Die P&I Clubs North und Standard Club wollen sich zusammenschließen. Damit entstünde neben dem Marktführer Gard ein weiterer Riese unter den Spezialversicherern, die ihren Mitgliedern – den Reedern – gehören. Sollten die Pläne erfolgreich sein, könnte das weitere Fusionen nach sich ziehen, denn die Clubs stehen unter Druck. Die letzte geplante Großfusion unter den Clubs scheiterte vor sechs Jahren.
Industrieversicherung
AGCS will flexibel arbeiten
Eigentlich wollte der Industrieversicherer Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS) schon im November 2021 mit seinem neuen Arbeitsmodell starten, doch dann kam ihm die nächste Pandemie-Welle dazwischen. Jetzt soll pünktlich zum Wegfall der Homeoffice-Pflicht am 21. März der Startschuss fallen. Der Versicherer will die Mitarbeiter schrittweise wieder an das Büroleben gewöhnen, doch es wird anders aussehen als vor der Pandemie.
Ukraine-Roundup: Russland-Exodus, Ingosstrakh, LIC
Swiss Re, Allianz und Willis Towers Watson schließen sich Wettbewerbern an und legen ihr Geschäft in Russland und Belarus auf Eis. Der russische Versicherer Ingosstrakh gerät einem Bericht von Global Data zufolge finanziell immer mehr unter Druck. Indien will den wegen kriegsbedingter Turbulenzen an den Märkten verschobenen Börsengang des staatlichen Versicherers LIC Mitte April nachholen. Außerdem: gebündelte Spendenaktivitäten und kostenlose Versicherungsangebote für ukrainische Flüchtlinge.
Talanx behält höheres Gewinnziel bei
Nach dem ersten Milliardengewinn in der Unternehmensgeschichte peilt die Talanx den nächsten Rekord an. Mindestens 1,05 Mrd. Euro sollen es 2022 trotz der Unsicherheit wegen des Ukraine-Kriegs werden. Die direkten Folgen der Krise auf das eigene Geschäft seien begrenzt, auch weil Talanx den Verkauf des russischen Privatkundengeschäfts abgeschlossen hat, sagten Manager auf der Bilanzpressekonferenz. Die Corona-Pandemie belastet die Gruppe in der Erstversicherung kaum mehr, die Schäden in der Betriebsschließungsversicherung sind so gut wie vollständig ausgezahlt.
Was Mapfre vorhat
Der spanische Versicherer Mapfre will in den kommenden Jahren vor allem im Rückversicherungsgeschäft sowie in Kernmärkten wie Spanien, Brasilien und den USA zulegen und zugleich profitabler werden, sagte Konzernchef Antonio Huertas auf der Hauptversammlung in Madrid. Die Dividende soll wieder auf das Vor-Krisen-Niveau von 14,5 Cent steigen. Die Aktionäre hatten sich mehr erhofft – und weisen darauf hin, dass die Aktie in den vergangenen fünf Jahren rund 45 Prozent an Wert verloren hat. Huertas sieht in erster Linie ein Kommunikationsproblem.
Erichsen: „Cyber-Kriegsausschluss wäre schwierig“
Exklusiv Der Essener Versicherungsmakler Sven Erichsen hat sich auf Cyberversicherungen spezialisiert. Im Kurzinterview mit dem Versicherungsmonitor erklärt er seine Position zu Kriegsausschlüssen, die Versicherer nach Cyberangriffen von russischen oder ukrainischen Hackern ins Feld führen wollen. Er glaubt nicht, dass der Ausschluss bei Erpressungsversuchen greift. Allerdings kann er sich vorstellen, wann dies der Fall wäre.
Investor KKR steckt Millionen in europäische Makler
Hammer-Investment der Beteiligungsgesellschaft KKR: Der US-Investor pumpt zusammen mit anderen Geldgebern satte 90 Mio. Euro in den französischen Digitalmakler und Technologieanbieter +Simple. Die in Marseilles ansässige Firma nutzt die Finanzierung wiederum für Zukäufe: Neben dem deutschen Assekuradeur Carl Rieck übernimmt sie auch den französischen Versicherungsvermittler Alians und den italienischen Spezialmakler Marintec. Die Transaktion unterstreicht erneut das große Interesse von Investoren an Versicherungsvermittlern.
MLP rechnet 2022 mit sinkendem Ergebnis
MLP hat im vergangenen Jahr erneut Umsatz und Gewinn gesteigert, rechnet wegen der Lage an den Kapitalmärkten aber mit einem schrumpfenden Ergebnis für das laufende Jahr. Insbesondere die hohen erfolgsabhängigen Vergütungen, die das Unternehmen im vergangenen Jahr in der Vermögensverwaltung eingestrichen hat, werden sich angesichts schwächelnder Aktienkurse und steigender Inflation nicht wiederholen lassen, kündigte Konzernchef Uwe Schroeder-Wildberg bei der Bilanzpressekonferenz an. Dafür will das Unternehmen weiter im Industriemaklergeschäft wachsen.
