Britische Luftfahrtversicherer wollen auf Druck von der Finanzaufsicht PRA ihr Silent Cyber-Risiko in den Griff bekommen und haben dafür eine Klausel erarbeitet, mit der sie sich vor Kumulschäden aus dem Bereich schützen können. Ihr Vorschlag basiert auf einem Passus, der in Verbindung mit der üblichen erweiterten Luftfahrthaftpflichtversicherung verwendet werden könnte. Die sogenannte Comprehensive Software Limitation Clause soll bei Schäden durch Softwarefehler und Schadprogramme die Haftpflichtversicherungssummen auf das von den Flugaufsichtsbehörden vorgeschriebene Minimum für Flugzeugbetreiber begrenzen.
Industrieversicherung
Versicherer halten sich bedeckt bei Monsanto-Schaden
Mit der Übernahme des US-amerikanischen Biochemie-Konzerns Monsanto wollte der Pharmakonzern Bayer 2016 zum größten Produzenten von Saatgut und Pflanzenschutzmittel aufsteigen. Doch jetzt könnte die Übernahme den Konzern sehr teuer zu stehen kommen. Bayer muss sich in den USA wegen des von Monsanto entwickelten Unkrautvernichters Roundup vor Gericht verantworten. Der darin enthaltende Wirkstoff Glyphosat soll krebserregend sein. Bayer hat eine Police für Produkthaftungsschäden bis zur marktüblichen Deckungshöhe, teilte der Konzern mit. Ob das ausreicht? In drei Fällen wurde der Konzern bereits zu mehr als 2 Mrd. Dollar Strafe verurteilt, allerdings in der ersten Instanz. 13.400 weitere Kläger gibt es noch. Europäische […]
D’Hulster und Grüll neu im Uniqa-Aufsichtsrat
Leute – Aktuelle Personalien Die Versicherungsgruppe Uniqa ernennt zwei neue Aufsichtsratsmitglieder: Anna Maria D’Hulster, ehemalige Generalsekretärin der Geneva Association, und Martin Grüll, Finanzvorstand bei der Raiffeisenbank International. Außerdem: Der Spezialversicherer Sompo International ernennt Udo Pützer zum neuen Leiter Financial Lines für Deutschland. Pützer wird unter anderem für das Geschäft mit Managerhaftpflicht- und Berufshaftpflichtpolicen zuständig sein. Paul Owens legt sein Amt als Chef der Captiveabteilung von Willis Tower Watson nieder, FM Global stellt eine Reihe neuer Ingenieure ein.
Feuer-Sanierung macht Talanx profitabler
Der Talanx-Konzern zeigt sich nach einer Umsatz- und Gewinnsteigerung zum Jahresauftakt 2019 zufrieden. Bei den Prämien in der Industrieversicherung konnten die Hannoveraner in den ersten drei Monaten zweistellig zulegen. Der Konzern führt das insbesondere auf den Start der neuen Gesellschaft HDI Global Specialty zurück, die das Spezialversicherungsgeschäft von HDI Global und Hannover Rück umfasst. Die im ersten Quartal verzeichneten Erfolge des Strategieprogramms 20/20/20 bringen Talanx dem Ziel näher, die Feuerversicherung zurück in die schwarzen Zahlen zu führen. Das Geschäft, das durch Preiserhöhungen verloren ging, konnten die höheren Prämien kompensieren.
Hannover Rück baut Geschäft aus
Die Hannover Rück spürt eine steigende Nachfrage der Erstversicherer nach Rückdeckungen. In den ersten drei Monaten des Jahres legten die Prämieneinnahmen der Hannoveraner in der Schadenrückversicherung um 22,8 Prozent auf 4,4 Mrd. Euro zu. Naturkatastrophen wie die Waldbrände in den USA oder die Stürme in Japan befeuern das Interesse am Schutz gegen Großschäden und sorgen für höhere Preise – auch in der Erneuerungsrunde zum 1. April. Die Schäden durch Naturkatastrophen fielen bei der Hannover Rück dank üppigem Retrozessionsschutz indes nicht ganz so heftig aus wie bei den Wettbewerbern Scor und Swiss Re.
Perseus bringt Cyberschutzbrief
Das vor einem Jahr gestartete Cybersicherheits-Start-up Perseus stockt sein Angebot um ein Programm zur Schadsoftwareerkennung sowie einen Schutzbrief auf. Risikoträger beim Schutzbrief ist der Digitalversicherer Element, der wie Perseus zur Finleap-Gruppe gehört. Geschäftsführer Richard Renner spricht von einer konsequenten Weiterentwicklung des Geschäftsmodells. Die Finleap-Gründung konzentriert sich auf Dienstleistungen rund um Cybersicherheit für Firmenkunden und hat Trainings für Mitarbeiter im Angebot. Für den Vertrieb setzt Perseus auch auf Kooperationen mit Versicherern wie der Signal Iduna.
