Rückversicherer
BaFin: Versicherer bei ESG zu passiv
Fast alle deutschen Versicherer und Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung berücksichtigen Nachhaltigkeitsrisiken. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der Finanzaufsicht BaFin. Allerdings stufen viele Versicherer diese Risiken nicht als wesentlich ein. Die BaFin kritisiert außerdem, dass die meisten Gesellschaften in ihrer Strategie zu passiv beziehungsweise reaktiv sind. Das könnte sich ändern: Ab diesem Jahr erwartet die Behörde mehr klimabezogene Stresstests in den sogenannten ORSA-Berichten der Versicherer.
Die Risiken des Klimawandels
Wenn es um die Weltordnung geht, schwanken Staaten meistens zwischen Kooperation und Wettbewerb. Das ist auch beim Klimawandel nicht anders. Welchen Weg sie einschlagen, hat großen Einfluss auf die Risiken, mit denen Versicherer und ihre Kunden künftig konfrontiert sein werden, schreibt Lloyd’s of London in einem aktuellen Bericht. Der Versicherungsmarkt hat sich angeschaut, wie diese Risiken aussehen werden und wie Versicherer und Risikomanager darauf reagieren können.
Notpetya-Angriff: Kriegsausschluss zieht nicht
40.000 lahmgelegte Rechner und über 1,4 Mrd. Dollar Schaden – der Angriff mit der Erpressungssoftware Notpetya im Sommer 2017 hat den US-Pharmahersteller Merck schwer getroffen. Seine Sachversicherer verweigerten die Zahlung und beriefen sich dabei auf den Kriegsausschluss. Jetzt hat ein Gericht in New Jersey geurteilt, dass ein Malware-Angriff nicht von diesem Ausschluss erfasst ist. Der Fall verdeutlicht, dass sogenannte Silent Cyber-Schäden eine ernstzunehmende Gefahr für Versicherer sind.
Nächster Generali-Rebell tritt zurück
Leute – Aktuelle Personalien Die Rücktritte im Generali-Verwaltungsrat setzen sich fort. Nachdem am Freitag Francesco Caltagirone seinen Posten hingeschmissen hatte, gab nun auch Romolo Bardin seine Position in dem Gremium auf. Beide gehören zu der Aktionärsgruppe, die verhindern möchte, dass Generali-Chef Philippe Donnet eine weitere Amtszeit erhält. Außerdem: Die Helvetia muss weiter nach einem Verwaltungsratschef suchen, und neue Stellenbesetzungen melden BaFin, Scor, Everest Re und Chubb.
Hendricks erhält Doppelspitze
Leute – Aktuelle Personalien Der Düsseldorfer D&O-Spezialmakler Hendricks hat den seit einem Jahr vakanten Posten des CEO neu besetzt. Marcel Braun ist ab März neuer Geschäftsführer der Howden-Tochter. Er wird sich die Leitung von Hendricks mit einem weiteren Manager teilen. Außerdem: Die Funk Versicherungsmakler GmbH hat einen Geschäftsleiter für den Bereich Financial Lines, der Industrieversicherer Swiss Re Corporate Solutions strukturiert die Führungsebene in China um, und Sompo hat einen neuen Chef für sein internationales Unfall- und Gesundheitsgeschäft.
Inflation kann Rückversicherern gefährlich werden
Seit Mitte vergangenen Jahres haben die Inflationsraten in Europa und den USA empfindlich zugelegt. Kurzfristig geht davon noch keine Gefahr für Rückversicherer aus. Wenn die Situation aber noch zwei Jahre oder länger andauert, könnte die Branche Probleme bekommen, schreibt die Ratingagentur Fitch in einem aktuellen Bericht. Vor allem in der Haftpflicht-, Arzthaftpflicht- und Arbeiterunfallversicherung sowie bei Excess-of-Loss-Rückversicherungsverträgen mit fixen Selbstbehalten würden die Anbieter eine anhaltend hohe Inflation zu spüren bekommen.
Das sind die weltweit größten Risiken
Experten und Entscheidungsträger weltweit sehen die Klimakrise, die zunehmende Spaltung der Gesellschaft, erhöhte Cyberrisiken und eine uneinheitliche globale Erholung als ihre größten Herausforderungen. Das geht aus dem aktuellen World Risk Report des Weltwirtschaftsforums (WEF) hervor, an dem unter anderem Marsh und Zurich mitgewirkt haben. Welche Risiken dabei kurzfristig und welche langfristig überwiegen, ist sehr unterschiedlich. Um neue Technologien machen sich die Experten hingegen keine Sorgen.
Munich Re: „Ida“ ist positives Beispiel für Prävention
Exklusiv Das vergangene Jahr war nach Angaben der Munich Re bei den Schäden durch Naturkatastrophen das zweitteuerste für die Versicherungswirtschaft bisher. In Deutschland hatte die Branche die kostspieligste Überschwemmung jemals zu verkraften. Ernst Rauch, Chef-Klimatologe bei Munich Re, spricht im Interview über die Besonderheiten des Katastrophenjahres 2021, die Rolle des Klimawandels und erfreuliche Erkenntnisse aus dem teuersten Ereignis des vergangenen Jahres, dem Sturm „Ida“ in den USA (Bild).
In der Öko-Zwickmühle
Themenschwerpunkt Megatrends 2025 Die Versicherungswirtschaft wird sich in diesem Jahr noch intensiver als zuvor mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigen müssen. Der Druck auf die Branche steigt, sich Gedanken zu machen, wie sie verantwortungsvoll investieren und versichern kann. Ein Ansatzpunkt ist es, klimaschädlichen Branchen keine Deckung mehr anzubieten. Doch so einfach ist das mit dem ökologisch und sozial verantwortlichen Wirtschaften nicht. Die Gesellschaften stehen vor einem Dilemma. In seinem neuen gedruckten Dossier wirft der Versicherungsmonitor einen Blick in die Zukunft der Versicherer und auf die Megatrends 2025.
Corona ist drittgrößter Schaden aller Zeiten
Die Covid-19-Pandemie ist laut einer Studie des Maklers Howden der drittgrößte Versicherungsschaden aller Zeiten. Mit 43,5 Mrd. Dollar rangiert er hinter dem Hurrikan „Katrina“ 2005 und den Terroranschlägen am 11. September 2001. Es hätte aber noch schlimmer kommen können: Anfangs waren Experten von rund 100 Mrd. Dollar Corona-Schäden ausgegangen. Die Erneuerungsrunde in der Rückversicherung geprägt haben aber vor allem die hohen Naturkatastrophenschäden des vergangenen Jahres und der Klimawandel. Die Preise für die Erstversicherer kletterten stärker als erwartet, fielen aber nicht so hoch aus wie die Prämien für Retro-Deckungen.









