Hausaufgaben für Transportversicherer

Swiss Re sieht für die kommenden Jahre deutliche Wachstumschancen für die Transportversicherung und die Versicherung von Fluggesellschaften. Gleichzeitig beobachtet der Rückversicherer einen Trend zur Risikokonzentration – und verweist auf Nachbesserungsbedarf beim Risikomanagement der Versicherer.

APTOPIX Thailand Plane Accident

Dieser Airbus crashte am Sonntagabend bei der Landung auf dem Bangkoker Flughafen. Dabei gab es 14 Verletzte. Dass der Flieger zur Gesellschaft „Thai Airways“ gehört, war nach einer Übermalung des Logos nicht mehr zu erkennen

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Das Prämienvolumen in der Transportversicherung und der Versicherung von Fluggesellschaften könnte nach einer neuen Studie der Swiss Re in der kommenden Dekade jährlich um durchschnittlich 4 Prozent bis 5,5 Prozent wachsen – vorausgesetzt, die Weltwirtschaft erholt sich weiter. Im vergangenen Jahrzehnt verdoppelten sich die Prämien in dem Markt. Sie lagen 2012 bei geschätzten 44 Mrd. Dollar (33 Mrd. Euro).

Allerdings müssen die Versicherer bei der Einschätzung ihrer Risiken besser werden, um sich vor Großschäden zu schützen. Zwar ist die Zahl großer Schäden rückläufig. Aber: Der Trend zu immer größeren Schiffen und teureren Ladungen könnte zu bösen Überraschungen führen, warnt Swiss Re. Ein Transportversicherer weiß in der Regel nicht, ob und wieviel Transportgut welche Versicherungsnehmer auf einem einzelnen Schiff haben. Das ist eine Folge des Systems der Generalpolicen für Transportversicherungen. Ein weiterer Grund für Kumulrisiken ist die zeitgleiche Konzentration vieler Schiffe und Flugzeuge an Häfen und Flughäfen.

„Daher müssen die Versicherer dringend ihr Risikomanagement weiter verbessern, insbesondere die Quantifizierung des Potenzials für Kumulschäden aus ein und demselben Ereignis“, schreibt Munich Re.

Außerdem müssen Versicherer angesichts einer Schaden-/Kosten-Quote von rund 100 Prozent der Beiträge mehr versicherungstechnische Disziplin bei der Zeichnung von Neugeschäft walten lassen. Der Grund: Steigende Prämien als Automatismus werden unwahrscheinlicher. „Die Transportversicherer werden sich zur Erhöhung ihrer Profitabilität weniger auf einen marktweiten Zyklus von steigenden Prämien verlassen können – anders als in der Vergangenheit“, so der Rückversicherer.

Swiss Re beobachtet außerdem eine wachsende Bedeutung lokaler Versicherer in den Entwicklungsländern. Zusammen mit einer Expansion internationaler Anbieter in Schwellenländern habe dies zur Entwicklung neuer regionaler Zentren für Spezialversicherungen etwa in Singapur und Dubai geführt. London dominiert den Markt weiter und hat einen Anteil von 20 Prozent an den globalen Transport- und Luftfahrtversicherungsprämien.

In der Studie konzentriert sich Swiss Re auf die Transportversicherungsbereiche Waren, Kasko und Haftpflicht sowie auf die Versicherung für Fluggesellschaften. Diese Sparten machen nach Angaben des Rückversicherers 80 Prozent des weltweiten Prämienvolumens aus. Nicht enthalten sind US-Binnentransporte, Allgemeine Luftfahrt, Raumfahrt, Weltraum und die Deckungsart Kasko, Krieg und Ausschreitungen.

 

Jonas Tauber


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