Die SPD will gesetzlich krankenversicherte Betriebsrentner entlasten. Der Krankenkassenbeitrag auf die Rente sollte halbiert werden, sagte der Abgeordnete Ralf Kapschack in einer Bundestagssitzung zur betrieblichen Altersversorgung. Eine solche Entlastung könnte es den SPD-Mitgliedern möglicherweise leichter machen, dem derzeit noch ausstehenden Koalitionsvertrag zuzustimmen. Die Sozialdemokraten hatten eine Besserstellung von gesetzlich Versicherten im Rahmen einer Bürgerversicherung ursprünglich mehr oder weniger zur Voraussetzung für die Neuauflage der großen Koalition erklärt. Anlass der Bundestagsdiskussion war ein Antrag der Linken zur Direktversicherung.
Versicherer
Politik will Riester-Standardprodukt
Union und SPD wollen die Möglichkeiten für ein Riester-Standardprodukt ausloten. Das ist ein vorläufiges Ergebnis der Koalitionsverhandlungen. Dabei dürfte es um eine Begrenzung der als notorisch zu hoch geltenden Kosten gehen. Ein genaues Konzept gibt es aber offenbar noch nicht. Die Versicherer sehen ihrerseits Vereinfachungspotenzial bei der staatlichen Zulagengewährung und Zulagenverwaltung, um die Kosten zu senken.
Allianz kauft in Sri Lanka zu
Die Allianz baut ihre Präsenz in Sri Lanka aus: Der Münchener Konzern übernimmt die Schaden- und Unfallversicherungstochter der Janashakthi Insurance für rund 86 Mio. Euro. Damit wird die Gesellschaft zu einem der größten Sachversicherer in Sri Lanka. Der Schritt passt zur Strategie von Konzernchef Oliver Bäte, in der Schaden- und Unfallversicherung zu wachsen. Auch in den USA legt der Konzern zu: Die Industrieversicherungstochter AGCS hat die Erneuerungsrechte für das US-Produktrückruf-Portfolio von Liberty erworben.
Steigende Prämien in der Pflegezusatzversicherung
Seit Anfang 2017 ist das zweite Pflegestärkungsgesetz in Kraft. Die staatliche Unterstützung für Hilfsbedürftige setzt seitdem früher an. Auch geistige Einschränkungen durch Krankheiten wie Demenz oder Alzheimer werden nun bei der Begutachtung der Pflegebedürftigkeit berücksichtigt. Mehr Menschen erhalten seitdem gesetzliche Leistungen. Das hat in vielen Fällen zu Prämienerhöhungen bei den privaten Pflegezusatzpolicen geführt. Experten sprechen von bis zu 30 Prozent. Auf die Nachfrage nach den Zusatzverträgen hat sich die Reform hingegen nicht ausgewirkt.
EU: Vorschläge für mehr grüne Investments
Eine Expertengruppe der EU-Kommission empfiehlt, das Aufsichtsregime Solvency II daraufhin zu überprüfen, wie mehr Anreize für eine nachhaltige Kapitalanlage geschaffen werden können. Damit soll der Klimawandel bekämpft werden. Die Kommission will anhand der Vorschläge einen Aktionsplan erstellen. Außerdem sollen Versicherer über ihre Klimarisiken berichten müssen. Die Kapitalanlagen der Assekuranz waren zuletzt in die Kritik geraten.
Wüba wird Digital-Portal
Vor mehr als zehn Jahren hat der US-Versicherer AIG den Maklerversicherer Wüba übernommen, um sein Geschäft mit Gewerbekunden zu stärken. Jetzt fungiert die Wüba, die kein eigenständiges Unternehmen mehr ist, bei AIG als Testfeld für die Digitalisierung. Das macht sich vor allem in der Zahl der Mitarbeiter bemerkbar, die sich halbiert hat. Die Kostenquote sank auf 10 Prozent, sagte AIG-Manager Nepomuk Loesti (im Bild links) auf einer Fachkonferenz. Das Gewerbegeschäft zieht auch immer mehr Insurtechs an.
Der digitale Sachversicherer One startet
Mit One geht nach Ottonova, Element und Friday ein weiterer digitaler Versicherer an den Start. Das Insurtech der Wefox-Gruppe hat prominente Unterstützung: Zu den Investoren zählen unter anderem der US-Schauspieler Ashton Kutcher (Bild), sowie die deutschen Sängerinnen Lena Meyer-Landrut und Sarah Connor. Zunächst verkauft der Versicherer Hausrat- und Haftpflichtpolicen in Deutschland. Im Verlauf dieses Jahres sollen noch Unfall- und Risikolebensversicherungen dazukommen. Außerdem will One in weitere Länder expandieren.
