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Axa optimistisch trotz Gewinneinbruch

Der französische Versicherer Axa verdiente 2018 nur 2,1 Mrd. Euro, 66 Prozent weniger als die 6,2 Mrd. Euro des Vorjahres. Aber Konzernchef Thomas Buberl zeigte sich hoch zufrieden. Das operative Ergebnis – bereinigt um Sondereffekte wie Zu- und Abgänge, Kosten und Großschäden – sei um 6 Prozent auf 6,2 Mrd. Euro gestiegen, sagte er. 2018 sei ein entscheidendes Jahr beim Umbau der Gruppe gewesen, sagte er mit Bezug auf die Übernahme der XL und den Börsengang der US-Lebenstochter. Die deutschen Töchter wuchsen weniger stark als die Gruppe, in der Krankenversicherung nach Art der Lebensversicherung ging das Neugeschäft um 17 Prozent […]

Cyber-Angreifer aus den eigenen Reihen

Der auf Cyberschutz spezialisierte Versicherer Hiscox erlebte als einer der Pioniere in dem jungen Geschäft, wie heftig Hacker Unternehmen attackieren. Bei einem Kunden ging 2017 plötzlich nichts mehr – die gesamte IT lag lahm. Ein ehemaliger Mitarbeiter hatte den IT-Dienstleister angegriffen. Als die Attacke einigermaßen ausgestanden war, schlug der Mann nochmals zu. Hiscox zahlte rund drei Mio. Euro für die Schäden des Kunden. Das Cyber-Geschäft ist für Versicherer riskant, weiß Bronek Masojada, Vorstandsvorsitzender der Hiscox-Gruppe. „Würde Hiscox nur Cyber machen, wäre das nicht gut für uns“, sagte er im Interview mit dem Versicherungsmonitor.

Marsh: Weitere Sanierung in der Feuerversicherung

Der Großmakler Marsh rechnet damit, dass die Industrieversicherer dieses Jahr erneut die Preise in der Feuerversicherung anheben werden. Die Sparte leidet seit Langem unter hohen Schäden und verläuft für viele Anbieter nicht profitabel. Im vergangenen Jahr haben die Versicherer im Unterschied zu den Vorjahren bereits in vielen Fällen erfolgreich die Preise angehoben. Anders in der D&O-Versicherung: Hier konnten sich die Anbieter, die Prämienerhöhungen angekündigt hatten, in der Regel nicht durchsetzen. Eine Ausnahme sind Unternehmen mit US-Risiken, sagte Thomas Olaynig, Head of Placement & Specialties bei Marsh Deutschland.

Studie: Falsche Prioritäten bei der Risikoeinschätzung

Gesundheits- und Sicherheitsvorfälle sind der führende finanzielle Verlusttreiber für Unternehmen weltweit. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Business Continuity Institute und der British Standards Institution (BSI). Demnach entstanden den Firmen im vergangenen Jahr Schäden in Höhe von fast 2 Mrd. Dollar, etwa weil sie mit Bakterien verseuchte Lebensmittel auf den Markt gebracht hatten. Die Schäden sind weit höher als die durch IT-Ausfälle und Cyberangriffe. Dennoch sorgen sich Unternehmen vor allem um diese Gefahren. Das BSI rät Konzernen, sich nicht nur auf die großen spektakulären Risiken zu konzentrieren.

Aon holt Willis-Manager für Kölner Büro

 Leute – Aktuelle Personalien  Ralph von Wachtmeister leitet ab April die neue Kölner Niederlassung des Maklers Aon. Er kommt vom Konkurrenten Willis Towers Watson, ebenso wie zwei neue Key Account Manager. Außerdem: Der Digitalversicherer Friday erweitert sein Führungsteam. Dennis Froneberg ist neuer Leiter des europäischen M&A-Geschäfts bei AIG. David Fisher verstärkt den niederländischen Betrugsbekämpfungsspezialisten Friss. Kyle Bryant ist beim Industrieversicherer Chubb künftig für die Sparte Financial Lines in Kontinentaleuropa zuständig. Und: Aon hat seinen langjährigen Manager Lambros Lambrou zum weltweiten Chef der Sparte Commercial Risk Solutions ernannt.