Cyber: Das Ringen um den Kriegsausschluss
Sollte es im Zuge des russischen Kriegs in der Ukraine zu Angriffen russischer Hacker auf westliche Unternehmen oder Staaten kommen, könnten Cyberversicherer versuchen, sich auf den Kriegsausschluss in ihren Policen zu berufen. Das wird laut der Ratingagentur DBRS Morningstar aber nicht leicht. Denn sie müssten dafür nachweisen, dass die Täter staatliche Akteure waren oder zumindest in staatlichem Auftrag handelten. Die Versicherer haben allerdings zuletzt ihre Ausschlussklauseln noch einmal verschärft.
Ukraine-Krieg gefährdet Cyber-Lösegeldzahlungen
Während sich Experten einig sind, dass Cyberversicherer Ansprüche nicht aufgrund der Kriegsklausel ablehnen können, könnte der Ukraine-Konflikt Auswirkungen auf Lösegeldzahlungen haben. Das erwartet das Insurtech Finlex, das auf Gewerbe- und Industriepolicen spezialisiert ist. Aufgrund der Sanktionen gegen Russland sei zu erwarten, dass Versicherer nicht leisten, wenn ein deutsches Unternehmen von russischen Hackern erpresst wird.
Hannover Rück künftig im Dax
Die Aktie des weltweit drittgrößten Rückversicherers Hannover Rück wird künftig im Dax gelistet. Auch die Papiere von Daimler Truck steigen auf. Im Dax ersetzen sie die Werte von Beiersdorf und Siemens Energy. Manche Analysten erwarten einen Kursschub, weil Fonds nachkaufen müssen, die den Index genau abbilden. In der Vergangenheit ist das Gegenteil eingetreten. Und: Für Mehrheitseigner Talanx kann das auch peinlich werden – schließlich ist er selbst auch gelistet.
Dörendahl: Das Gezerre um Fachkräfte wird härter
Exklusiv Wenn es darum geht, begehrte Experten zu gewinnen oder zu halten, gehen viele Versicherer und Maklerhäuser bis zum Äußersten. Der „War for Talents“ hat sich in der Branche zu einem „War for Experts“ entwickelt, berichtet Jürgen Dörendahl, Gründer und Geschäftsführer der auf die Industrieassekuranz spezialisierten Personalberatung Le Groupe Bleu. Wahnwitzige Gehaltspoker, Hetze gegen den künftigen Arbeitgeber und sogar persönliche Drohungen sind immer häufiger an der Tagesordnung. Das Absurde: Wer eine offene Stelle besetzt, kann auf einen Schlag Tausende Euro im Jahr mehr verdienen als der, der die Stelle jahrelang innehatte und gegangen ist, weil er keine Chance auf […]
Ukraine-Roundup: Schiff- und Luftfahrt, GDV, Talanx
Die Sanktionen gegen russische Banken schlagen sich auf die Transportversicherung nieder. Der P&I Club West of England hat jetzt als erster mitgeteilt, dass er russischen Schiffen die Deckung entzogen hat. Großbritannien will russische Luft- und Raumfahrtfirmen vom Versicherungsmarkt abschneiden. GDV-Präsident Wolfgang Weiler lobt die Hilfsmaßnahmen der deutschen Versicherer, denen sich jetzt auch Talanx und HDI mit einer 2,5 Mio. Euro-Spende anschließen. A.M. Best hat russische Versicherer unter verschärfter Beobachtung. Dem Börsengang des staatlichen indischen Versicherers LIC droht die erneute Verschiebung.
Gerhard Schröder verliert Vorstandsposten
Leute – Aktuelle Personalien Altkanzler Gerhard Schröder bekommt die Konsequenzen des Ukraine-Kriegs zu spüren. Mehrere deutsche Unternehmen haben ihm Posten entzogen, darunter der BVUK-Verband, der zum gleichnamigen Versicherungsmakler aus Würzburg gehört. Zudem: Die Zurich Deutschland braucht einen neuen Chief Underwriting Officer. Lloyd’s hat eine neue Chief People Officer. Personelle Veränderungen gibt es auch bei Munich Re und Axa XL.
Ukraine-Krise verunsichert Luftfahrtbranche
Exklusiv Der Krieg in der Ukraine hat das Land vom zivilen Flugverkehr abgeschnitten, wegen einer Sperrung des Luftraumes bleiben die Maschinen der Airlines am Boden. Welche langfristigen Folgen die Kämpfe für die Luftfahrtversicherung haben, lässt sich nur schwer abschätzen, heißt es beim Industrieversicherungsmakler Aon. Es sei zwar noch zu früh für verlässliche Aussagen, ob dazu steigende Prämien gehören. Doch seien hohe Prämien insbesondere für Kriegsdeckungen wahrscheinlich, sagt Tim Nauen, Broker Aviation.














