Die Kreditversicherer sehen die wirtschaftliche Erholung durch eine Häufung komplexer Risiken bedroht – und richten sich auf steigende Insolvenzzahlen im kommenden Jahr ein. Einen neuen Schutzschirm hält Thomas Langen, Vorstandsvorsitzender der Kommission Kreditversicherung im Versichererverband GDV, dennoch nicht für erforderlich. Zu Beginn der Corona-Krise hatte die damalige Bundesregierung eine umfangreiche Staatsgarantie für Schäden abgegeben, damit die Kreditversicherer ihre Limite nicht kürzen. Das sei zum damaligen Zeitpunkt richtig gewesen, auch wenn sich der Deal für die Anbieter zum Verlustgeschäft entwickelt habe, so Langen.
Industrieversicherung
Vorsicht bei Garantieabsenkungen in der bAV
Die Absenkung des Höchstrechnungszinses zum 1. Januar 2022 hat nicht nur den Riester-Renten, sondern auch der früher beliebten Beitragszusage mit Mindestleistung in der betrieblichen Altersversorgung (bAV) den Garaus gemacht. Weil ein 100-prozentiger Beitragserhalt kalkulatorisch nicht mehr darstellbar ist, bieten kaum noch Versicherer die Verträge an. Den Arbeitgebern bleibt zwar noch die Versorgungsart der beitragsorientierten Leistungszusage. Wie stark sie dabei unter die 100-Prozent-Grenze gehen dürfen, ohne vor dem Bundesarbeitsgericht zu landen, ist aber umstritten.
Lloyd’s-Syndikate müssen jetzt liefern
Das wird den Lloyd’s-Syndikaten nicht schmecken. Der Londoner Versicherungsmarkt zieht die Zügel bei schlecht performenden Einheiten straffer. Nachdem die Vorstandsriege bereits mehrfach ein entschiedeneres Vorgehen angedroht hatte, lässt sie nun ihren Worten Taten folgen. In der kommenden Woche erhalten alle Managing Agents einen Brief, in dem Lloyd’s explizite Zielvorgaben macht. Head of Market Oversight Peter Montanaro bezeichnet es als tiefgreifenden Wandel der Aufsicht.
Helmig & Partner entscheidet sich für MRH Trowe
Exklusiv Die Frankfurter Maklergruppe MRH Trowe hat den Bieterwettstreit um den mittelgroßen Makler Helmig & Partner für sich entschieden. Mitte November war bekannt geworden, dass das Unternehmen aus Olfen im Münsterland nach zwei Jahren Probezeit seinen Vertrag mit dem Makler Martens & Prahl aufgelöst hatte. „Dieses Mal sind wir uns sicher, dass es klappt“, sagte Andreas Wienmeier, Geschäftsführer von Helmig & Partner, dem Versicherungsmonitor.
Ist der Zug bei Ökosystemen abgefahren?
Die Themen Plattform und Ökosystem werden seit Jahren in der Versicherungsbranche leidenschaftlich diskutiert. Die Gesellschaften schielen gerne auf große Vorbilder wie dem Gesundheits-Ökosystem des chinesischen Giganten Ping An. Vorzuweisen haben sie selbst allerdings nur wenig. Von einem Scheitern könne aber noch keine Rede sein, betonte Signal Iduna-Vorstand Christian Bielefeld bei der SZ-Konferenz „Digital Insurance“. Um weiter voranzukommen, müssten sich die Versicherer allerdings erst einmal um die Grundlagen kümmern.
Cyber: Kriegsausschluss droht auch in Deutschland
Weil Hackerangriffe mit staatlicher Beteiligung immer häufiger werden, hat sich der Versicherungsmarkt Lloyd’s of London entschieden, künftig keine Deckung mehr bei staatlich gelenkten Cyberangriffen zu gewähren. Der Schritt wird sich auch auf den deutschen Markt auswirken, erwartet Paul Malek, Counsel bei der Anwaltskanzlei Clyde & Co. Denn auch bei anderen Ausschlussklauseln etwa zu Silent Cyber-Risiken haben sich deutsche Versicherer an angelsächsischen Vorbildern orientiert. Die neuen Leistungseinschränkungen führen zu weiterer Anspannung auf dem ohnehin schon schwierigen Cybermarkt.