Cyber: HDI kooperiert mit Perseus

Der Hannoveraner Versicherer HDI bietet seinen Firmenkunden in der Cyberversicherung künftig auch die Dienstleistungen des Start-ups Perseus an. Das Berliner Unternehmen will Schäden aus Cyberattacken verhindern und setzt dafür vor allem auf Sicherheitsschulungen. Mitarbeiter von Kunden können einen Führerschein für Datensicherheit erwerben. Die Finleap-Gründung Perseus kooperiert bereits mit der Signal Iduna, eine Partnerschaft mit der Gothaer startet demnächst.

Brexit bremst M&A aus

Der Trend zu einer steigenden Zahl der Fusionen und Übernahmen (M&A) in der Versicherungsbranche, der sich im vergangenen Jahr gezeigt hatte, wird nicht anhalten. Die Kanzlei Clyde & Co. erwartet, dass die Unsicherheiten um den Brexit und der Handelsstreit zwischen den USA und China den M&A-Aktivitäten im ersten Halbjahr 2019 einen Dämpfer verpassen werden. Für das zweite Halbjahr rechnen die Experten aber wieder mit einer Erholung des Marktes. Übernahmeziele sieht Clyde & Co unter anderem im Lloyd’s-Markt, wo sich viele Syndikate von Geschäft trennen.

Cyberangriff aus dem Aquarium

Immer mehr Geräte in Unternehmen sind mit dem Internet verbunden. Zugleich steigt die Zahl der Dienstleister mit Zugriffsrechten auf das Firmennetzwerk. Das macht Unternehmen immer verwundbarer für Hackerangriffe, wie die Attacke auf ein Kasino in Las Vegas über ein mit Sensoren ausgestattetes Aquarium zeigt. Deshalb drängen Konzerne ihre Zulieferer und Dienstleister zunehmend darauf, Haftpflichtversicherungen abzuschließen, die auch einen Cyberschutz umfassen, berichtet Martin Kreuzer, Cyberexperte beim Rückversicherer Munich Re, im Interview mit dem Versicherungsmonitor. Einen starken Nachfrageschub durch die Datenschutzgrundverordnung bei Cyberpolicen sieht er indes noch nicht.

Schiffsversicherung in „schmerzhafter“ Phase

Die Schiffsversicherervereinigung IUMI sieht die Transportversicherung durch eine der schwierigsten Phasen der vergangenen Jahrzehnte gehen. Die Entwicklung der Prämien hält nicht mit den immer größer werdenden Schiffskapazitäten Schritt. Hinzu kommen hohe Schäden, die Gefahr eines globalen Handelskriegs und die Unsicherheiten durch den Brexit. Der Standort London steht unter besonderem Druck. Große Hoffnungen setzt die IUMI in die Digitalisierung. Sie soll die Profitabilität der Branche unterstützen.

Howden greift in der Cyberversicherung an

Der Spezialmakler Howden Germany will mithilfe kleinerer Makler zum führenden Anbieter von Cyberpolicen in Deutschland werden. Die Düsseldorfer Tochter der britischen Maklergruppe hat eine neue Cyberversicherung mit großem Deckungsumfang und weitreichenden Zusatzleistungen auf den Markt gebracht, mit der sie vor allem bei kleinen und mittelgroßen Firmen punkten will. Howden glaubt, dass der Erfolg eines Maklers künftig in erster Linie davon abhängt, ob Kunden ihn als kompetenten Ansprechpartner für Cyberversicherungen ansehen. Das Umsatzpotenzial hält Howden für enorm – auch weil immer mehr Versicherer Cyber aus normalen Feuerpolicen ausschließen.

Großes Potenzial für KI im Schadenbereich

 Versicherungsmonitor – Analyse  Mit künstlicher Intelligenz (KI) wollen Versicherer wie die Allianz-Tochter AGCS ihr Schadenmanagement beschleunigen und Versicherungsbetrug effektiver bekämpfen. Berater Stephan Maier vom Beratungsunternehmen EY Innovalue hält das Potenzial für enorm. Er rät Versicherern, sich nach interessanten Kooperationspartnern umzusehen und prophezeit eine dritte Insurtech-Welle aus dem Dienstleistungsbereich. Sein früherer Kollege Nils Mahlow tritt mit seinem frischgegründeten Unternehmen Claimsforce für mehr Kundenzufriedenheit und niedrigere Kosten im Schadenfall an.

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