Nach Einschätzung des weltweit größten Rückversicherers Munich Re wird die Explosion beim Chemiegiganten BASF den Feuerversicherungsmarkt nicht sonderlich stark beeinflussen. Den Sachschaden schätzt der Konzern als nicht sehr groß ein, als Unsicherheitsfaktor bleibt der Betriebsunterbrechungsschaden. Insgesamt ist der deutsche Feuerversicherungsmarkt in keiner guten Verfassung. Auch in der Rückversicherung sieht die Situation nach wie vor nicht rosig aus. Munich Re setzt daher auf innovative Produkte jenseits des Kerngeschäfts.
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Odyssey Re will sich weiter mit Kunden treffen
Der US-Rückversicherer Odyssey Re spürt die Unsicherheit seiner Kunden in Deutschland. Grund sind die Regeln der BaFin zu US-Rückversicherern und anderen Anbietern, deren Sitz außerhalb der Europäischen Wirtschaftszone liegt. Jetzt hat die US-Gesellschaft reagiert und einen Brief an ihre deutschen Kunden veröffentlicht, in dem sie Einzelheiten ihrer Gespräche mit der BaFin nennt. Der Tenor: Odyssey Re sieht nur wenige Einschränkungen. Auch Treffen mit Kunden seien weiter erlaubt, solange nur über allgemeine Fragen und nicht über spezifische Verträge gesprochen wird.
Geschäftsfeld öffentlicher Sektor
Versicherer und Rückversicherer sollten sich verstärkt um die Übernahme von Risiken aus dem öffentlichen Sektor bemühen, forderten Teilnehmer einer Diskussionsrunde zum Auftakt des Rückversicherungstreffens in Baden-Baden. Vor allem bei Naturkatastrophen ist ein großer Teil der Schäden in der Regel nicht versichert – auch in Europa. Eine verstärkte Übernahme solcher Risiken durch private Anbieter könnte auch den Rückversicherern helfen, die unter Überkapazitäten und niedrigen Prämien leiden. Allerdings fordert das Thema viel Überzeugungsarbeit, denn der Ruf der Versicherungswirtschaft bei den Politikern ist nicht der beste.
Hannover Rück optimistisch
Der zum Talanx-Konzern gehörende Rückversicherer Hannover Rück hat sich auf seinem Investorentag in London optimistisch präsentiert. Ein hoher Reservepuffer in der Schadenrückversicherung dürfte nach Ansicht der Unternehmensleitung ein positives Ergebnis sicherstellen. Besonders gut entwickelt sich offenbar auch das Finanzierungsgeschäft. Schwierigkeiten gibt es wohl mit dem US-Mortalitätsgeschäft.
Neuer Vorstand bei der Nürnberger
Leute – Aktuelle Personalien Martin Seibold, bisher bei der Allianz-Tochter Amos zuständig für die digitale Transformation, wechselt von dem Münchener Branchenriesen zur Nürnberger. Dort wird er ab 1. November als Vorstand des Lebens- und des Sachversicherers die Bereiche Informatik und Betriebsorganisation verantworten. Die Nürnberger hat die Position neu geschaffen, um die große Bedeutung der Informatik in Zeiten des digitalen Wandels zu unterstreichen. In Österreich verliert der Versicherer eine Führungskraft an den Industrieversicherungsmakler Greco.
AGCS stärkt Film- und Eventversicherung
Die AGCS expandiert in der Film- und Eventversicherung und hat ein dreiköpfiges Team für das Europa-Geschäft aufgestellt. Unter der Führung von Michael Furtschegger bedienen die Experten die deutschsprachigen Länder und Osteuropa. Furtschegger koordiniert auch den Ausbau in Australien und Asien. AGCS hat vergangenes Jahr das Gewerbe- und Industriegeschäft der früheren Allianz-Tochter Fireman’s Fund übernommen und ist damit zum führenden Filmversicherer in Hollywood avanciert.
