Herbert Frommes Kolumne rss

Herbert Fromme

Das ist die perfekte Run-off-Welle

 Herbert Frommes Kolumne  Noch ist der Verkauf der Generali Leben an Viridium nicht in trockenen Tüchern, die BaFin muss noch zustimmen. Wahrscheinlich müssen Käufer und Verkäufer nacharbeiten. Aber es ist unwahrscheinlich, dass die Aufsicht das Geschäft stoppt. Generali und Viridium werden Forderungen der Behörde erfüllen. Zu verlockend sind die Chancen, die sich für beide aus dem Geschäft ergeben. Der Deal ist Teil einer gewaltigen Welle: Nach Angaben der Rating-Agentur Fitch ist das Volumen von Bestandsverkäufen in der Lebensversicherung von 60 Mrd. Euro im Jahr 2017 auf satte 263 Mrd. Euro im Jahr 2018 gestiegen.

Herbert Fromme

Axa, Generali oder Allianz – der Druck ist raus

 Herbert Frommes Kolumne  In den kommenden Wochen werden große Konzerne auf Investorentagen ihre Strategie für die kommenden Jahre vorstellen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird die Betonung der aktuellen Stärke ganz oben stehen. Die Chefs werden erklären, wie gut aufgestellt die Unternehmen sind, wie sehr ihre Arbeit der vergangenen Jahre gewirkt hat – und dass sie genügend Mittel für hohe Dividenden beziehungsweise Aktienrückkäufe in der Kasse haben. Sie werden Strategiemodelle vorstellen, in denen das Wort Digitalisierung ausreichend oft vorkommt, die aber betonen, dass man auf dem Bestehenden aufbauen wolle. Der Druck, mit dem manche Konzernlenker noch vor wenigen Jahren den Umbau […]

Herbert Fromme

Von Knoll und Teicke lernen

 Herbert Frommes Kolumne  Die DFV Deutsche Familienversicherung geht an die Börse und glaubt, sie sei mindestens 200 Mio. Euro wert – drei Mal die Prämieneinnahmen. Wefox und der dazugehörige Versicherer One sollen mit 1 Mrd. Dollar bewertet werden, wird vom „Handelsblatt“ gemeldet. Dagegen wirken die Börsenbewertungen der traditionellen Anbieter Allianz, Generali oder Axa richtiggehend mickrig. Oliver Bäte, Philippe Donnet und Thomas Buberl sollten genauer hinsehen, was DFV-Chef Stefan Knoll und Wefox-Gründer Julian Teicke so treiben. Es lohnt sich.

Herbert Fromme

Versagen der Politik

 Herbert Frommes Kolumne  Für die Privatversicherten ist es eine gute Nachricht, dass sich die HUK-Coburg mit ihrem Krankenversicherer dem elektronischen Portal „Meine Gesundheit“ anschließt. Jetzt kann fast die Hälfte der PKV-Versicherten eine elektronische Gesundheitsakte nutzen, von Meine Gesundheit, von Vivy oder von der Techniker Krankenkasse, die mit mehreren Gesellschaften kooperiert. Damit hilft die PKV, die Rückständigkeit des deutschen Gesundheitswesens in Sachen Digitalisierung zu überwinden, während die Politik fröhlich weiter die Rückständigkeit Deutschlands in Fragen digitales Gesundheitswesen verwaltet.

Herbert Fromme

AWD digital reloaded

 Herbert Frommes Kolumne  Julian Teicke, Chef der Vermittlerplattform Wefox und des Versicherers One, dementiert. „Da wissen Sie mehr als ich“, antwortet er knapp. Der Versicherungsmonitor hatte bei ihm nachgefragt, ob Wefox den Maklerpool Fonds Finanz kaufen will. Doch Marktkenner behaupten steif und fest, dass es Gespräche zwischen dem umtriebigen Insurtech-Gründer Teicke und dem Fonds Finanz-Chef Norbert Porazik gibt. Wefox verhandelt aktuell mit Investoren über frisches Geld, es soll um rund 200 Mio. Dollar gehen. Da stellt sich die Frage: Was macht Wefox eigentlich mit den Millionen? Wir spekulieren und kommen zu dem Ergebnis: Ein Zukauf würde Sinn machen.