Bonnfinanz mit neuem Vertriebschef
Leute – Aktuelle Personalien Beim Zurich-Finanzvertrieb Bonnfinanz wird Gordon Hermanni neuer Vertriebsvorstand. Er tritt die Nachfolge von Bert Heinen an, der den Posten aus persönlichen Gründen abgibt, teilte das Unternehmen mit. Außerdem: Der Industrieversicherer MSIG hat Patrick Smolka, ehemals Manager bei AIG und HDI Global, in den Vorstand berufen. Er wird den Bereich Underwriting und Rückversicherung leiten. Das Beratungsunternehmen Synpulse hat André Burger zum Partner ernannt und zwei weitere Managing Partner bestimmt.
GDV sieht Aufklärungsbedarf zu Run-off
Der Versichererverband GDV zeigt sich mit dem Geschäftsverlauf 2017 zufrieden. Die Beiträge legten spartenübergreifend um 1,7 Prozent zu und stiegen damit stärker als vom Verband erwartet, sagte GDV-Präsident Wolfgang Weiler. Er kritisierte die aktuelle Debatte über den Verkauf von Versicherungsbeständen als unsachlich und kündigte einen stärkeren Austausch darüber mit der Politik an. Die hatte vor einem Vertrauensverlust gewarnt. Von der kommenden Regierung wünschte sich Weiler eine Regulierungspause. Die geforderte Erleichterung bei der Zinszusatzreserve dürfte bald kommen, sagte er.
Amazon gründet Krankenversicherer
Der Plan ist ehrgeizig: Drei der mächtigsten Männer der US-Wirtschaft wollen das überteuerte US-Gesundheitssystem umkrempeln. Amazon-Chef Jeff Bezos, Warren Buffett von Berkshire Hathaway und J.P. Morgan-Vorstandschef James Dimon haben angekündigt, mit einem eigenen Krankenversicherer in den US-Markt einzusteigen. Der Anbieter soll nicht gewinnorientiert arbeiten und zunächst den Angestellten der drei Unternehmen transparenten und preiswerten Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen ermöglichen. Sollten die Partner Erfolg haben, könnte das Modell den traditionellen Krankenversicherern ordentlich Geschäft wegnehmen. Das Modell zeigt auch einen Weg, wie Internet-Riesen im Versicherungsmarkt aktiv werden könnten.
In der D&O sind Prämienerhöhungen nötig
Die Managerhaftpflichtversicherung ist für die Anbieter seit Jahren defizitär. Selbst eine Verzehnfachung der Prämien würde nicht ausreichen, um das Geschäftsfeld wieder profitabel zu machen, sagte der Rechtsanwalt und D&O-Experte Michael Hendricks auf der Euroforum-Haftpflichtkonferenz. Gleichzeitig seien die Bedingungen in der Sparte hierzulande so gut wie nirgendwo auf der Welt. Die Deckungsbestandteile werden sogar immer noch weiter ausgedehnt, kritisierte Daniel Messmer vom Rückversicherer Swiss Re. Viele dieser Erweiterungen hätten nichts mehr mit der eigentlichen D&O-Deckung zu tun. Dafür gab es scharfe Kritik von Maklern.
Hiscox: Cyber-Prämien verdoppeln sich jährlich
Noch sind die Beitragseinnahmen in der Cyberversicherung niedrig. Das wird sich ändern, da der Markt schnell wächst, prognostizierte Robert Dietrich (Bild) vom Versicherer Hiscox. Die Prämien werden sich in naher Zukunft jedes Jahr verdoppeln, sagte er auf der Euroforum Haftpflichtkonferenz in Hamburg. Zurzeit werden die Abschlüsse noch durch Unsicherheit bei den Kunden gebremst. Vor großen Kumulszenarien müssten die Versicherer und Rückversicherer zurzeit noch keine Angst haben, beruhigte Aktuar Onnen Siems von Meyerthole Siems Kohlruss. Dafür sei der Markt noch zu klein.
Nach dem Zukunftsprogramm kommt die Zukunft
Die Signal Iduna hat sich ein ehrgeiziges Programm verordnet. Der Versicherer will bis zum Jahr 2023 durch organisches Wachstum auf Beitragseinnahmen von 7 Mrd. Euro kommen, das wäre ein Plus von 25 Prozent. Der Ertrag soll in dem Zeitraum sogar um 30 Prozent zulegen, sagte Konzernchef Ulrich Leitermann. Um dies zu erreichen, müsse sich die Signal Iduna neu aufstellen und vor allem die Chancen der Digitalisierung nutzen, auch über die Kooperation mit Start-ups. Ab Mitte des Jahres werden die als Obergesellschaften fungierenden Versicherungsvereine Signal Unfallversicherung und Iduna Vereinigte Lebensversicherung unter dem Namen Signal Iduna firmieren, kündigte Leitermann an.











