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Pflichtversicherung à la Aktuarvereinigung

Die Versicherungspflicht gegen Elementarschäden soll kommen, doch noch sind viele Fragen offen. Die Deutsche Aktuarvereinigung warnt davor, den Umgang mit Klimarisiken mit einer solchen Pflicht als abgehakt zu betrachten. Es brauche ein Gesamtkonzept aus risikogerechter Prämienkalkulation, Prävention und Kumulschutz, etwa in Form einer staatlichen Rückversicherung. Viele Fragen seien noch offen.

Ungemach für Rückversicherungseinkäufer

Mithilfe von proportionalen Rückversicherungen können Erstversicherer Rückversicherer an ihren Risiken beteiligen, dafür erhalten sie eine Provision. Nach dem Willen der europäischen Versicherungsaufsicht Eiopa müssen sie die Provision künftig bei der Berechnung ihres sogenannten Prämienrisikos unter Solvency II berücksichtigen, warnt der Berater MSK. Das würde die Risikokapitalanforderungen der Erstversicherer in die Höhe treiben. Abhilfe könnte der unternehmensspezifische Parameter bei der Berechnung des Risikofaktors schaffen.

Grund: Mehrwert von Solvency II überwiegt

Das Aufsichtsregime Solvency II sehen einige als nerviges Bürokratiemonster, das dringend entschlackt werden sollte. Frank Grund, ehemaliger Versicherungsaufseher der BaFin, widerspricht. „Es gibt zusätzliche Bürokratie durch das Regime, aber für mich überwiegt eindeutig der Mehrwert“, sagte er bei einer Konferenz der aktuariellen Beratungsgesellschaft MSK in Köln. Dazu zählen unter anderem ein besseres Verständnis und Management der Risiken. Auch die vielfältigen Berichtspflichten haben ihre Berechtigung, glaubt Grund.

Wie sich die Versicherungslücke stopfen lässt

Wie lassen sich Recyclingunternehmen besser versicherbar machen? Wie lässt sich die Versicherungslücke bei Naturkatastrophenrisiken stopfen? Darüber diskutierten Experten auf einer Podiumsdiskussion im Rahmen des Symposiums des Bundesverbands Deutscher Versicherungsmakler in Berlin. Mit dem Plan von Union und SPD, einen staatlichen Rückversicherer zur Absicherung von Elementargefahren zu gründen, können sich viele anfreunden – auch wenn es unterschiedliche Ansichten zur konkreten Ausgestaltung gibt.

Pflichtversicherung: Zuspruch größer als erwartet

Die Deutschen können sich zunehmend mit der Idee einer Pflichtversicherung gegen Elementarschäden anfreunden, wie das Ifo-Institut aus München in einer aktuellen Umfrage herausgefunden hat. Das Institut liest daraus eine neue Haltung in der Bevölkerung ab. Sie hält demnach eine allgemeine Pflichtversicherung für fairer und gesellschaftlich kosteneffizienter als staatliche Ad-hoc-Hilfen.

KI-Verordnung der EU: Viel Arbeit und viel Unsicherheit

 Dossier – KI in der Praxis  Es ist selten, dass Versicherer sich über eine neue Regulierung freuen. Den EU-AI-Act aber begrüßen viele. Die Verordnung zwingt sie, sich einen Überblick über KI-Anwendungen im Unternehmen zu verschaffen. Sie müssen deren Risiko bewerten und eine Strategie zum Umgang mit ihnen entwickeln. Viele Fragen sind aber noch offen. So auch die, ob die Regulierung ein Wettbewerbsnachteil ist. Denn derzeit reglementiert kein anderer Wirtschaftsraum den Einsatz von KI so stark wie die Europäische Union.

Mobilitätverhalten ändert sich nur schleppend

Die Kfz-Versicherer müssen sich darauf einstellen, dass ihr Geschäft künftig nicht mehr in dem Maße wächst wie in den vergangenen Jahrzehnten. Weil die Mobilitätswende aber nur langsam voranschreitet, sind drastische Veränderungen zumindest bislang ausgeblieben. Grund zur Entwarnung ist das aber nicht – das wurde bei einer Fachveranstaltung der Hannover Rück-Tochter E+S deutlich.