Herbert Fromme

Lloyd’s muss sich neu erfinden

 Herbert Frommes Kolumne  Der Londoner Versicherungsmarkt Lloyd’s wird die Auswirkungen des Brexit besonders drastisch spüren. Doch das ist nicht die einzige Herausforderung, der sich die altehrwürdige Institution gegenübersieht. Das Hauptproblem sind die hohen Kosten von rund 40 Prozent. Die Anstrengungen zur Digitalisierung werden von vielen Industriekunden als halbherzig empfunden. Der neue Chef John Neal hat viel zu tun. Es stimmt, dass der Markt in seinen 330 Jahren viele Krisen überstanden hat. Eine Garantie dafür, dass er auch die jetzt anstehenden Veränderungen überlebt, ist das nicht.

Herbert Fromme

Die Daten, die Bank und der Versicherer

 Herbert Frommes Kolumne  Die niederländische Bankengruppe ING hat im Juni eine weitreichende Kooperationsvereinbarung mit der Axa geschlossen. Kunden der Bank können künftig online Schaden- und Unfallpolicen, Krankenzusatzverträge und Lebensversicherungen kaufen. Das Modell hat eine große Zukunft – weil die ING sehr viel über ihre Kunden weiß und diese Daten für passgenaue Versicherungsangebote nutzen wird. Wenn sich die beiden Seiten in der Zusammenarbeit nicht zerstreiten, ist das Modell unschlagbar.

Herbert Fromme

Die Übernahmewelle rollt

 Herbert Frommes Kolumne  Die Scor-Führung unter Denis Kessler hat das Übernahmeangebot des französischen Erstversicherers Covéa abgelehnt. Covéa wollte 8,3 Mrd. Euro zahlen, ein Aufschlag von 21 Prozent auf den Börsenkurs. Kessler hatte gute Gründe für seine Entscheidung. Aber es wird nicht das letzte Angebot für Scor sein. Ohnehin steht die Branche vor einer Welle von Übernahmen und Zusammenschlüssen. Der Deal zwischen Axa und XL war erst der Anfang. Zu den Gründen für die neu zu spürende Bewegung zählen ausgerechnet die steigenden Zinsen.

Herbert Fromme

Spätstarter Versicherungswirtschaft

 Herbert Frommes Kolumne  Der Online-Zahlungsabwickler Wirecard ist an der Börse heute 21,7 Mrd. Euro wert, die Deutsche Bank 20,3 Mrd. Euro, ein auf den ersten Blick bizarres Verhältnis. Jetzt wird das weitgehend unbekannte Unternehmen aus Aschheim bei München möglicherweise die Commerzbank (Börsenwert 10,3 Mrd. Euro) im Index Dax 30 verdrängen. Investoren bewerten die junge britische Digitalbank Monzo in der aktuellen Finanzierungsrunde mit 1,5 Mrd. Dollar, viermal so hoch wie im November 2017. Das Start-up gewinnt 18.000 Kunden pro Woche. In der digitalen Finanzwelt tut sich viel – nur nicht in der Versicherungswirtschaft. Oder?

Herbert Fromme

Der digitale Kollateralschaden

 Herbert Frommes Kolumne  In ihrer digitalen Revolution verändert die Versicherungswirtschaft mit großen Anstrengungen die Schadenbearbeitung. Der Schaden soll schneller und möglichst automatisiert abgewickelt werden, das verbesserte Kundenerlebnis im Schadenfall – ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal im Wettbewerb – gehört zu den wichtigsten Zielen eines jeden energischen Digitalisierungsfans an der Unternehmensspitze. Doch jetzt gibt es Rückschläge. Mit Drohnenbildern errechnete Schadenschätzungen nach Hurrikans sind zu niedrig, der schnelle Einsatz von eigenen Dienstleistern führt zu mehr Betrugsfällen.

