US-Präsident Donald Trump hat seine Behörden angewiesen, für die Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus Kriegsrisiko-Deckungen „zu einem sehr günstigen Preis“ anzubieten. Wie das genau funktionieren soll, weiß niemand. Aber die Anweisung zeigt, dass die Regierung Trump keine Scheu davor hat, die Versicherung als politisches Mittel zu nutzen. Damit steht Trump nicht allein. Im größten Markt der Welt ist die Versicherungsbranche seit jeher ein politischer Spielball, schreibt Herbert Fromme.
Herbert Frommes Kolumne
Die BaFin und das Wohlverhalten der Vorstände
Bei der BaFin tut sich einiges. Dazu gehört, dass die Behörde vor Kurzem vergleichsweise leise eine neue Gruppe eingerichtet hat, die sich ausdrücklich nur mit der so genannten Wohlverhaltensaufsicht befasst und direkt an Versicherungs-Chefaufseherin Julia Wiens berichtet. Was klingt wie ein Begriff aus der Schulordnung eines Internats vor 60 Jahren, hat es in sich: Hier bündelt die Behörde alles, was mit fairer Kundenbehandlung zu tun hat. Die Branche kann sich darauf einrichten, dass die Aufsicht hier wesentlich aktiver werden wird. Sie hat dafür gute Gründe, schreibt Herbert Fromme.
Die Leiden der Lebensversicherer
Die Lebensversicherer melden ordentliche Wachstumszahlen für 2025, dem Einmalgeschäft sei Dank. In vielen Vorstandsetagen ist die Stimmung dennoch angespannt. Denn das Neugeschäft gegen laufenden Beitrag ist erheblich unter Druck – weil es sich für die Unternehmen nicht mehr lohnt. Klassische Lebensversicherungen spielen im Vertrieb kaum noch eine Rolle. Doch die aktuellen Sorgen vieler Chefs gelten den fondsgebundenen Angeboten: Zu hohe Kosten, die sich nur über lange Laufzeiten rechnen, treffen auf steigende Stornoquoten. Eine tödliche Mischung, schreibt Herbert Fromme.
Neue Töne von Versicherungschefs, weiter so vom GDV
Stefanie Schlick, Chefin der Sparkassenversicherung Sachsen, und Axa-Deutschlandchef Thilo Schumacher fanden beim SZ-Versicherungstag Anfang Februar deutliche Worte zur Lage der Branche. GDV-Präsident Norbert Rollinger dagegen glaubt, dass eigentlich alles in Ordnung ist. In der Branche hat endlich die längst überfällige Diskussion begonnen, schreibt Herbert Fromme.
Warum die Software-Krise die Versicherer beunruhigen sollte
Viele Versicherer stecken mitten in milliardenschweren IT-Modernisierungen. Sie setzen auf etablierte Softwareanbieter, die Kernsysteme, Schadenbearbeitung, Bestandsführung und Datenanalyse liefern. Ausgerechnet diese Anbieter geraten derzeit an den Börsen unter Druck. Die Kurse wichtiger Softwarefirmen sind deutlich gefallen, nicht nur die von Versicherungsspezialisten. Investoren bezweifeln zunehmend, ob ihre Geschäftsmodelle im Zeitalter der künstlichen Intelligenz dauerhaft sind, schreibt Herbert Fromme.
Munich Re: Das vergiftete Abschiedsgeschenk
CEO Joachim Wenning hat die Munich Re mit einem Rekordgewinn verlassen und die Führung an Christoph Jurecka übergeben. Für die kommenden fünf Jahre verspricht das noch von Wenning verantwortete Zukunftsprogramm „Ambition 2030“ weiter stark steigende Gewinne. In einem spürbar weicher werdenden Markt ist das kaum zu schaffen. Die großspurigen Ankündigungen sollen die Kapitalmärkte gewogen halten, inzwischen ohnehin die wichtigste Zielgruppe der Munich-Re-Führung. Wennings Abschiedsgeschenk ist vergiftet, schreibt Herbert Fromme.
Statt Dr. Google künftig Dr. ChatGPT
Der Anbieter von künstlicher Intelligenz (KI) OpenAI bringt ChatGPT Health auf den Markt, mit dem Nutzer ihre Gesundheitsdaten überprüfen und bewerten lassen können. Das hat weitreichende Folgen für Ärzte, Krankenhäuser und andere Leistungserbringer sowie für Krankenkassen und private Krankenversicherer, schreibt Herbert Fromme, Herausgeber des Versicherungsmonitors. Es geht um die Datenhoheit und darum, wem die Kunden künftig vertrauen, der KI oder dem Versicherer.
Neujahrsbier mit der KI am Tisch
Viele Karrieren in der Versicherungswirtschaft beginnen in Köln, an der Universität oder an der TH. Manche Freundeskreise aus dem Studium halten erstaunlich lange. Sie treffen sich noch Jahre später, gern in Kneipen, die mit der Zeit deutlich besser gealtert sind als die Branche selbst. Der Versicherungsmonitor hatte Gelegenheit, bei einem solchen Neujahrsbier zuzuhören. Die KI saß mit am Tisch.
