Die für den globalen Öltransport bedeutende Straße von Hormus ist durch den Iran noch immer versperrt. Versicherungen für Schiffe gibt es allerdings weiterhin. Einem aktuellen Bericht des Rückversicherungsmaklers Howden Re zufolge gehen die Probleme ohnehin weit über die Meerenge hinaus.
Archiv ‘Kriegsrisiko’
USA: Rückversicherung für Schiffe soll 20 Mrd. Dollar betragen
Die USA wollen für Schiffe in der Golfregion eine „maritime Rückversicherungslösung“ von bis zu 20 Mrd. Dollar (17,5 Mrd. Euro) bereitstellen, die auch Kriegsrisikodeckungen beinhaltet. Die US International Development Finance Corporation, über die das Versicherungsprogramm laufen soll, ist überzeugt, damit die durch den Iran-Krieg zum Erliegen gekommenen Transporte von Öl und Gas auf dem Seeweg durch die Straße von Hormus wieder ans Laufen zu bringen. Experten bezweifeln das.
Öltransporte: Experten blicken skeptisch auf Trump-Pläne
Die von US-Präsident Donald Trump ins Gespräch gebrachten „Versicherungsgarantien“ der USA für Öltransporte aus dem Persischen Golf, verbunden mit der Eskortierung der Schiffe durch die US-Marine, haben zwar den Ölpreis leicht gesenkt. Reeder sowie Schifffahrts- und Rohstoffexperten machen sich allerdings keine großen Hoffnungen, dass das die aktuelle Transportkrise infolge des Iran-Kriegs löst.
DBRS Morningstar: Iran-Krieg erhöht Volatilität im globalen Versicherungsmarkt
Der Angriff der USA und Israels auf den Iran und die militärischen Reaktionen des Landes in der gesamten Golfregion beeinträchtigen nicht nur die Luft- und Schifffahrt, sondern erhöhen auch das Risiko von Schäden in der Sachversicherung sowie von Betriebsunterbrechungen, schreibt die Ratingagentur DBRS Morningstar in einem aktuellen Bericht. Für die Versicherer besteht das Risiko eines Kumulschadens, weil mehrere Sparten gleichzeitig betroffen sein könnten.
Iran-Krieg: P&I-Clubs stoppen Kriegsrisiko-Deckungen, Öltransporte verteuern sich
Die Mehrheit der größten P&I-Clubs hat die Kriegsrisiko-Haftpflichtdeckungen für Schiffe, die in den Persischen Golf und benachbarte Gewässer einlaufen, wegen des Kriegs im Iran zu Donnerstag gekündigt. Auch Seekaskoversicherer haben die Schiffseigner über die Kündigung bestehender Policen informiert – entsprechende Neuverhandlungen dürften zu deutlich schärferen Konditionen stattfinden. Der Konflikt könnte die weltweite Versorgung mit Öl und anderen Rohstoffen erheblich beeinträchtigen.
Allgegenwärtige Sabotagegefahr: Bedingt versichert?
Legal Eye – Die Rechtskolumne Ein Brandanschlag auf das Umspannwerk der Tesla-Gigafactory, Altöl in der Wasseraufbereitung eines deutschen Kriegsschiffs, ein niedergebrannter Ikea-Möbelmarkt in Litauen – nur drei Fälle aus der vergangenen Zeit, in denen Sabotage durch politisch motivierte oder staatliche Akteure zumindest im Raum steht. Auch beim Brand am Flughafen Heathrow in der vergangenen Woche rückte sofort die Anti-Terror-Einheit aus. Die Ereignisse werfen ein Licht auf die heiß diskutierte Frage, ob Sabotageakte überhaupt versichert wären.
Munich Re: Kaum Russland-Engagement
Der Rückversicherer Munich Re erwartet keine signifikanten Auswirkungen des Ukraine-Krieges auf sein Geschäft. Das teilte die Gesellschaft in ihrem Geschäftsbericht mit, der am Donnerstag veröffentlicht wurde. Die Kernzahlen hatte der Konzern schon am 23. Februar 2022 veröffentlicht. Außerdem teilte der Rückversicherer mit, dass er eine Vertriebsorganisation für Kranken-Gruppenpolicen in Kanada gekauft hat.
Ukrainische Airlines wieder im Normalbetrieb
Ukrainische Fluggesellschaften hatten darüber geklagt, dass Luftfahrtversicherer ihnen die Deckung entziehen wollen und Leasingfirmen ihre Maschinen deswegen zurückfordern. Jetzt berichten die Sky Up Airlines und die Ukraine International Airlines, dass sie wieder im Normalbetrieb arbeiten. Nachverhandlungen mit den Versicherern und das Einschalten der Regierung scheinen gefruchtet zu haben.
Schutz für Helfer
Entwicklungshelfer und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen arbeiten häufig in Regionen, in denen sie großen Risiken ausgesetzt sind. Dafür brauchen sie einen umfassenden Versicherungsschutz durch Unfall- und Auslandskrankenpolicen. Standardverträge haben für diesen Zweck aber zu viele Ausschlüsse, sagt Reinhard Bellinghausen vom Spezialmakler Dr. Walter.