Herbert Fromme

Warum Investoren den Run-off lieben

 Herbert Frommes Kolumne  Die Swiss Re will ihren Run-off-Spezialisten an die Börse bringen. Das ist wirklich smart, denn für Run-off-Bestände zahlen die Kapitalmärkte im Moment hohe Zuschläge. Das zeigt auch der Plan des US-Investors Carlyle, der zusammen mit AIG einen globalen Run-off-Spezialisten bauen will. Der britische Investor Cinven zahlt fast eine Milliarde für die vergleichsweise kleine Axa Life Europe. Run-off-Deals sind beliebt – während die Aktien der Versicherer nur gut laufen, wenn die Gesellschaften hohe Dividenden und Aktienrückkäufe anbieten. Was macht den Run-off so attraktiv für die Käufer?

Herbert Fromme

China klopft laut an

 Herbert Frommes Kolumne  Der chinesische Mischkonzern Fosun, dem schon die Frankfurter Leben gehört, prüft die Übernahme des belgischen Versicherers Ageas. Der chinesische Amazon-Rivale Alibaba ist inzwischen mit seinem Zahlungssystem Alipay auch in Deutschland vertreten. Und Zhong An-Auslandschef Bill Song erklärt in einem Interview, dass sich der chinesische Direktversicherer zwar zunächst auf Asien konzentrieren wird, aber danach auch nach Europa expandieren will. Chinas Online-Unternehmen gehen die Globalisierung an, in direktem Wettbewerb mit Amazon, Google und Facebook. Das wird spannend für die europäischen Versicherungsmärkte.

Herbert Fromme

Der künftige Vertreter

 Herbert Frommes Kolumne  Sind Versicherungsvertreter noch nötig? Ich glaube ja. Aber sie werden künftig anders arbeiten als heute – weg vom Verkäufer hin zum echten Vertreter des Unternehmens. Es wird auch sehr viel weniger Vertreter geben als bislang. Und die Aufgaben werden sich ändern, sie werden Begleiter ihrer Kunden. Zu den neuen Aufgaben passt es nicht mehr, sie vor allem über Provisionen zu bezahlen. Stattdessen müssen sie ein Gehalt bekommen.

Herbert Fromme

Generali: Die DVAG-Versicherungsgesellschaft

 Herbert Frommes Kolumne  Die Aufregung über den Verkauf der stillgelegten Generali Leben an den Abwicklungsspezialisten Viridium klingt langsam ab. Die BaFin muss noch zustimmen, das wird sie trotz heftiger Proteste mancher Verbraucherschützer wohl auch tun. Was danach bleibt, ist eine einzigartige Konstruktion: Ein Großvertrieb, der sich den zweitgrößten Privatkundenversicherer in Deutschland hält und dafür die Bilanz eines internationalen Konzerns ausleiht. Denn bei der Generali-Versicherungsgruppe in ihrer neuen Gestalt handelt es sich in Wirklichkeit um die DVAG-Versicherungsgruppe. Das hat Konsequenzen für den gesamten Markt – und wirft Fragen über die Lebensfähigkeit des Gebildes auf.

Herbert Fromme

Der schnöde digitale Alltag

 Herbert Frommes Kolumne  Wenn es für ihn gut läuft, hat ein Kunde wenig Kontakt zum Versicherer. Er schließt den Vertrag ab und zahlt die Prämie. Gibt es keinen Schaden, hat er auch keinen Grund, den Versicherer zu kontaktieren. Viele Gesellschaften wollen das ändern und zum digitalen Lebensbegleiter der Kundschaft werden. Aber bislang scheitern eine große Zahl von ihnen schon an den Grundlagen: Sie können keinen einfachen digitalen Zugang für Vertragsänderungen zur Verfügung stellen.

WordPress Cookie-Hinweis von Real Cookie Banner