Telematik-Tarife werden positiv aufgenommen
Medienanalyse Nach einer Studie des TÜV Rheinland findet ein Großteil der Autofahrer in Deutschland Telematik-Dienste zunehmend attraktiv. Zudem gilt laut Studie die Zahlungsbereitschaft der Verbraucher für solche Dienste im digitalen Zeitalter als hoch. Dem neuen Trend entsprechend bieten immer mehr Versicherer auf Telematiklösungen basierende Tarifmodelle an, die es Kunden mit vorsichtiger Fahrweise ermöglichen, von niedrigeren Versicherungsprämien zu profitieren. Bemerkenswert ist, dass die individuelle Datenpreisgabe bei den Telematiktarifen insgesamt in weniger kritischem Licht gesehen wird, als etwa die Datenpreisgabe bei Rabattsystemen im Gesundheitsbereich.
PKV-Ombudsmann hat sich bewährt
In der privaten Krankenversicherung (PKV) kann der Ombudsmann für die Versicherten oft mehr erreichen als ein Gang vor Gericht. Das hat nach Einschätzung von PKV-Ombudsmann Heinz Lanfermann (Foto) und dem Vorsitzenden des PKV-Verbands Uwe Laue die 15-jährige Erfahrung mit der Schlichtungsstelle gezeigt. Die außergerichtliche Streitschlichtung macht gerade angesichts der langen Vertragslaufzeiten und der geringen Wechselmöglichkeiten in der PKV Sinn, findet auch der Patientenbeauftragte der Bundesregierung Karl-Josef Laumann.
Neuer Chef für Axas Run-off-Spezialisten
Leute – Aktuelle Personalien Sylvain Villeroy de Galhau übernimmt die Führung des Abwicklungsspezialisten Axa Liabilities Managers in Paris. Bisher leitete er das Geschäft der Run-off-Einheit in Großbritannien. Die Position ist neu zu besetzen, weil der Gründer und bisherige Chef Cédric de Linares in den Ruhestand geht. Außerdem: Kay Bölke scheidet aus dem Vorstand der Basler aus. Die HDI Vertriebs AG besetzt mit Thomas Lüer die neu geschaffene Position Leiter Regionaler Maklervertrieb.
Versicherer testen Blockchain
Namhafte Versicherer und Rückversicherer, darunter Allianz und Munich Re, starten eine Blockchain-Initiative. Die fünf Gesellschaften wollen mit einem Pilotprojekt herausfinden, wie sich die Technologie am sinnvollsten bei der Vertragsgestaltung einsetzen lässt. Am Ende sollen gemeinsame technische Standards für die Versicherungsbranche stehen. Die Unternehmen rechnen für Mitte 2017 mit ersten Ergebnissen.
Eiopa hält an UFR-Senkung fest
Die europäische Versicherungsaufsicht Eiopa bleibt bei ihrem Plan, die Ultimate Forward Rate (UFR) abzusenken. Das sagte Eiopa-Präsident Gabriel Bernardino am Rande einer Fachkonferenz der Behörde in Frankfurt. Damit müssten die Lebensversicherer deutliche höhere Rückstellungen für Zinsgarantien bilden. Die Bundesregierung lehnt die Veränderung ab. Bernardino äußerte sich auch zum paneuropäischen Privatrentenangebot Pepp, das Eiopa vorschlägt, zu Abschlussprovisionen und zum Plan eines europäischen Rettungsmechanismus für Versicherungskonzerne.
Allianz verkauft künftig Gebrauchtwagen
Die Allianz will sich an der Gebrauchtwagenplattform Instamotion Retail beteiligen, die Autos aus zweiter Hand über das Internet anbietet und verkauft. Das vor gut einem Jahr gegründete Portal aus Grünwald bei München versteht sich nicht als klassisches Autohaus, sondern als Internet-Fahrzeugkaufhaus und Versandhändler mit angeschlossener Logistik. Die Allianz reagiert damit auf den zunehmenden Konkurrenzdruck, dem Kfz-Versicherer derzeit ausgesetzt sind. Allerdings hatte Konkurrent HUK-Coburg die Idee mit den Gebrauchtwagen schon früher.