AGCS: Bauboom, neue Risiken und Engpässe
Die Corona-Pandemie hat den lang angekündigten Bauboom endlich ausgelöst. Das glaubt der Industrieversicherer AGCS. Denn viele Länder wollen durch hohe Investitionen in Infrastruktur die Wirtschaft wieder ankurbeln. Diese Entwicklung bringt allerdings auch neue Risiken für die Bauunternehmer und ihre Versicherer mit sich – manchmal auch von unerwarteter Seite. Neue Entwicklungen, die eine einfachere und nachhaltigere Bauweise versprechen, bergen große Risiken, zeigt ein aktueller Bericht von AGCS. Das könnte sogar die Deckungskapazitäten knapp werden lassen.
Wie der Maklermarkt 2025 aussieht
Der Gewerbekundenmarkt wird sich für Makler in den nächsten Jahren tiefgreifend verändern. Davon zeigt sich Ralph Rockel überzeugt, Vorstandsmitglied von MRH Trowe. Die Kunden werden ihren Vermittler schneller wechseln als heute, prophezeit er beim Großmakler-Dinner der Süddeutschen Zeitung. Eine geringere Anzahl Makler wird mit einer steigenden Anzahl von Versicherern Geschäftsbeziehungen pflegen. Die Bedeutung von Expertenwissen im Maklerunternehmen wird dramatisch steigen, glaubt Rockel.
Nicht nur versprechen, auch liefern
Die Großmakler wollen sich vom reinen Versicherungsvermittler zum Risikoberater ihrer Kunden mausern und ihnen bessere digitale Services liefern. Das versprechen sie seit Jahren, passiert ist aber bisher relativ wenig, moniert GVNW-Chef Alexander Mahnke beim Großmakler-Dinner der Süddeutschen Zeitung. Auch in der derzeitigen harten Marktphase in der Industrieversicherung könnte die Unterstützung durch die Makler energischer ausfallen. Die sind momentan mit sich selbst beschäftigt: Eine Maklerübernahme jagt die andere.
Howden will Deutschland-Umsatz verdoppeln
Exklusiv Der britische Makler Howden will seinen Umsatz in Deutschland in den kommenden fünf Jahren verdoppeln. Das sagte Deutschlandchef Holger Schäfer im Interview mit dem Versicherungsmonitor. Das soll durch eigenes Wachstum und durch Übernahmen erreicht werden. Für 2021 erwartet Schäfer einen Umsatz von mehr als 100 Mio. Euro. Aktuell ist die Gruppe hierzulande bereits über eine Reihe von Spezialversicherern vertreten, darunter Hendricks, Euroassekuranz und Howden-Caninenberg.
Ecclesia kauft Makler API
Der Detmolder Makler Ecclesia hat das Maklerhaus API Assekuranz in Beckum gekauft. An dem mit API verbundenen Schadenspezialisten Peritos übernimmt Ecclesia einen Minderheitsanteil. API-Chef Harald Vollgraf bleibt als Berater. Die API wird auf Ecclesia-Unternehmen verschmolzen. Peritos soll die Ecclesia-Kompetenz in der Schadenbearbeitung und -begleitung deutlich erhöhen.
Neue Führungskräfte bei AGCS
Leute – Aktuelle Personalien Der Allianz-Industrieversicherer AGCS gibt personelle Umstrukturierungen auf Führungsebene bekannt und befördert Alfredo Alonso (Bild) neben seiner aktuellen Führungsrolle zum Global Head of Liability. Außerdem: Swiss Re-Chef Christian Mumenthaler wird der neue Präsident des Verbands Geneva Association, und Aviva-CEO Amanda Blanc wird neues Vorstandsmitglied. Der Industrieversicherer HDI Global bekommt mit Michelle Boyd eine neue Senior Underwriter. Auch beim amerikanischen Rückversicherer RGA, beim Makler und Berater Willis Towers Watson sowie der Investmentgesellschaft Scor Investment Partners SE gibt es personelle Veränderungen.
McKinsey: So klappt es mit dem Gewerbegeschäft
Exklusiv Die Gewerbeversicherung steht bei vielen traditionellen Versicherern und Insurtechs hoch im Kurs. Viele Gesellschaften sehen in dem Segment einen willkommenen Ausgleich für das mitunter schwierige Geschäft mit Privatkunden und großen Industrieunternehmen. Aber auch darüber hinaus lockt das Segment der kleinen und mittelgroßen Unternehmen (KMU) alleine wegen seiner Größe. McKinsey sieht bisher ungenutztes Geschäftspotenzial im Milliardenbereich. Den Versicherern präsentiert die Unternehmensberatung in einem aktuellen Bericht eine Reihe von Erfolgsfaktoren im KMU-Geschäft.












