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Berkshire Hathaway verkraftet hohe Schäden

Warren Buffett dürfte zufrieden sein mit den Erst- und Rückversicherern in seinem Berkshire Hathaway-Konzern. Trotz hoher Belastungen durch Corona, steigender durchschnittlicher Schadenkosten sowie der Naturkatastrophen „Ida“, „Uri“ und der Überschwemmungen in Deutschland verzeichnete er im Versicherungsgeschäft im vergangenen Jahr einen operativen Gewinn von 728 Mio. Dollar. Das Rückversicherungsgeschäft ist jedoch weiter in den roten Zahlen.

Ukraine: Versicherer haben sich vorbereitet

Seit Jahren schwelt der Konflikt zwischen der Ukraine und Russland. Ganz unerwartet war deshalb der Einmarsch Putins nicht. Europäische Versicherer, die in dem Land aktiv sind, haben in den vergangenen Tagen bereits Vorkehrungen getroffen, um den Geschäftsbetrieb zu sichern. Die Folgen des Krieges für die Branche sind aber noch nicht absehbar.

5 Mrd. Euro Schaden durch Sturmserie

Die Stürme „Ylenia“, „Zeynep“ und „Antonia“ werden die Versicherer in Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden und weiteren Ländern rund 5 Mrd. Euro kosten. Davon geht die Ratingagentur Fitch aus. Das wird bei vielen Gesellschaften zu einer Ertragsdelle führen, aber weder ihre Kapitalbasis noch ihre Ratings in Mitleidenschaft ziehen. Den versicherten Schaden in Deutschland schätzt das Unternehmen auf 2 Mrd. Euro. Aber auch Großbritannien und die Niederlande haben mit hohen Schäden zu kämpfen.

Gewinnsprung trotz hoher Schäden

Naturkatastrophen und die Corona-Pandemie kamen den französischen Rückversicherer Scor im vergangenen Jahr teuer zu stehen. Unwetter wie das Juli-Hochwasser in Europa, Winterstürme und Hurrikan „Ida“ in den USA kosteten den Konzern rund 838 Mio. Euro. Auch die Covid-19-Schäden sind mit 575 Mio. Euro nach wie vor beträchtlich. Dennoch konnte Scor seinen Gewinn 2021 fast verdoppeln. Dabei half neben dem Strategieprogramm auch die Retrozessionsvereinbarung mit dem französischen Versicherer Covéa.

Ergo: Interner Run-off lohnt sich

2017 spielte die Munich Re-Tochter Ergo kurz mit der Möglichkeit, ihren Altbestand an Lebensversicherungspolicen zu verkaufen und das Neugeschäft mit einer anderen Gesellschaft zu betreiben. Eine heftige öffentliche Reaktion von Verbraucherschützern und Vertrieblern war die Folge. Ergo entschied sich für einen internen Run-off. Das war eine sehr kluge Entscheidung, berichtete Munich Re-Chef Joachim Wenning und nannte Zahlen. Für externe Kunden soll die neue Plattform in „ein, zwei Jahren“ freigeschaltet werden.

Munich Re genießt den harten Markt

Der Rückversicherer Munich Re erwartet für 2022 weiter steigende Gewinne. „Die Marktverhärtung setzt sich fort“, sagte Konzernchef Joachim Wenning. Mit den Zahlen für 2021 ist er sehr zufrieden. Trotz Belastungen durch Covid-19 und durch Naturkatastrophen verdiente der Konzern im vergangenen Jahr 2,9 Mrd. Euro, nach 1,2 Mrd. Euro im Jahr 2020, das stark durch die Pandemie getroffen war. Die Zahlen der Ergo erfreuen die Münchener Chefs besonders. Wenning nahm auch Stellung zur Ukraine-Krise, der Pipeline Nordstream 2 sowie zur Inflationsgefahr.

Munich Re boostert Dividende

Der Rückversicherer Munich Re erhöht die Dividende und beschließt ein weiteres Aktienrückkaufprogramm. Das teilte die Gesellschaft am Dienstag mit. Am Mittwoch will sie Finanzzahlen für 2021 vorlegen. Die Schritte haben ein ähnliches Volumen wie die Maßnahmen der Allianz, die in der vergangenen Woche verkündet wurden. Der Rückversicherer kämpft um die Gunst der Aktionäre – für die bei Versicherungswerten vor allem Dividenden und Rückkäufe zählen.