Altersvorsorge: Zucker für die Fonds, Essig für Versicherer
Die Regierung hat sich bewegt und die lang angekündigte Reform der privaten Altersvorsorge tatsächlich auf den Weg gebracht. Damit kann die Versicherungswirtschaft zufrieden sein, schreibt Herausgeber Herbert Fromme. Vor allem die Abschaffung der vollständigen Beitragsgarantie beim Riester-Nachfolgeprodukt dürfte die Branche erfreuen. Doch in dem zentralen Punkt der lebenslangen Rente haben sich die Fonds durchgesetzt, und der Entwurf enthält weitere Kröten für Versicherer und Vertriebe. Das wird zu erheblichen Spannungen führen.
Die Pflichtversicherung mitgestalten, nicht ablehnen
Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft hat Vorschläge zur Versicherung von Elementarschäden gemacht, mit denen er eine Entscheidung von Bund und Ländern für eine Pflichtversicherung noch verhindern will. Der Verband bewegt sich in einzelnen Punkten, bleibt aber bei der grundlegenden Ablehnung der Pflicht. Das ist kurzsichtig: Diesen Kampf können die Versicherer nicht gewinnen. Sie sollten stattdessen an der Ausgestaltung der Pflicht mitwirken.
Wie die BaFin die Versicherungsvereine aufwühlt
Mit einer kleinen Änderung an einem Rundschreiben aus dem Jahr 2023 hat die Finanzaufsicht BaFin gerade die Personalplanung in der Führung so mancher Versicherer durcheinandergebracht. Die Behörde verlangt nun auch bei Versicherungsvereinen und öffentlichen Versicherern eine zweijährige Abkühlungszeit, bevor eine Vorstandschefin oder ein Chef an die Spitze des Aufsichtsrats rücken. Für Aktiengesellschaften gilt diese Frist bereits, denn das legt der Corporate Governance Kodex fest. Es ist richtig, dass die Behörde jetzt alle Versicherer gleich behandelt, schreibt Herbert Fromme.
Kfz: Übergangsjahr vor der nächsten Schlacht
2026 wird ordentlich verlaufen für die Kfz-Versicherer. Darauf deuten die Zahlen über Preiserhöhungen hin. Natürlich können Naturkatastrophen der Branche noch einen Strich durch die Rechnung machen, aber insgesamt hat sie die katastrophalen Jahre mit Milliardenverlusten hinter sich gelassen. Der Schock durch die Verluste hat für Preisdisziplin gesorgt. Doch damit dürfte es Ende 2026 vorbei sein. Schon jetzt versuchen einige Anbieter aggressiv, Marktanteile zu gewinnen. Noch ist unklar, wie sich die künstliche Intelligenz künftig auf den Markt auswirkt.
Die KI bleibt, auch wenn die Blase platzt
Unternehmensbewertungen von KI-Unternehmen erreichen schwindelerregende Dimensionen im Billionenbereich. Wenn irgendwo künstliche Intelligenz draufsteht, fließen Milliarden auch in zweitklassige Adressen. Hier hat sich eine Blase aufgepumpt, die nur darauf wartet, zum Platzen gebracht zu werden. Die Versicherer würden einen solchen Finanzmarkt-Crash deutlich spüren. Doch selbst wenn die Blase platzt, bleibt die KI – so wie das Internet als Technologie den Dotcom-Crash 2000 bis 2002 überlebt hat. Versicherer sollten aktuell wohl nicht in KI-Aktien investieren, in die selbstgenutzte KI aber schon.
Wenn sich die KI mit der KI streitet
US-Krankenversicherer, die künstliche Intelligenz (KI) einsetzen, um über Leistungen zu entscheiden, geraten wegen der häufigen Ablehnung von Kundenrechnungen durch ihre Systeme unter Druck. Doch jetzt nutzen Versicherte selbst KI-Systeme, die ihnen die Beschwerden gegen diese Entscheidungen erleichtern. Der Einsatz von KI im echten Leben sorgt für ganz neue Formen der Auseinandersetzung.
Warum Versicherer KI-Schäden ausschließen wollen
Derzeit gibt es nur vereinzelt Schadenfälle aus der Nutzung von künstlicher Intelligenz (KI). Aber mit der zunehmenden KI-Nutzung bei Industrie und Dienstleistern steht eine Welle solcher Schäden bevor. In den USA bereiten sich die Versicherer darauf vor, KI-Schäden aus der Industriehaftpflicht auszuschließen. In Deutschland wird darüber noch nicht öffentlich diskutiert, intern aber schon. Folgt auf Silent Cyber jetzt Silent AI? Und wer versichert die Risiken dann?

