Die deutschen Versicherer müssen mit einer Belastung von mehr als einer Milliarde Euro durch die Abwicklung der maroden Bank Hypo Alpe Adria rechnen. Denn die österreichische Abwicklungsbehörde FMA hat festgelegt, dass das Nachfolgeinstitut Heta – das im staatlichen Besitz ist – keine Schulden mehr zurückzahlt und möglicherweise einen Schuldenschnitt sucht. Es handelt sich aber nicht um eine Insolvenz – dann müsste das Bundesland Kärnten einspringen, das die Darlehen garantiert hatte. Das Vorgehen der FMA sorgt bei Versicherern für Zweifel an der Bonität von Papieren, die von österreichischen Gebietskörperschaften garantiert werden. Das könnte zu weiteren Belastungen für die Kapitalanlagen der Assekuranz […]
Versicherer
GDV-Kodex bald mit Prüfsiegel
Damit sich niemand unverdient mit dem GDV-Verhaltenskodex für den Versicherungsvertrieb schmückt, müssen sich die unterzeichnenden Unternehmen künftig einer Prüfung unterziehen. Wirtschaftsprüfer sollen alle zwei Jahre untersuchen, ob die Umsetzung in den Gesellschaften anhand sogenannter Compliance Management-Systeme angemessen ist. Kommen sie zu einem negativen Urteil, wird der Versicherer von der Liste der teilnehmenden Unternehmen verbannt. Erfolgreiche Prüfergebnisse werden auf der GDV-Website veröffentlicht.
GDV gibt sich bedeckt
Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat die Branchenzahlen für 2014 und seinen aktuellen Wunschzettel an die Politik vorgelegt. Dabei zeigt sich, dass die Einheit im Verband brüchig ist. In Kernpunkten widersprechen sich Verbandsaussagen und Äußerungen einzelner Gesellschaften.
Erdland will Änderung bei Zinszusatzreserve
Die Zuführung zur Zinszusatzreserve muss nach Ansicht von GDV-Präsident Alexander Erdland auf eine neue Grundlage gestellt werden. Weil das Zinsniveau seit Schaffung des Mechanismus weiter gesunken ist, drohe die Gefahr, dass die Assekuranz mehr in den Reservetopf einzahle als nötig, sagte er bei einem Versicherungswissenschaftlichen Fachgespräch. Der Versicherungsombudsmann Günter Hirsch sprach über die Auswirkung einer EU-Vorgabe auf seine Schlichtungsstelle, die eine flächendeckende Einrichtung von Schlichtungsstellen für Verbraucherstreitigkeiten vorsieht.
Pressesprecher des Jahres gewählt
Russel Kemwa von der Ratingagentur Assekurata ist Pressesprecher des Jahres. Der Verein der Versicherungsjournalisten hat ihn auf seiner Frühjahrstagung mit dem Preis ausgezeichnet.
Hanssmann verlässt Axa
Wolfgang Hanssmann, Vorstand für Vertrieb und das Privatkundengeschäft in der Sparte Schaden-Unfall, scheidet aus der Axa-Führung aus. Offensichtlich stimmten die Ansichten von Hanssmann und von Vorstandschef Thomas Buberl über die Ausrichtung des Vertriebs und die Struktur des Konzerns nicht mehr überein. Nachfolger wird Jens Hasselbächer, zurzeit Chef des Ressorts Kunden-, Partner- und Prozess-Service. In dieser Rolle folgt Jens Warkentin auf Hasselbächer.
Generali: Weniger Gewinn, mehr Dividende
Der Versicherungskonzern hat aufgrund von Einmaleffekten im vergangenen Jahr weniger verdient. Mit einer höheren Dividende will Generali sich die Anleger gewogen halten. In Deutschland erlebt das Leben-Geschäft einen starken Einbruch. Deutlich besser sah es in der Schaden- und Unfallversicherung aus.
Versicherer verärgert über EZB-Konkurrenz
In der Versicherungswirtschaft wächst der Ärger über die Politik der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Versicherer halten die EZB-Politik grundsätzlich für verfehlt, weil sie zu niedrigen Zinsen und damit zu den aktuellen Problemen vor allem der Lebensversicherer führt. Daneben aber tritt die Zentralbank als Konkurrent beim Kauf von Anlagen in wichtigen Wertpapierkategorien auf und macht der Assekuranz damit das Leben zusätzlich schwer.
