Der Großmakler Aon sieht die Versicherer in der Pflicht, sich auf die sich durch künstliche Intelligenz (KI) verändernde Risikolandschaft einzustellen. Aus Sicht von Aon ist die KI derzeit das größte Risiko für Unternehmen. Neben den Chancen, die die Technologie mit sich bringt, entstünden zunehmend Gefahren wie Falschinformationen, Mängel in der Datenqualität oder neue Haftungsrisiken, warnt Aon in seiner Marktprognose 2026 für Deutschland.
Aon: Uneinheitliches Bild in der Industrieversicherung
Exklusiv In der Industrieversicherung zeigt sich laut dem Großmakler Aon ein uneinheitliches Bild: In der Sach- und der Kfz-Versicherung ist die Sanierung noch nicht abgeschlossen, während im Haftpflicht-Segment mehr Risikoappetit bei den Versicherern spürbar wird. In der D&O-Versicherung scheint der harte Markt vorüber zu sein, obwohl neue Gefahren drohen. Auch die Cyber-Versicherung scheint stabil zu bleiben, wobei Angriffe auf Lieferketten die Lage schnell ändern könnten.
Haftpflicht: Wie die Salami-Deckung digitaler werden könnte
Nach den deutlichen Preiserhöhungen bei den Vertragserneuerungen 2022 lief die vergangene Runde in der Haftpflichtversicherung entspannter ab. Es habe sich ein Plateau gebildet, sagte Thomas Gahr (Bild), Spartenleiter Haftpflicht bei Aon Deutschland, auf der Euroforum Haftpflichtkonferenz in Köln. Unzufriedenheit gab es wegen der starken Zersplitterung von Haftpflichtdeckungen für viele verschiedene Nischen. Benedikt Hintze, Versicherungschef beim Stahlproduzenten Georgsmarienhütte, sprach von einer Salami-Deckung. Auch bei der Digitalisierung liege einiges im Argen, kritisierte er.
Aon: Strategisches Risikomanagement nötig
Der Makler Aon hat rechtzeitig zum Symposium des Gesamtverbandes der Versicherungsnehmenden Wirtschaft in München seinen Marktreport 2023 veröffentlicht. Der Makler mahnt ein strategisches Risikomanagement auch bei Kunden und Maklern an. In der Sachversicherung sieht er gegenläufige Trends, in Haftpflicht ein Einpendeln des Marktes.