Buffett sucht trotz Brexit Übernahmeziele in UK
Starinvestor Warren Buffett sucht nach Übernahmezielen in Großbritannien. Dabei schreckt ihn auch der Brexit mit seinen vielen Ungewissheiten nicht. Das sagte er auf der Aktionärsversammlung von Berkshire Hathaway. Mit 114 Mrd. Dollar an liquiden Mitteln hätte die Investmentgesellschaft genug Kapital für einen Zukauf. Die Nettoeinnahmen im ersten Quartal lagen bei 21,6 Mrd. Dollar. Kritisch äußerte sich Buffett zu Teslas Vorhaben, einen eigenen Versicherer zu gründen. Das werde keinen Erfolg haben, sagte er.
Gewinnrückgang bei Swiss Re
Der Rückversicherer Swiss Re hat im ersten Quartal 2019 weniger verdient. Unter dem Strich steht ein Gewinn von 429 Mio. Dollar, nach 457 Mio. Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn sank vor allem wegen Großschäden in der Sach-Rückversicherung. Der Absturz der Ethiopian Airlines-Maschine und das Boeing-Flugverbot drückten das Ergebnis, ebenso die Überschwemmungen in Australien. Der Industrieversicherer Swiss Re Corporate Solutions verbuchte einen Verlust von 55 Mio. Dollar. Am Börsengang der britischen Run-off-Tochter ReAssure will Swiss Re festhalten, Finanzchef John Dacey zeigte sich jedoch auch offen für einen Verkauf.
Geistiges Eigentum schlecht geschützt
Der Makler Aon warnt Unternehmen vor Lücken bei der Versicherung ihrer immateriellen Vermögensgegenstände. Laut einer Aon-Studie ist die Deckung für Sachanlagen deutlich höher als jene für nicht-materielle Vermögensgüter. Dabei müssen Unternehmen weitaus höhere Verluste bei potenziellen Schäden der immateriellen Vermögensgegenstände hinnehmen als bei dem Sachanlagevermögen. Allem voran das geistige Eigentum von Unternehmen und Unternehmensgeheimnisse waren bereits in der Vergangenheit vermehrt Gegenstand von Schadensfällen. Aon fordert deshalb einen Kurswechsel.
Lloyd’s baut groß um und spart
Der Londoner Versicherungsmarkt Lloyd’s hat am Mittwoch ein weitreichendes Umbau- und Sparprogramm vorgestellt, das jetzt in eine Konsultationsphase geht. Lloyd’s will zwei neue digitale Platzierungsplattformen einführen – eine für einfache Risiken und eine zweite für komplexere Geschäfte. Die Einsparungen könnten zu Kostensenkungen von 10 Prozent bis 20 Prozent der Prämien führen, das wären mehr als eine Milliarde Pfund. Das würde die heutigen Kostensätze von 30 Prozent bis 40 Prozent spürbar senken. Außerdem will der Markt attraktiver und leichter zugänglich für alternatives Kapital werden.
Stephen Catlin baut neuen Sachversicherer auf
Stephen Catlin holt zum Angriff aus. Der bekannte Gründer des Versicherers Catlin, zwischenzeitlich Teil von XL Catlin und heute von Axa XL, baut einen neuen Sachversicherer auf. Für den Aufbau des Unternehmens namens Convex hat er 1,8 Mrd. Dollar eingesammelt, teilte Catlin der Financial Times mit. „Das ist eine Gelegenheit, die sich nur einmal im Leben bietet“, sagte der 64-Jährige. Der Versicherungsmarkt sei „auf groteske Weise ineffizient”, was Prozesse und Vertrieb angeht. Einige ehemalige Catlin-Führungskräfte werden bei Convex arbeiten, darunter Paul Brand, der vorerst Catlins Stellvertreter und später CEO werden soll. Convex will etablierten Konkurrenten Marktanteile abjagen, indem viele Prozesse […]
Schiffsversicherer weiter in unruhigem Fahrwasser
Die Schiffsversicherer hatten im vergangenen Jahr so wenige Totalschäden zu beklagen wie seit 20 Jahren nicht mehr. Für die Schiffsversicherervereinigung IUMI ist das aber kein Grund zum Aufatmen. Denn angesichts der seit Jahren rückläufigen Prämien können auch Frequenzschäden die Anbieter hart treffen. Auch die zunehmenden Risiken durch immer größer werdende Schiffe machen ihnen Sorgen. Bei den Preisen sehen die Versicherer 2019 leichte Erholungstendenzen, doch der Weg zurück zu profitablen Ergebnissen ist noch weit.
Boeing-Schaden sorgt für Marktwende
Versicherer werden wohl über eine Milliarde Dollar für die zwei Totalverluste der Boeing 737 Max 8 und die aktuell noch geltende Flugsperre für alle Maschinen des Typs zahlen, schätzen Experten aus der Luftfahrtversicherung. Viel hängt davon ab, ob die Kläger eine Verantwortung Boeings für die Abstürze nachweisen können. Dann dürfte es auch zu Regressforderungen der Versicherer gegen Boeing kommen, die für die beiden Maschinen und für Ansprüche der Passagiere haften. Die Munich Re beobachtet aktuell eine Erhöhung der Preise in der Luftfahrtversicherung.