Fitch: Big Data verschafft Wettbewerbsvorteile
Die Sammlung und kluge Auswertung großer Datenmengen wird für die Versicherungswirtschaft in Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen. Davon geht die Ratingagentur Fitch aus. Durch die Analyse von Big Data können Versicherer Betrug reduzieren, Prämien besser kalkulieren und Naturkatastrophen besser einschätzen. Gesellschaften, die den Trend ignorieren, werden künftig schlechter dastehen. Dennoch: Ganz sorglos sollten sich die Versicherer nicht in das Abenteuer Big Data stürzen.
Ergo: Neugeschäft Leben bricht ein
Der Ergo-Konzern erlebte 2014 einen Rückgang des Neugeschäfts in der Lebensversicherung um neun Prozent, vor allem im Geschäft mit laufendem Beitrag. Unternehmenschef Torsten Oletzky ist trotzdem optimistisch für die Sparte, vor allem für die neue Generation von Lebensversicherungsangeboten ohne Zinsgarantie. Die Munich Re-Tochter sieht sich selbst an der Spitze der Digitalisierung in der deutschen Assekuranz.
Schutz für Helfer
Entwicklungshelfer und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen arbeiten häufig in Regionen, in denen sie großen Risiken ausgesetzt sind. Dafür brauchen sie einen umfassenden Versicherungsschutz durch Unfall- und Auslandskrankenpolicen. Standardverträge haben für diesen Zweck aber zu viele Ausschlüsse, sagt Reinhard Bellinghausen vom Spezialmakler Dr. Walter.
Sonnenkönig von Nürnberg dankt ab
Hans-Peter Schmidt, seit 2002 Aufsichtsratsvorsitzender der Nürnberger Versicherung, will nach der Hauptversammlung des Versicherers im April sein Amt niederlegen. Er war durch seine weitreichende Einmischung ins Tagesgeschäft und die hohe Aufsichtsratsvergütung bekannt geworden. Das hatte zu Unmut bei den Aktionären der Nürnberger geführt.
Prudential-Chef Tidjane Thiam geht zu Credit Suisse
Der bisherige Prudential-Chef Tidjane Thiam übernimmt ab Juni den Chefposten der Schweizer Bank Credit Suisse von Bankmanager-Legende Brady Dougan. Bei Swiss Life Deutschland rückt Matthias Wald in die Geschäftsleitung auf. Er wird im April Leiter des Endkundenvertriebs bei der deutschen Tochter von Swiss Life. Ina Kirchhof, Chief Operating Officer bei der Ergo, hat das Unternehmen verlassen. Unerwartet verstarb Jürgen Stachan, Gewerkschaftssekretär der Neuen Assekuranz Gewerkschaft, im Alter von 50 Jahren.
Verzögerung bei Riester-Rürup-Informationsstelle
Später als geplant wird die Bundesregierung den Betreiber für die neue Produktinformationsstelle Altersvorsorge (PiA) benennen. Statt im April 2015 soll der Zuschlag erst im Mai oder Juni erteilt werden. Die PiA soll die Ausgestaltung der neuen Produktinformationsblätter für staatlich geförderte Altersvorsorge- und Basisrenten übernehmen. Dazu gehört, Angebote in Chancen-Risiko-Klassen einzustufen und festzulegen, wie die Anbieter die Effektivkosten ihrer Produkte berechnen müssen. Die Branche handelt die Analysten von Morgen & Morgen und den Bund der Versicherten als mögliche Kandidaten für den Betrieb der PiA.
Kreditversicherung: Schwierige Exporte in Krisenregionen
In Griechenland verschwinden immer mehr kleinere und mittelgroße Firmen ohne großes Insolvenzverfahren vom Markt. Sie schließen lautlos den Betrieb und zahlen vom einen auf den anderen Tag ihre Außenstände nicht mehr. Kreditversicherer beobachten den Trend mit Sorge. Zwar sichern sie Lieferungen in das Krisenland seit Anfang des Jahres wieder ab, die staatlichen Hermes-Deckungen sind ausgelaufen. Das könnte sich jedoch wieder ändern, wenn die Griechen sich doch noch für einen Ausstieg aus der Euro-Zone entscheiden. Bei der Absicherung von Lieferungen nach Russland sind die Anbieter ebenfalls vorsichtig geworden.













