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Mehr Offenheit, bitte

 Kommentar  Die Vereinigung zum Schutz für Anlage- und Versicherungsvermittler hat ihre Forderung nach der Nennung der „Solvency II-Sünder“ erneuert. Ein berechtigtes Anliegen, denn Kunden und Vermittler brauchen die Gewissheit, dass sie nicht auf den falschen Anbieter setzen und der Versicherer seine Verpflichtungen auch in Zukunft erfüllen kann. Die Finanzaufsicht BaFin beruft sich darauf, dass ihr die rechtlichen Möglichkeiten zur Offenlegung fehlen. Hier ist der Gesetzgeber gefragt.

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Walmart, Metro und die Assekuranz

 Herbert Frommes Kolumne  Der US-Supermarktriese Walmart kauft die Online-Plattform Jet.com, um sich gegen Amazon zu wehren. Der Börsenwert des Online-Versandhändlers Zalando hat in dieser Woche erstmals den des Metro-Konzerns übertroffen. Was das alles mit Versicherung zu tun hat? Sehr viel. Wie der Einzelhandel muss auch die Assekuranz mit den Angriffen der digitalen Rivalen umgehen. Dabei können auch Zukäufe helfen – schließlich sind gerade die Plattformen der insolventen Unister-Gruppe auf dem Markt.

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Schutzgeld ist nicht nachhaltig

 Herbert Frommes Kolumne  Die börsennotierten Versicherer und Rückversicherer haben inzwischen ihre Zahlen für die ersten sechs Monate des Jahres 2016 vorgelegt. Ob Munich Re, Zurich oder Talanx – bei der Mehrzahl der Gesellschaften fielen die Halbjahresergebnisse besser aus, als von Analysten und anderen Marktbeobachtern erwartet. Doch ein genauer Blick auf die Zahlen zeigt, dass die durch das Zinstief generierten Bewertungsreserven und die Auflösung von Schadenreserven eine sehr große Rolle spielten. Die Versicherungschefs wollen mit möglichst guten Zahlen Anleger gewogen halten, die Versicherungsaktien fallen seit Monaten. Nachhaltig sind solche Ergebnisse nicht.

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Provinzial, die Fünfzehnte

 Herbert Frommes Kolumne  Bei Filmproduktionen gibt es diese verflixten Tage, wenn dieselbe Szene 15 Mal oder mehr gedreht werden muss, ehe sie wirklich sitzt.  Die Akteure in Münster und Düsseldorf, die seit Jahren über die längst überfällige Fusion der beiden Provinzial-Gesellschaften reden, scheinen sich daran ein Beispiel zu nehmen. Mal passt diese Kleinigkeit nicht, mal die andere. Dann geht alles wieder von vorne los. Eigentlich fürchterlich langweilig. Aber wahrscheinlich sind wir das ganze Problem bald los. Es sieht so aus, als ob die Beteiligten sich jetzt doch endlich einigen könnten.

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Keine besseren Menschen

 Herbert Frommes Kolumne  Das Online-Versicherungsportal Zenefits muss im US-Bundesstaat Tennessee eine Geldstrafe zahlen, weil es sich nicht an die Vorschriften gehalten hat. In anderen Bundesstaaten drohen ähnliche Sanktionen. Der US-Krankenversicherer Oscar halbiert die Zahl von Vertragsärzten und Krankenhäusern für seine Kunden und erhöht gleichzeitig die Preise. Drei, vier Jahre nach ihrer Gründung spüren Fintechs und Insurtechs in den USA harsche ökonomische Realitäten und die volle Wucht des Aufsichtsrechts. Es stellt sich heraus: In den neuen Firmen arbeiten nicht die besseren Menschen, auch wenn sie manchmal so tun. Ihr Potenzial, die Branche grundlegend umzukrempeln, leidet darunter nicht. Im Gegenteil.

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Wer kauft wen, und warum?

 Herbert Frommes Kolumne  Der europäische Versicherungsmarkt erlebt einen der größten Veränderungsprozesse seiner Geschichte. Niedrigzinsen und Digitalisierung sind die beiden Haupttrends. Es wäre ein Wunder, wenn die aktuellen Großumbauten nicht auch Auswirkungen auf die Marktstruktur hätten. Also: Wer geht mit wem zusammen? Überleben Zurich und Generali als eigenständige Gruppen? Was machen Axa und Allianz? Wer kauft, wer wird verkauft? Ein Blick in die Glaskugel.

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Wem gehört der Kunde?

 Herbert Frommes Kolumne  Die HUK-Coburg verkauft Gebrauchtwagen, die Allianz Deutschland baut mit 13 Teams in so genannten „Garagen“ Software im Eilverfahren. Das sehr unterschiedliche Vorgehen der rivalisierenden Versicherer hat denselben ernsten Hintergrund. Beide  müssen fürchten, dass sie den unmittelbaren Kundenkontakt verlieren und nur noch Zulieferer werden für andere. Dafür sorgen die Digitalisierung der Gesellschaft und die Veränderungen im Kundenverhalten. Die alte Frage, wem der Kunde gehört, stellt sich plötzlich auf brutale Weise neu für die Versicherer.

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Vermittler und fallende Aktienmärkte

 Herbert Frommes Kolumne  Der Wechsel von klassischen Lebensversicherungsprodukten hin zu kapitalmarktorientierten Verträgen ist keinem Anbieter leicht gefallen. Aber er hatte in den vergangenen Jahren starke Unterstützung durch die robuste Entwicklung der Kapitalmärkte, vor allem der Aktien. Jetzt fühlen viele Vermittler zum ersten Mal den Effekt eines Einbruchs an den Märkten – besorgte Kunden, schwierigeres Neugeschäft, erhöhte Stornozahlen. Viele können damit nicht gut umgehen. Das liegt einerseits daran, dass viele Produkte große Schwächen haben, andererseits daran, dass die Versicherer ihre Vermittler unzureichend auf diesen Fall vorbereitet haben.

