Den Lebensversicherungskunden entgeht viel Rendite, weil die Anbieter zu hohe Kosten von ihren Sparbeiträgen abziehen, glaubt Sven Giegold, Abgeordneter der Grünen im EU-Parlament. Bevor die Branche das Problem nicht angehe, werde die Politik sie nicht in Ruhe lassen, sagte er auf dem Versicherungstag der Süddeutschen Zeitung. Allianz Deutschland-Chef Markus Rieß, Zurich-Vorstand Marcus Nagel und Provinzial Rheinland-Chef Walter Tesarczyk halten die Vorwürfe nicht für berechtigt.
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Generali-Chef Greco fordert Umdenken
Versicherer müssen sich anpassen, wenn sie überleben wollen, glaubt Generali-Chef Mario Greco. Die Kosten müssen runter, die Investitionsmöglichkeiten besser werden und die Digitalisierung muss sich durchsetzen. In diesem Zusammenhang forderte Greco europaweite Staatsanleihen, um die Fokussierung der Versicherer auf ihre Heimatmärkte aufzubrechen.
Hiscox: Mittelstand ist wichtige Zielgruppe für Cyber
Robert Dietrich ist Hauptbevollmächtigter beim Spezialversicherer Hiscox. Im Interview mit dem Versicherungsmonitor spricht er über Cyber-Deckungen. Große Konzerne sind seiner Einschätzung nach nicht die vorrangige Zielgruppe für die Policen. Stattdessen sollten die Versicherer auf Mittelständler abzielen – denn die haben die Assistance-Leistungen der Deckungen eher nötig.
Assekurata: Mehr Milliarden für die Zinszusatzreserve
Die deutschen Lebensversicherer müssen 2014 mit einer Belastung von acht bis zehn Milliarden Euro für die Zinszusatzreserve rechnen. Das hat die Ratingagentur Assekurata berechnet. Im Vorjahr waren es rund sieben Mrd. Euro, so Assekurata. Außerdem: Die Verzinsung in der Rentenversicherung sinkt 2014 auf 3,4 Prozent. Im Vorjahr waren es noch 3,6 Prozent.
Streit um Panama-Kanal bedroht Zurich
In Panama streiten Behörden und internationale Baufirmen um hohe Zusatzkosten bei der Erweiterung des Panama-Kanals. Für den Schweizer Zurich-Konzern stehen dabei 600 Mio. Dollar auf dem Spiel. In dieser Höhe hat er Bürgschaften geleistet.
Allianz verliert erneut Streit um Riester-Klauseln
Das Oberlandesgericht Stuttgart hat ein Urteil der Vorinstanz bestätigt, wonach Klauseln der Allianz zur Beteiligung der Kunden an den Kostenüberschüssen unwirksam sind. Kleinsparern könnte demnach ein Nachschlag zustehen. Um wie viel Geld es geht, ist umstritten.
HUK-Coburg erleichtert Tarifwechsel
Ihren Kunden in der Kranken-Vollversicherung bietet die HUK-Coburg einen Online-Tarifwechselrechner an. Damit können Versicherte auf einen Blick sehen, wie sich der Wechsel in einen anderen Tarif bei den Prämien auswirken würde. Damit folgt der private Krankenversicherer dem Beispiel der DKV. Die Unternehmen wollen mit einer größeren Transparenz und erleichterten Wechsel-Möglichkeiten PKV-Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen.
EU-Parlament einigt sich auf Provisionsoffenlegung
Der Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europaparlaments hat sich auf einen Kompromiss zur Offenlegung von Provisionen der Lebensversicherer geeinigt. Das befürchtete Verbot von Provisionszahlungen ist auch hier vom Tisch, wie vorher schon bei der Mifid-Richtlinie. Aber: Alle Policen mit Investmentcharakter sollen analog zu Fonds und anderen Anlageprodukten behandelt werden. Das könnte die Offenlegung aller Provisionen bedeuten.
Datenschützer ermittelt gegen Debeka
In der Affäre um illegalen Adresshandel bei der Debeka prüft der rheinland-pfälzische Datenschutzbeauftragte, ob er gegen den Versicherer und den fünfköpfigen Vorstand Bußgelder verhängt. Er hat im Dezember vergangenen Jahres ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. Ob dem Anfangsverdacht, dass der Vorstand seine Aufsichtspflichten verletzt hat, tatsächlich ein Bußgeldbescheid folgt, ist offen.
Pimco-Chef El-Erian tritt zurück
Mohamed El-Erian ist als Chef der Allianz-Tochter Pimco zurückgetreten, einem der größten Fondsmanager der Welt. Er soll Mitglied des International Executive Committees der Allianz bleiben und den Vorstand in München beraten. Das gab der Konzern spät am Dienstagabend bekannt. Die Allianz-Aktie verlor am Mittwoch bis 11.30 Uhr 2,26 Prozent auf 129,60 Euro.
Neues Online-Portal für Versicherungen gestartet
Ein neues Online-Portal will Kunden und Versicherungsvermittler zusammenbringen. Die Gründer sehen Passt24 als Alternative zu den etablierten Vergleichsportalen.
Versicherungskonzept für die Philippinen
Munich Re und Willis Re haben ein Versicherungskonzept für die Philippinen vorgestellt, das die Auswirkung von Naturkatastrophen mildern soll. Beteiligt an dem Projekt ist das UN-Büro für Katastrophenvorsorge UNISDR. Der Schutz würde greifen, wenn Parameter wie Windstärke oder Niederschlag festgelegte Grenzwerte überschreiten.
S&P: Negativer Ausblick für Rückversicherer
Zum ersten Mal seit 2006 rechnet die Ratingagentur Standard & Poor’s für die kommenden zwei Jahre mit mehr negativen als positiven Ratingveränderungen im Rückversicherungsmarkt. Ein Überangebot an Kapazität gepaart mit einer geringeren Nachfrage drückt auf die Preise und lässt die Profitabilität der Gesellschaften sinken.
Amlin: „Wir können unsere Kompetenzen nutzen“
Deutschland hat keinen Mangel an Industrieversicherern. Die niederländische Amlin Europe, die zur britischen Amlin gehört, rechnet sich mit dem Markteintritt trotzdem gute Chancen aus, sagt Vorstand Andreas Luberichs im Interview mit dem Versicherungsmonitor.
Amlin künftig auch in Deutschland
Die britische Amlin-Gruppe eröffnet eine Niederlassung in Hamburg. Der Konzern nutzt dafür seine niederländische Tochter Amlin Europe NV. Das Unternehmen will vor allem Sach-, Haftpflicht- und Vermögensschadendeckungen für kleine und mittelgroße Industrieunternehmen anbieten.













