wechselantrag direkt aus dem System über Comparit stellen.
Hinter dem Vergleichsrechner steht die Die CPIT Comparit GmbH, die sich mehrheitlich im Besitz der eigenen Mitarbeitenden befindet. Sie arbeitet mit 14 Maklerorganisationen und Pools zusammen, darunter Blau Direkt, BCA, Netfonds und MLP und verzeichnet mehr als 35.000 angeschlossene Vermittler. Den Ausschlag für Comparit als Kooperationspartner hat laut Wesemann gegeben, dass das noch relativ junge Unternehmen durch moderne Schnittstellen besticht und allgemein sehr technologiegetrieben ist, betont Wesemann. Zudem biete die Plattform eine große Abdeckung der Produkte im Markt.
Kooperation mit 40 Maklern
40 Maklerunternehmen, überwiegend kleinere Firmen mit insgesamt rund 150 Mitarbeitenden, arbeiten bereits mit Afori, berichtete Wesemann kürzlich im Interview mit dem Versicherungsmonitor. Das Unternehmen stellt Maklern sein KI-Tool zur Verfügung und beteiligt sich auch mit Kapital an dem Unternehmen. Afori sieht sich dabei aber nicht als Private-Equity-Unternehmen, sondern wird von Venture-Capital-Investoren finanziert.
Bei einer langfristigen Partnerschaft erwirbt Afori zunächst einen Minderheitsanteil am Makler. Der Inhaber des Maklers bleibt Mehrheitseigentümer und auch Geschäftsführer und kauft seinerseits einen Minderheitsanteil an der Afori-Gruppe. Nach einigen Jahren ist eine Übernahme des Mehrheitsanteils vorgesehen, dabei orientiert sich der Kaufpreis für die dann übertragenen Anteile am inzwischen gestiegenen Gewinn.
Im Fokus von Afori stehen kleinere Maklerhäuser mit Privatkunden-Schwerpunkt, die nicht Teil größerer Gruppen geworden sind – Anbindungen an Maklerpools stehen der Kooperation hingegen nicht im Wege.
Für eine Nutzung der KI-gestützten Vergleichssoftware ist es zunächst nicht erforderlich, eine langfristige Bindung mit Afori einzugehen, sagte Wesemann. Makler können die Software 90 Tage lang testen und dann gegebenenfalls über eine längerfristige Kooperation entscheiden, in deren Zuge sich Afori dann an ihnen beteiligen würde.
Christian Bellmann
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