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Die Zukunft ist vor allem eins: einfach

 Herbert Frommes Kolumne  Selbst bei einem äußerst effizient und freundlich arbeitenden Versicherer ist eine Schadenmeldung für einen nur wenig komplexen Schaden immer noch ein kleines Drama, das vor allem viel Zeit kostet. Für Abhilfe könnten Entwicklungen der großen Versicherer sorgen. Wenn sie halten, was ein Blick auf erste Prototypen zum Beispiel bei der Allianz verspricht, bringen sie wirklich eine Wende in der Schadenbearbeitung – jedenfalls aus Sicht des Kunden.

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Brexit: Nur Verlierer

 Herbert Frommes Kolumne  Mit knapper Mehrheit hat sich die britische Bevölkerung für den Austritt aus der EU entschieden. Die Märkte reagierten heftig. Die Reaktionen werden abklingen, aber die großen Unsicherheiten bleiben, auch für die Versicherer. Das gilt nicht nur für Allianz, Munich Re oder Zurich, die direkt in Großbritannien engagiert sind. Die politischen Unwägbarkeiten sollten auch den Gesellschaften nicht gleichgültig sein, die dort kein Geschäft zeichnen.

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Wahlkampfzeiten

 Herbert Frommes Kolumne  Mit schaudernder Faszination und Entsetzen schaut Europa auf Großbritannien. Die zunehmend hasserfüllte Auseinandersetzung um den Brexit könnte im Mord an der Abgeordneten Jo Cox einen furchtbaren Höhepunkt gefunden haben. Die regierende konservative Partei spaltet sich, bei den anderen großen politischen Kräften sieht es nicht viel besser aus. Auch in Deutschland nehmen die politischen Spannungen innerhalb der großen Parteien zu. Sie werden sich im Bundestagswahlkampf noch deutlicher zeigen. Für die Versicherungswirtschaft heißt das: Die politischen Unsicherheiten werden drastisch zunehmen. Auf politische Unterstützung hoffen kann sie nur, wenn sie ihr Haus in Ordnung bringt.

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Schwitzend am Telefon

 Herbert Frommes Kolumne  Langsam dämmert dem deutschen Markt, was die Ergo-Entscheidung bedeutet, weitere 5,5 Millionen klassische Policen in den internen Run-off zu geben. Die Hamburg-Mannheimer, einst die Nummer zwei unter den deutschen Lebensversicherern und über ihre Werbefigur Herr Kaiser Ikone der Branche, ist Geschichte. Kleine und mittelgroße Gesellschaften, die bislang Treueschwüre auf die klassischen Policen mit Zinsgarantie geleistet haben, kommen erheblich unter Druck – nicht nur durch die Aufsichtsbehörde, sondern auch durch die eigenen Aufsichtsräte und Mitgliedervertreter. Wir dokumentieren im Folgenden ein Telefongespräch zwischen dem Vorstandsvorsitzenden  der XY-Versicherung und seinem Aufsichtsratschef, das natürlich vollständig fiktiv ist.

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Milliardenspiel im Ergo-Turm

 Herbert Frommes Kolumne  Ergo-Chef Markus Rieß hat für sein Umbauprogramm wenig Lob und viel Schelte bekommen, auch von Analysten – also dem Aktionärslager – und den Gewerkschaften. Mancher bei der Muttergesellschaft Munich Re interpretiert das positiv: „Wenn alle auf uns einschlagen, müssen wir etwas richtig gemacht haben.“ Aber so einfach ist die Sache nicht. Der Rieß-Plan birgt erhebliche Umsetzungsrisiken. Daneben hat er marktweite Folgen. Der Run-off für weitere 5,5 Millionen Verträge, zusätzlich zu den bereits in Abwicklung befindlichen eine Million Policen, bringt die klassische deutsche Lebensversicherung endgültig auf die rote Liste der bald bedrohten Arten von Versicherungsangeboten.

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Ein aufregender Juni

 Herbert Frommes Kolumne  Im Juni wollen die neuen Chefs von Zurich und Ergo ihre strategischen Weichenstellungen vorlegen. Sicher ist wohl bei beiden, dass die Digitalisierung und die Kostensenkung eine große Rolle spielen. Die Axa räumt vor der Amtsübergabe von Henri de Castries an Thomas Buberl in der obersten Führung schon einmal auf, das dürfte das Vorspiel für größere Änderungen im gesamten Konzern sein. Auch Allianz-Deutschlandchef Manfred Knof dürfte seine Strategie offenlegen. Im Herbst sehen die Branchenschwergewichte anders aus als heute.

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Heftige Unruhe

 Herbert Frommes Kolumne  In der Branche herrscht eine Unruhe wie schon lange nicht mehr. Solvency II, die ersten Solvenzzahlen und die „Manndeckung“ der BaFin zeigen Wirkung. Langjährige Geschäftsmodelle geraten ins Wanken, Vorstände müssen dringend neue Antworten finden. Auch bei den Vermittlern ist die Unsicherheit angesichts der Herausforderungen durch die Digitalisierung und die Kostensenkungsmodelle der Versicherer groß. Wer gewinnt? Die Versicherer, die auf hohe Finanzkraft setzen und ihre Leute im Innen- und Außendienst fair behandeln.

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