Auch im ersten Halbjahr 2025 haben Versicherer den Kapitalmarkt fleißig angezapft, um sich gegen Naturkatastrophen abzusichern. Das Volumen der neu aufgelegten Katastrophenanleihen (Cat Bonds) hat laut der Ratingagentur A.M. Best Rekordwerte erreicht. Die Investoren greifen zu, obwohl die Renditen für sie durch die Preisrückgänge im Markt ebenfalls sinken. Vor allem in den oberen Layern machen sich Investoren und Rückversicherer verstärkt Konkurrenz – was noch mehr Druck auf die Preise ausübt.
Archiv ‘Citizens Property Insurance Corporation’
„Milton“: Schlimm, aber nicht der Worst Case
Der Hurrikan „Milton“ ist inzwischen über den US-Bundesstaat Florida hinweggezogen. Lagen erste Schätzungen der versicherten Schäden noch auf Rekordhöhe, folgen nun deutlich niedrigere. Die Ratingagentur Fitch geht von bis zu 50 Mrd. Dollar (46 Mrd. Euro) aus. Dennoch bleibt die Lage an der US-Ostküste angespannt. Die Zahl der Schäden durch Extremwetterereignisse ist seit Jahren hoch. Das wirkt sich auch auf die Versicherungswirtschaft aus.
Hurrikan „Ian“ sorgt für Swiss Re-Verlust
Der Rückversicherer Swiss Re erwartet für das dritte Quartal einen Verlust von 500 Mio. Dollar. Grund dafür sind die hohen Schäden durch Hurrikan „Ian“, die die Schweizer auf rund 1,3 Mrd. Dollar schätzen. Angesichts der hohen Naturkatastrophenschäden, des Ukraine-Kriegs und der Volatilität an den Finanzmärkten gibt Swiss Re das Ziel auf, in diesem Jahr eine Eigenkapitalrendite von zehn Prozent zu erreichen.
Große Unsicherheit über „Ian“-Schäden
Die Risikoanalysefirmen überbieten sich mit Schadenschätzungen zu Hurrikan „Ian“ und prognostizieren versicherte Schäden von mehr als 75 Mrd. Dollar. Die Citizens Property Insurance Corporation in Florida, die in dem Bundesstaat hohe Marktanteile in der Wohngebäudeversicherung hat, hält eher eine Schadenhöhe von rund 40 Mrd. Dollar für realistisch. Ein großer Unsicherheitsfaktor sind ausufernde Rechtsstreitigkeiten.