Das sind die Schwerpunkte der Versicherungsaufsicht

Die Finanzaufsicht BaFin will bei Versicherern in diesem Jahr auf vier Bereiche ein besonders scharfes Auge werfen: Risiken alternativer Kapitalanlagen, künstliche Intelligenz, das Wohlverhalten und den Bürokratieabbau. Das betonte Versicherungsaufseherin Julia Wiens auf einer Veranstaltung in Düsseldorf. Geopolitische Unruhen spielen dabei zwar eine wichtige Rolle, stellen aus Sicht der BaFin aber kein eigenständiges Risiko dar.

Aba: Betriebliche wie private Altersvorsorge fördern

Durch das Scheitern der Ampel-Koalition sind viele Gesetzentwürfe auf der Strecke geblieben, darunter auch die Reform der privaten Altersvorsorge und das zweite Betriebsrentenstärkungsgesetz. Bei einer Neuauflage müsse die Regierung darauf achten, die betriebliche Altersversorgung nicht schlechter zu behandeln als die Privatvorsorge, betonte Georg Thurnes, der scheidende Vorstandsvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung, auf der Jahrestagung in Berlin. Er übergab seinen Posten an Beate Petry, Betriebsrentenverantwortliche bei BASF.

BaFin stellt Versicherer und Banken vor ein Dilemma

Einerseits will die Finanzaufsicht BaFin, dass Finanzunternehmen Klimarisiken genauer in den Blick nehmen. Andererseits warnt sie davor, die Kunden mit Datenabfragen übermäßig zu belasten. Das ist ein Widerspruch, denn der Branche fehlen vor allem Daten, um Risiken wie Überschwemmungen oder Hitzewellen besser bewerten zu können. Das zeigte eine Diskussionsrunde auf der BaFin-Tagung Sustainable Finance. Dort regte sich auch leise Kritik an der Aufsicht.

Mark Branson: „Wir machen uns wirklich Sorgen“

Die Finanzaufsicht BaFin will sich stärker um physische Klimarisiken kümmern. Das kündigte Mark Branson, der Chef der Behörde, auf einer Tagung zur Transition der Finanzindustrie an. Die Aufsicht hat Versicherer und Banken befragt, wie sie mit Klimarisiken umgehen. Ein Fazit: Es besteht noch viel Luft nach oben. Zugleich sprach sich Branson dafür aus, die Nachhaltigkeitsregulierung zu entschlacken.

Versicherer SHB erfüllt Kapitalanforderungen nicht

 Exklusiv  Der kleine Spezialversicherer SHB in Königswinter hat die Finanzaufsicht BaFin im Nacken, nachdem das Unternehmen seine Mindestkapitalanforderungen nicht mehr erfüllen konnte. Die MCR-Quote lag zum Jahresende nur noch bei 85,7 Prozent. Das Unternehmen hat der BaFin einen Finanzierungsplan zur Genehmigung vorgelegt, teilte der Vorstand auf Anfrage mit. Nach Informationen des Versicherungsmonitors ist ein Zusammenschluss mit der Signal Iduna geplant.

Klimarisiken: Britische Aufsicht warnt vor Lücken

Im Umgang mit Klimarisiken weisen Banken und Versicherer in Großbritannien „Lücken“ auf, warnt die Aufsichtsbehörde Prudential Regulation Authority. Die zur Bank of England gehörenden Aufseher fordern Finanzdienstleister auf, mehr zur Bewältigung von Klimarisiken zu tun. Die Behörde wünscht sich unter anderem ein besseres klimabezogenes Risikomanagement.

Wie die Wohngebäudeversicherung bezahlbar bleibt

Die steigenden Versicherungsprämien in der Wohngebäudeversicherung weltweit in den Griff zu bekommen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. So sieht es die Versichererorganisation Geneva Association. Sie fordert, dass sich Hausbesitzer, Versicherer, Kreditgeber, Aufsichtsbehörden und Regierungen zusammentun, um die Probleme angesichts steigender Prämien anzugehen. In einem aktuellen Bericht machen die Experten zwei Handlungsebenen aus, wie angesichts häufiger auftretender extremer Wetterereignisse verhindert werden kann, dass die Versicherung unbezahlbar wird.

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