Hannover Rück prescht auf dem ILS-Markt vor

Die Hannover Rück hat im vergangenen Jahr insgesamt elf Katastrophenanleihen mit einem Volumen von 2,7 Mrd. Dollar für Kunden in den Kapitalmarkt transferiert – deutlich mehr als 2020, als die Talanx-Tochter 1,6 Mrd. Dollar verzeichnete. „Die Nachfrage unserer Kunden nach alternativen Risikodeckungen war im vergangenen Jahr so groß wie nie“, sagt Vorständin Silke Sehm. Auch immer mehr Unternehmen außerhalb der Assekuranz wollen Versicherungsrisiken bei Investoren platzieren. Für 2022 rechnet der Rückversicherer marktweit mit weiter steigendem Volumen.

2022 auf dem Weg zum Rekordjahr für Sturmschäden

Dieses Jahr ist schon jetzt rekordverdächtig: Die Schäden durch die Stürme „Ylenia“, „Zeynep“ und „Antonia“ entsprechen bereits rund 50 Prozent der gesamten versicherten Sturmschäden in einem durchschnittlichen Jahr. Der Großmakler Aon schätzt die versicherten Schäden auf rund 1,6 Mrd. Euro. Sturm „Zeynep“ könnte sogar alleine zu einem der teuersten Stürme in Deutschland werden.

„Zeynep“ kostet eine knappe Milliarde

Der schwere Sturm „Zeynep“, der international als „Eunice“ bezeichnet wird, hat mindestens neun Menschen das Leben gekostet. Er sorgt für versicherte Schäden von mehr als 900 Mio. Euro allein in Deutschland. Das schätzt das aktuarielle Beratungsunternehmen Meyerthole Siems Kohlruss (MSK) in Köln. Es handele sich um den intensivsten Sturm seit „Kyrill“ im Jahr 2007, der die Versicherer mehr als 3 Mrd. Euro kostete. Nicht nur in Deutschland aktive Gesellschaften müssen zahlen. „Zeynep“ folgte einen Tag nach dem Sturm „Ylenia“, der nach MSK-Schätzungen 500 Mio. Euro kostete.

Knoll enttäuscht, Schinnenburg muss gehen

Stefan Knoll (Bild), Gründer und Chef der Deutschen Familienversicherung, ist trotz einer Steigerung der Bruttobeiträge im vergangenen Jahr um 35 Prozent auf 155 Mio. Euro nicht auf ganzer Linie zufrieden. Das Neugeschäftsvolumen lag mit 23 Mio. Euro deutlich unter dem ursprünglich angestrebten Zielwert. Das hat Konsequenzen: Das Unternehmen feuert Vertriebsvorstand Stephan Schinnenburg. Dass der Verlust geringer ausfällt als erwartet, liegt vor allem am spürbar verbesserten Kapitalanlageergebnis.

Generali-Präsident Galateri di Genola zieht sich zurück

 Leute – Aktuelle Personalien   Der von Auseinandersetzungen zwischen Führung und rebellischen Aktionären geprägte Generali-Konzern muss sich einen neuen Verwaltungsratschef suchen: Gabriele Galateri di Genola will nach elf Jahren im Amt bei der Hauptversammlung Ende April für keine weitere Amtszeit kandidieren. Außerdem: Die in München ansässige Markel Insurance SE bestellt ein neues Vorstandsmitglied. Die Ergo legt interne und externe Kommunikation zusammen. Der Rückversicherer Conduit Re hat einen neuen Underwritingchef und der britische Spezialversicherer Brit einen neuen Cyber-Spezialisten.

The Hartford setzt auf Swiss Re-Plattform

Der US-amerikanische Versicherer The Hartford setzt bei internationalen Versicherungsprogrammen auf die Plattform des Swiss Re-Industrieversicherers Corso. Firmenkunden der Gesellschaft erhalten Zugriff auf die standardisierte Property-Deckung von Corso. Es ist der fünfte Versicherer, der auf die Pulse-Plattform zurückgreift.

WTW: Gewinn sprudelt, Personalabgang belastet

Der Makler- und Beratungskonzern WTW hat seinen Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr um vier Prozent auf 9 Mrd. Dollar (7,9 Mrd. Euro) gesteigert. Deutlich spektakulärer ist die Entwicklung des Nettogewinns, der sich gegenüber dem Vorjahr auf 4,2 Mrd. Dollar verdreifacht hat. Dabei hatte neben dem Verkauf des Rückversicherungsgeschäfts an den US-Makler Gallagher die 1 Mrd. Dollar einen großen Anteil, die Aon wegen der geplatzten Fusion an WTW zahlen musste. Ein großes Problem für WTW sind die Personalabgänge. Vorstandschef Carl Hess will die Lage aber bald in den Griff bekommen.

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